Walking-Tag ist ein Auslaufmodell: Kneipp-, Kur- und Verkehrsverein Gras-Ellenbach will ihn 2016 nicht mehr durchführen

Den Walking-Tag wird es im kommenden Jahr nicht mehr geben. Die immer weiter schwindende Resonanz, die mit 15 Walkern in diesem Jahr ihren Tiefpunkt erreichte, bewog den Kneipp-, Kur- und Verkehrsverein, der Veranstaltung erst einmal eine Zwangspause zu verordnen. Stattdessen soll 2016 ein größeres Event zum 165. Jubiläum des Siegfriedbrunnens stattfinden, erläuterte dessen Vorsitzender Gerald Kessler in der Sitzung des Fremdenverkehrsausschusses.

Es habe sich bereits seit einigen Jahren gezeigt, „dass der Walking-Hype vorbei ist“, meinte Bürgermeister Markus Röth einleitend. Deshalb sei man dazu übergegangen, die Veranstaltung mit weiteren Angeboten zu bereichern – wie diversen Vereinsaktivitäten im vergangenen und dem Kreiswandertag in diesem Jahr. „Aber wir zählten trotzdem nur 15 Walker.“

Da es 2016 keinen Kreiswandertag als attraktivitätssteigernden Zusatz mehr gebe und „Walking es nicht mehr rausreißt“, wäre es laut Röth „nicht sinnvoll“, den Walking-Tag in der aktuellen Form aufrecht zu erhalten. Das sah auch Gerald Kessler so. Es stecke viel ehrenamtliches Engagement und stundenlange Vorarbeit in dem Event – diese stehe in keinem Verhältnis mehr zum Ergebnis. Dazu komme, dass nur 50 Wanderer aus dem Kreis nach Gras-Ellenbach gekommen seien.

„Enttäuschend“, lautete somit Kesslers Fazit – auch finanziell für alle Beteiligten. 60 Euro blieben beim KKVV hängen, sagte Sylke Teichert ergänzend, 80 Euro bei einem anderen Verein. Röth pflichtete Kessler bei. Wenn die Resonanz so schlecht sei, „ist das einfach unbefriedigend“. Denn die Vorbereitung der Veranstaltung schlage sich in diversen, zeitintensiven Sitzungen nieder.

Für ihn und seine Vorstandskollegen, sagte Kessler, sei das Thema Walking zumindest für 2016 „tot“. Eventuell könne man zu einem späteren Zeitpunkt mal wieder darüber reden. Stattdessen solle im kommenden Jahr das Jubiläum 165 Jahre Siegfriedbrunnen begangen werden – mit einem völlig anderen Konzept.

Kessler stellte sich dabei verschiedene Stationen vor. Start könnte an der Heimatbühne mit einem Stück des Kindertheaters sein. Von dort aus werde das Thema Nibelungen an mehreren Orten, so dem Brunnen, aufgegriffen, um an der Grillhütte in der Strieth seinen Abschluss zu finden. Hier wäre ein kleiner Festakt unter musikalischer Begleitung möglich.

Unterstützung werde es bei diesem Event wieder von der Zukunftsinitiative Überwald (ZKÜ) geben, sagte deren Geschäftsführer Sebastian Schröder. Auch er bezeichnete beim Walking-Tag „den Aufwand im Verhältnis zum Ertrag als viel zu groß“. DIE ZKÜ werde sich um Fördermittel für 2016 kümmern. Es gebe daneben die Idee, eine historische Atmosphäre rund um die Veranstaltungsorte zu schaffen.

Wie diese genau aussehen soll, will man in Gesprächen zwischen Kneipp-, Kur- und Verkehrsverein, ZKÜ und Gemeinde noch klären. Kessler könnte sich eine musikalische Untermalung an den einzelnen Stationen, vielleicht auch Gaukler oder Feuerspucker vorstellen. Einen kompletten historischen Markt möchte er nicht auf die Beine stellen. Wie Bürgermeister Röth abschließend sagte, werde sich die Gemeinde in diese Veranstaltung sicherlich einbringen. Vom Ausschuss wurde das Vorhaben einstimmig gut geheißen.     (Bild:Scheuber)

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