Besondere Adventswanderung in Gadern mit Theo Reichert: Wissenswertes über Belzenickel, Mehlweibchen, Knecht Ruprecht, Bolisbock und Schimmelreiter

Eine ganz besondere Adventswanderung bietet „Nachtwächter“ und Geopark-vor-Ort-Begleiter Theo Reichert anlässlich des Gaderner Weihnachtsmarkts an. Am Sonntag, 29. November, geht es um 14 Uhr ab der „Jägerslust“ von Gadern zur Tromm. Bei dieser vorweihnachtlichen Tour werden neben der Landschaftsführung auch alte, längst vergessene Weihnachtsbräuche und Gestalten vorgestellt, deren Ursprung bis weit in die vorchristliche Zeit reichen.

Laut Reichert werden daneben Themen zur Geologie, Natur und Historie angesprochen, hier im Speziellen die Geschichte des Ortes Gadern. Schwerpunkt ist aber das alte Brauchtum im Odenwald in der Vorweihnachtszeit. Speziell in der hiesigen Region haben sich dem Geopark-Begleiter zufolge viele alte heidnische Rituale mit dem christlichen Glauben vermischt und „wurden bis vor einigen Jahrzehnten noch praktiziert“.

Die dunkle Jahreszeit sei für die alten Germanen die Zeit gewesen, in der sich das Reich der Toten mit dem Reich der Lebenden vereinigte. Die Menschen glaubten, „Wotans wilde Horde jagt durch die Wälder“, Wald und Wassergeister kämen an die Oberfläche. Viele der vorchristlichen Sagengestalten hätten die Jahrhunderte überdauert und seien heute noch in alten Weihnachtsbräuchen zu finden, so Theo Reichert. So heiße der Heilige Nikolaus im Odenwald „Bensenickel“ oder auch „Belzenickel“. In einigen Gegenden gebe es auch den „Strohnickel“.

Woher die Namen dieser Gestalten kommen, wird laut Reichert bei dieser Führung erklärt ebenso wie die Herkunft anderer Figuren, die in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten sind: das Mehlweibchen, Knecht Ruprecht, der Bolisbock, der Schimmelreiter und der dreibeinige Bock. Aber auch auf die Geschichte der Weihnachts- oder Christbäume, die früher im Odenwald „Zuckerbaum“ hießen, geht Reichert ein. Die Weihnachtsbräuche in den einzelnen Gemeinden seien oft völlig verschieden, erläutert er: So gab es in evangelisch geprägten Orten ganz andere als in katholischen.

Info: Treffpunkt in Gadern, Gasthaus „Zur Jägerslust“, Sonntag, 29. November, 14 Uhr. Die Führung dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, kann aber bei widrigen Wetter verkürzt werden. Sie ist für Kinder, die noch an Nikolaus und Christkind glauben, nicht geeignet. Anmeldung erbeten unter Telefon 06207/5675 oder E-Mail karl-theo-reichert@t-online.de.

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