AWO-Vorsitzende Christine Engesser blickte bei der Weihnachtsfeier in Wald-Michelbach zurück auf die vielfältigen Aktivitäten im Jahr

Sehr erfreut zeigte sich Vorsitzende Christine Engesser, dass die AWO-Weihnachtsfeier mit mehr als 50 Besuchern gut besucht war. Neben einem Rückblick aufs zu Ende gehende Jahr kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz: Die OWK-Kindertrachtengruppe unter der Leitung von Christine Mann bereitete mit ihrem abwechslungsreichen Programm aus Tänzen, Liedern und Gedichten den Anwesenden viel Freude.

Engesser streifte in ihren Worten die vielen Konflikte auf der Welt, deren Folgen man auch in Deutschland ganz hautnah spüre. „Fast 60 Millionen Menschen fliehen vor Krieg, Gewalt und Hunger.“ Ein Bruchteil von ihnen „schafft es nach Europa und nach Deutschland“. Diese Entwicklung führe zu Verunsicherung und Ängsten. Immer weniger glaubten wie die Bundeskanzlerin glauben, „dass wir das schaffen“. Dazu gebe es diejenigen, die mit populistischen Parolen oder mit Angriffen auf diese veränderte Situation reagierten.

Mittlerweile seien etwa 100 Flüchtlinge in Wald-Michelbach untergebracht, spannte Engesser einen Boden zurück in den Ort. Glücklicherweise gebe es hier viele Menschen, die ihnen eine Chance geben wollten. „Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß.“ Es gebe viele Sachspenden und immer mehr Einwohner, die sich die Zeit nähmen, um den Flüchtlingen etwa als Paten oder Sprachlehrer zur Seite zu stehen.

Für die hier Ankommenden „ist es wichtig, die deutsche Sprache so schnell wie möglich zu lernen“, betonte die AWO-Vorsitzende. Es gebe mehrere ehrenamtliche Sprachkurse, „die aber keinen Intensivkurs ersetzen können“. Deshalb freue man sich sehr, dass demnächst ein solcher Kurs „endlich auch in Wald-Michelbach stattfinden wird“. Es gebe Bemühungen von Unternehmen in der Region und der Gemeinde, Praktika und Beschäftigungen anzubieten, um die Flüchtlinge an die Arbeits- und Berufswelt heranzuführen. Und Inzwischen auch den ersten Flüchtling, „der über eine Einstiegsqualifizierung eine Ausbildung zum Bäcker begonnen hat“.

Was die Integration erheblich erleichtere, sei die dezentrale Unterbringung. „Diesen Vorteil haben wir auf dem Land gegenüber den Massenunterkünften in vielen Städten.“ Bei allen Bemühungen um die Flüchtlinge „dürfen wir die vielen anderen nicht aus dem Blick verlieren, die ebenso hilfsbedürftig sind und unsere Unterstützung benötigen“, betonte Engesser. „Ja, es ist eine große Herausforderung, aber wir können das schaffen!“ Nachdem so viele Flüchtlinge neu angekommen seien, „werden wir bald noch weitere Sprachkurse anbieten“, kündigte die Vorsitzende an – in der Hoffnung, genügend Sprachlehrer zu finden. Auch würden noch Fahrräder gesucht.

Sie streifte daneben die Themen Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie und Soziales. Mit der Kleiderstube verfolge man nicht nur den sozialen Aspekt, „sondern wir wollen auch etwas gegen das schnelle Wegwerfen tun“. Das Angebot richte sich deshalb nicht nur an Flüchtlinge und Bedürftige, sondern an alle, „die den Lebenszyklus der Kleidungsstücke verlängern möchten“, indem sie gebrauchte Kleidung tragen und damit einen wichtigen Beitrag leisteten, Ressourcen zu schonen.

Mit Blick auf die AWO-Aktivitäten sagte sie, dass sich wie schon seit vielen Jahren die Teilnehmer des Mittwochs-Kreises 14-täglich zum gemütlichen Beisammensein träfen. Im Oktober habe der Jahresausflug zur Chrysanthema in Lahr stattgefunden. Erster Beigeordneter Peter Bihn überbrachte die Grüße der Gemeinde und würdigte das Engagement der AWO-Aktiven. Er machte darauf aufmerksam, dass ein immer noch enormer Verwaltungsaufwand Flüchtlingen den Weg ins Arbeitsleben nicht gerade leicht mache.

Engesser bedankte sich ihren Mitstreiterinnen im Vorstand für die sehr gute Zusammenarbeit: Doris Johann, Brigitte Slamal, Erika Vetter und Helene Reinhard. Seitdem man die beiden Projekte Kleiderstube und Flüchtlingshilfe begonnen habe, „gibt es für alle noch einiges mehr an Aufgaben und Arbeit“. Alle Vorstands-Mitglieder sowie Anja Gammelin-Werner, Ingrid Grabe, Monika Hartrampf, Silvia Unger, Annette Haaf, Brigitte Häußler arbeiten auch in der Kleiderstube mit.

Die Vorsitzende lobte auch das Deutschkurs-Team, das einen sehr wichtigen Beitrag leiste. Als Glücksfee bei der Verlosung fungierte Margarete Spamer, mit 94 Jahren das älteste anwesende Mitglied bei der Weihnachtsfeier. Jeder, dessen Los gezogen wurde, erhält zum Geburtstag ein Überraschungsgeschenk.

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