„Lachen macht einfach glücklich“: Seit fünf Jahren gibt es in Abtsteinach den Lachclub

Lachen ist gesund, weiß schon der Volksmund. Monika Roth kann das nur unterstreichen. Sie ist von der förderlichen Wirkung der Fröhlichkeit für das Allgemeinbefinden vollauf überzeugt. „Lachen zieht Kreise“, ist ansteckend, kann Konflikte entspannen, ist Roth überzeugt. Vor fünf Jahren gründete sie deshalb den Lachclub Abtsteinach, um ihre „glücklichen Erfahrungen“ zu teilen.

148 Mal traf sich die Gruppe bereits – wie auch diese Woche zur Jubiläumsfeier. Seit zwei Jahren finden die Treffen im früheren Gasthaus „Odenwald“ statt, das Roth inzwischen bewohnt und wo auch seit vergangenem Jahr die „Lachschule Odenwald“ zuhause ist. Vorher, schmunzelt sie, „gingen wir zum Lachen in Keller“. Nämlich in den des Rathauses, der erstes Domizil für den Lachclub war.

Lachyoga selbst, erzählt die 53-Jährige, blicke inzwischen auf eine 20-jährige Geschichte zurück. Dabei handelt es sich um eine Trainingsmethode, die bedingungsloses Lachen mit Yogischen Atemübungen (Pranayama) kombiniere. Es sei 1995 vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria begründet worden. Inzwischen gebe es etwa 7000 Lachclubs in 72 Ländern, davon 200 in Deutschland.

Roth stieß vor fünf Jahren zum Lachen. Damals machte sie eine Ausbildung zur Lachyoga-Leiterin und „war dermaßen begeistert, weil Lachen einfach glücklich macht“. Ihre Erfahrungen wollte sie in Form eines Lachclubs weitergeben. „Es brauchte eine gewisse Anlaufzeit“, blickt sie zurück. Denn in der Region seien solche Lachclubs noch eher unbekannt. Die nächsten fänden sich in Heidelberg und Bad König.

„Inzwischen sind es bei jedem Termin in Abtsteinach zwischen fünf und zehn Besucher“, sagt sie. Die kämen aus der Ecke zwischen Weinheim und Wahlen sowie Reichelsheim und Heiligkreuzsteinach. Bis auf Ferien- und Winterzeiten finde der offene Treff jede Woche, immer dienstags Punkt 18.29 Uhr (bis 19.31 Uhr) statt. Eine Stunde lang dreht sich dann alles ums Lachen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, alle Altersgruppen sind angesprochen.

Nach einer Aufwärmphase in Form eines Sing- und Tanzspiels starten die Teilnehmer laut Roth mit Lach- und Atemübungen aus dem Lachyoga. Der zehnminütigen Lachmeditation folgen Lachen und Stille im Wechsel. Zum Schluss gibt es eine Entspannungseinheit. „Es geht darum, an seine innere Lebensfreude ranzukommen“, verdeutlicht Roth.

Der Lachclub habe weder einen politischen noch religiösen Hintergrund, betont sie. Viele Besucher „nehmen auch aus gesundheitlichen Gründen teil“. Sie gewännen „in ihrer Krankheit damit Kraft und Stärke, mit der Situation umzugehen“. Die Teilnehmer könnten einfach sie selbst sein „und müssen sich in der Gruppe nicht verstellen“.

Monika Roth sieht deshalb im Lachclub auch eine soziale Komponente: „Jeder wird in der Gruppe so angenommen, wie er ist.“ Zwei ihrer Gäste seien sogar schon von Anfang an dabei „und fühlen sich heute viel wohler als damals“. Seit Anfang des Jahres „bin ich praktisch nur noch mit Lachyoga unterwegs“, verdeutlicht Roth die große Nachfrage – vor allem an der Bergstraße. „Ich sehe es auch als meine Lebensaufgabe an weiterzumachen“, sagt sie.

Zum einen geschieht dies auf betrieblicher Ebene: Über die IHK bietet Monika Roth Lachyoga im betrieblichen Gesundheitsmanagement an. An Privatpersonen richten sich unter anderen die VHS-Kurse „Lachyoga für Eltern und Kinder“ oder die Ausbildung zum Lachyoga-Leiter. Vor allem die Weinheimer lachen gerne, stellt Roth fest. Die dortigen Kurse im Schlosspark unter dem Gingko-Baum gehen im November bei freiem Eintritt bereits in die zweite Verlängerung, nachdem sie im Sommer eine so große Resonanz erfahren hatten. „Wir lachen bei jedem Wetter“, lächelt sie.

Info: http://www.lachschule-odenwald.de

 

Advertisements