Klangvoller Abschluss der ruhigen Festtage mit der Blasmusik Unter-Schönmattenwag

Der „dritte Weihnachtsfeiertag“, wie Dirigent Marcel Hamaekers den sich direkt anschließenden Sonntag nach den Festtagen nannte, war wie geschaffen für die Blasmusik Schimmeldewog, mit einem Konzert die geruhsamen Tage abzuschließen. In der katholischen Pfarrkirche boten die knapp 30 Musiker ein buntes Programm an Weihnachtsliedern, Spirituals, aber auch modernen Stücken und begeisterten damit die Zuschauer.

Die hatten schon einige Zeit vor Beginn die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf den Kirchenbänken saß man dicht an dicht, selbst die Empore war voll bis in die hinterste Ecke. Wer zu spät kam, fand nur noch einen Stehplatz vor. Mit dem imposanten Bläserklang war es den Musikern aber auch ein Leichtes, das Kirchenschiff bis in den letzten Winkel mit feinsten Tönen zu beschallen.

Nach ruhigem Einmarsch in die Kirche legte die Blasmusik gleich kräftig los. Bei Richard Wagners „Sei uns gegrüßt“, zu Ehren von König Friedrich August II. 1844 komponiert, schöpfte das Orchester gleich aus dem Vollen und gab vor, was in der kommenden Stunde folgen sollte: ein Konzert auf hohem musikalischen Niveau, bei dem die Mitwirkenden auch gerne einmal die eingetretenen Pfade des „klassischen“ Metiers verließen und damit teilweise Big-Band-Sound boten.

Die „Melodia d’Amore“ sah ein Wechselspiel der reinen Blechbläser Trompete, Tuba, Posaune oder Flügelhorn mit Saxofon, Klarinetten und Flören, das sich durch den Einsatz des Schlagzeugs immer mehr bis zu einem furiosen Finale steigerte. Zwischen den einzelnen Stücken führte Dirigent Hamaekers die Gäste in die Lieder ein und gab einige Erläuterungen – auch um den Musikern Zeit zu geben, ihre Instrumente an den durch die Temperaturunterschiede schwierigen Auftrittsort Kirche anzupassen.

Bei Beethovens Romanze mischten sich in den Refrain fanfarenartige Klänge, womit der homogene Klangkörper über den klassischen Blasmusik-Sound hinaus fast schon an eine Big Band herankam. Mit „Patria“ und „Jupiter’s Theme“ deckte das Orchester die komplette Bandbreite der Musikrichtungen ab. Letzteres, mit eher getragenem Beginn, bestach mit einem strahlenden, bombastischen Schlussakkord.

J.S. Bachs „Anna Magdalena’s Song“ in moderner Bearbeitung gewann durch den Schlagzeugeinsatz mächtig an Fahrt und kam sehr beschwingt daher. Wer meinte, mehr Swing geht nicht, der wurde durch das „Spiritual-Medley“ eines Besseren belehrt. Das bekannte „Nobody knows the trouble I‘ve seen“ mit einem Saxofon-Solo-Quartett leitete über zu einem Potpourri mit treibenden, fetzigen Rhythmen, bei denen wippende Füße und mitklatschende Hände zu beobachten waren, aber auch mit getragenen Melodien.

Einen Schwenk zu neuerer Musik unternahm die Blasmusik mit der „New festival music“ von Markus Götz. „The sound of my life“ von Otto M. Schwarz gewann nach dem leicht melancholischen Beginn durch den Schlagzeug- und Posauneneinsatz zusehends an Fahrt. Die Taschentücher durften gezückt werden beim Klassiker „The Rose“ aus dem Film über Janis Joplin mit Bette Midler in der Hauptrolle. Erst sehr getragen, setzten die Musiker dann mit allem, was die Lungen hergaben, klangvoll ein, ehe das Lied wieder langsam ausklang. Am Flügelhorn glänzte dabei Solist Manfred Kunkel.

Noch einmal weihnachtlich wurde ganz zum Schluss. Ein Set aus den bekanntesten Weihnachtsstücken läutete das große Finale ein. Die Aufforderung von Hamaekers zum Mitsingen ließen sich die Gäste bei Stücken wie „O du Fröhliche“, „O Tannenbaum“ oder „Stille Nacht“ nicht entgehen. „Auld lang syne“, besser bekannt als „Should auld acquaintance be forgot“, sorgte als Zugabe noch einmal für langanhaltenden Applaus. Bei diesem machtvollen Stück demonstrierte die Blasmusik Schimmeldewog noch einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens.

Von der Möglichkeit, für die Orchesterarbeit eine Spende zu hinterlassen, machten die Gäste nach dem freien Konzerteintritt beim Hinausgehen gerne Gebrauch. Viel Lob gab es außerdem für die Musiker: „Ein wirklich schönes Konzert“ oder „Das habt ihr gut gemacht“ war nicht nur einmal zu hören. Das kostenlose Glühwein-Angebot vor der Kirche („der muss weg, bevor es im Januar über 20 Grad gibt“, hatte zuvor Hamaekers geflachst) fand dankbare Abnehmer.

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