Viele setzen sich für ihre Heimatgemeinde ein: Wald-Michelbachs Bürgermeister Joachim Kunkel lobte in Neujahrsansprache das Engagement der Bürger

Mit einem Blick auf die Aufgaben im gerade begonnenen, aber auch einem Rückblick auf die Ereignisse im vergangenen Jahr sowohl im Ort selbst als auch in der Welt beschäftigte sich der Wald-Michelbacher Neujahrsempfang in der Rudi-Wünzer-Halle. Untermalt von Liedvorträgen des Liederkranz Kreidach und Stücken der Blasmusik Unter-Schönmattenwag blickten Bürgermeister Joachim Kunkel und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Nothung Köhler, vor und zurück. Neujahrsglückwünsche kamen von der Odenwälder Apfelkönigin Sina Schmidt, die Glückwünsche der Kirchengemeinden überbrachte Pfarrer Jörg Michas.

In seiner Begrüßung freute sich Köhler über den guten Zuspruch. Dieser zeuge von der Verbundenheit mit der politischen Gemeinde. Mit Blick auf die beiden musikalischen Vereine sagte er, man könne „für Gesundheit und Seele nichts besseres tun“ als den hier Tätigen nachzueifern. Neben unter anderem Ehrenbürgermeister Karl-Heinz Dietrich und dem Ehrenvorsitzenden der Gemeindevertretung, Werner Breitwieser, würdigte Köhler besonders „Kapitän Kunkel“, der das Gemeindeschiff durch die stürmische See steuere.

Ohne große finanzielle Mittel sei es in den vergangenen Jahren gelungen, mehrere Großprojekte auf den Weg zu bringen und teilweise schon zu verwirklichen. Köhler nannte hier unter anderem die Sanierung der Wünzer-Halle und das neue Feuerwehrhaus. Man habe ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Nicht alle Wünsche ließen sich erfüllen, nicht alle Vorsätze umsetzen. Getreu dem Motto „Der Glaube versetzt Berge“ sei aber vieles möglich, betonte Köhler.

Er selbst hatte, wie er betonte, „drei erfüllbare Wünsche“. Zum einen solle der Kommunalwahlkampf sachlich verlaufen, sodass man sich danach noch in die Augen schauen könne. Zum anderen wünschte sich der Vorsitzende der Gemeindevertretung, „dass viele Bürger zur Wahl gehen“. Und schließlich Zufriedenheit und Gesundheit für alle, damit man in einem Jahr wieder in diesem Rahmen zusammenkommen könne.

Die Odenwälder Apfelkönigin Sina Schmidt aus Wald-Michelbach freute sich, mit Prinzessin Melanie den ersten großen Termin seit Amtsantritt in ihrer Heimatgemeinde bestreiten zu können. Auch 2016 würden wieder viele Herausforderungen anstehen, sagte sie. Schmidt rief dazu auf, die Zukunft aktiv mitzugestalten und überreichte im Anschluss ein Präsent an Bürgermeister Kunkel.

„Nach Königin und Prinzessin kommt jetzt der Dorfpfarrer“, scherzte im Anschluss der evangelische Geistliche Jörg Michas. Er stellte seine Rede unter die Jahreslosung aus Jesaja: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Trost könne vielfältig gespendet werden, führte er aus. So auch durch die Verbundenheit mit seinem Heimatort.

In diesem Zusammenhang freute sich Michas über die Teilnahme von Flüchtlingen am Neujahrsempfang. Das zeige „dass sie hier eine Heimat finden wollen“. Es gebe in Wald-Michelbach eine gute Willkommenskultur, sagte der Pfarrer. „Wer getröstet wird, kann auch selbst trösten“, beschrieb er einen Multiplikatoreffekt. Michas rief dazu auf, die Mitmenschen zu achten und nach den Ereignissen von Köln „Besonnenheit zu wahren“.

Über die Entwicklung der Gemeinde informierte Bürgermeister Joachim Kunkel bei seiner Ansprache im Rahmen des Neujahrsempfangs. Dieser sei „eine gute Gelegenheit, etwas zurückzublicken und sich in angenehmer Weise auf das neue Jahr einzustimmen“, sagte er. Menschen, die sich für eine gute Entwicklung ihrer Heimatgemeinde einsetzen, hätten immer eine besondere Bedeutung, blickte er auf die vielen ehrenamtlich Tätigen.

In Wald-Michelbach „sind wir noch sehr viel mehr auf Menschen angewiesen“, die bereit seien sich einzubringen – in der Kommunalpolitik, bei den Feuerwehren, in den über 100 Vereinen und Verbänden, in den Institutionen, bei Sachthemen, Projekten oder sonstiger Art und Weise, so Kunkel. Diese Personen leisteten einen wesentlichen Beitrag, die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen.

Sein Dank ging deshalb an die Verantwortlichen sowie die Mitglieder der Vereine und Verbände, Hilfsorganisationen und Feuerwehren, die örtlichen Behörden sowie Kirchen und Schulen. „2015 war geprägt von Ereignissen, die uns doch alle sehr betroffen machen“, blickte Kunkel zuerst in die Welt hinaus. Viele Menschen würden Opfer von Krieg, Verfolgung, Vertreibung und Terror – „eigentlich unvorstellbar“.

In Wald-Michelbach gebe es bemerkenswert aktive Schulgemeinden und alle Schulen verfügten mittlerweile über beste räumliche Verhältnisse, schlug er den Bogen zur lokalen Ebene. „Es wird eine hervorragende Arbeit im Sinne unserer Kinder und Familien geleistet.“ Die Schulen seien „auf einem sehr guten Weg“.

Auf das umfassende Angebot im frühkindlichen Bereich und die „tolle vorschulische Arbeit“ in den Kindergärten könne man stolz sein. Mit den Angeboten im Freizeitbereich – auch den touristischen -, den Spielplätzen, dem Jugendtreff und den vielfältigen Aktivitäten der Vereine „können wir zurecht als familienfreundliche Gemeinde bezeichnen“, sagte der Bürgermeister.

Die enge Kooperation bei Wirtschaftsförderung und Tourismus zahlt sich laut Kunkel aus – es gebe eine Vielzahl von Maßnahmen, Projekten und Angeboten. Die in den vergangenen Jahren umgesetzten Groß-Projekte „haben alle den gewünschten Erfolg“. Ständig steigendende Besucherzahlen belegten dies.

Der Rathauschef erwähnte daneben die in diesem Jahr geplante weitere Gestaltung des Ortskerns. Bei einer Bürgerversammlung am 28. Januar gebe es dazu mehr Informationen. Auch stehe das Thema Drogerie-Markt an. 2015 habe man als eine von wenigen Kommunen einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können. Das gelinge auch in diesem Jahr, so Kunkel. Jedoch sei die finanzielle Ausstattung der Kommunen „keinesfalls ausreichend“.

Das „soziale Gewissen“ vieler Menschen habe funktioniert, als es um die Unterstützung des kleinen Aron ging, stellte der Bürgermeister erfreut fest. Dessen schwere Erkrankung „hat wohl die ganze Region betroffen gemacht“. Eine Welle der Hilfsbereitschaft sei entstanden. Feuerwehren seien ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens „und aus unserer Gemeinde nicht wegzudenken“. Ohne die Vereine wäre vieles nicht denkbar, lobte Kunkel deren „umfassendes Angebot in allen Bereichen“.

Es liege ein intensives Jahr hinter der Gemeinde. Die handelnden Akteure „haben viele gute, wichtige und in die Zukunft gerichtete Entscheidungen getroffen“, betonte er. Und die Arbeit werde nicht weniger. „Jeder ist gefragt, jeder kann seinen Beitrag leisten, jeder kann helfen, Wald-Michelbach weiter zu entwickeln und die Lebensqualität weiter zu erhöhen“, schloss Kunkel seine Ansprache.

Die aktuelle Situation der Flüchtlinge in der Überwald-Gemeinde beleuchteten beim Neujahrsempfang Bürgermeister Joachim Kunkel und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Nothung Köhler. Kunkel betonte nachdrücklich, „die Flüchtlinge haben es verdient, offen und herzlich empfangen zu werden“. Auch wenn man vor Ort nicht in die große politische Debatte eingreifen wolle, sei das Thema eine „riesige Herausforderung“, ergänzte Köhler. Er wünschte sich auf den entsprechenden Ebenen „kluge und nachhaltige Entscheidungen“.

Die, so Kunkel, seien vor Ort getroffen worden. Die dezentrale Unterbringung und die ehrenamtliche Betreuung funktionierten gut, sei ihm von den drei Koordinatorinnen bestätigt worden. „Darauf können wir stolz sein.“ Köhler nannte in diesem Zusammenhang die Patenschaften für die verschiedenen Unterkünfte, Kleiderstube und Koordination. „Dass alles relativ gut klappt“, liege an dem Einsatz der zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich um die inzwischen 119 Flüchtlinge in Wald-Michelbach kümmerten.

Köhler lobte die „äußerst konstruktive Zusammenarbeit“ mit dem Kreis Bergstraße. „Die Aufgaben werden noch größer“, sagte er. Es sei deshalb auf beiden Seiten Verständnis füreinander wichtig, damit die Integration klappe. Die Gemeinde wolle aus diesem Grund die Vereine bei ihren Bemühungen nach Kräften unterstützen. Denn dort, so Kunkel, funktioniere die Einbindung der Migranten am leichtesten und besten, wie die Erfahrungen zeigten. Er wies darauf hin, dass am 16. Februar der nächste Runde Tisch zu diesem Thema stattfinde.

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