Den Regionalmarkt soll es auch im nächsten Jahr geben: Backtag zusammen mit Schlachtessen und regionalen Produkten fand in Wald-Michelbach eine gute Resonanz

Neben Brot und Kuchen gab’s auch einige regionale Produkte obendrauf: An den letzten Backtag in diesem Jahr, ausgerichtet von Heimat- und Museumsverein sowie Überwälder Landfrauen, war wieder ein kleiner Regionalmarkt angeschlossen. Säfte, Marmeladen, Brände oder auch Honig gab es am Samstag vor der Hofwiese beim Einhaus zu erstehen. Zusammen mit einem deftigen Mittagessen, das zahlreiche Abnehmer fand.

Der Backtag ist immer ein Renner: Exakt 106 Ein-Kilo-Brotlaibe schob Gundolf Reh, der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, in den Ofen des Backhauses. Da dieser einige Zeit zum Vorheizen braucht, wurde er schon am Vortag angeworfen. Zweieinhalb Stunden dauerte die Befeuerung mit Holz. So wurde der Backofen am ersten Tag auf 560 Grad vorgeheizt, ehe er wieder runterkühlte, damit die Zweipfünder-Brote reingeschoben werden konnten.

Die zweieinhalb Stunden Vorlaufzeit brauchte es auch am Samstag. Weswegen Reh schon frühzeitig am Ofen stand, damit ab 10 Uhr die Sauerteigbrote noch dampfend und herrlich duftend fertig waren. Sie bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. Die dicke Kruste entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Die Qualität ist bekannt, schnell bildeten sich Schlangen an der Ausgabe: Innerhalb kürzester Zeit ging die Samstags-Brot-Fuhre wie die berühmten warmen Semmeln über die Theke. Der Teig dafür wurde kostenlos von der Bäckerei Lipp zur Verfügung gestellt – „nach einem alten Rezept aus dem Jahr 1872“, so Reh. Im Einhaus gab‘s das Sauerteigbrot auch mit Aufstrich: entweder süß in Form von selbstgemachter Marmelade oder eher deftig mit Kochkäse.

Die meisten Besucher, beobachtete ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder, waren dann auch zwischen 10 und 12.30 Uhr da. Denn ab 11.30 Uhr ging’s nahtlos kulinarisch weiter. Heinz Fischer bot ein Schlachtessen mit Fleischsuppe, verschiedenen Würsten, Rippchen und Sauerkraut an. Motto: „All you can eat“. Die 96 Portionen fanden dankbare Abnehmer. Der Erlös ging an den Museumsverein.

Die Tische „waren über Mittag voll besetzt“, sagte Schröder. Denn danach winkte auch gleich der von den Landfrauen hergestellte Apfel- und Streuselkuchen, wie bei jedem Backtag ein Renner. Drei Bleche mit je 40 Stück Kuchen kamen in den Ofen. Den Erlös wollen die Landfrauen dem leukämiekranken Aron aus Wald-Michelbach spenden. Auch einige Ausflugsgruppen, die mit der Draisinenbahn nach Wald-Michelbach gekommen waren, nutzten das reichhaltige Angebot.

Aus Hammelbach war Bernhard Jochum mit seinen Schnäpsen, Bränden und Likören sowie Schinken vor Ort. Rolf Schürmann von der gleichnamigen Imkerei aus Stallenkandel, auch schon vergangenes Jahr dabei, hatte seine diversen Honigsorten im Angebot. Beim Stand des Nibelungencafés vom Hotel Gassbachtal gab’s Petits Fours, leckere Kleinigkeiten: Kekse, Lebkuchenherzen oder Pralinen.

Aus Heddesbach wurden die verschiedenen Getränke von Fruchtsaft Falter angeboten, aus Kreidach waren die Johanns mit Nüssen, Marmeladen, Plätzchen und Gelees vertreten. Letztere waren schon früher, als es in Wald-Michelbach noch einen monatlichen Markt gab, mit ihren Produkten immer dabei. Günther Roßbach, Walter Marquardt und Hermann Fath führten das alte Handwerk des Dengelns vor. Und sie boten daneben an, dass Interessenten ihre Sensen mitbringen und schärfen lassen oder unter Anleitung selbst dengeln konnten.

„Wir werden diesen Regionalmarkt, bei dem die Anbieter keine Standgebühr zahlen, sicherlich fortführen“, meinte Sebastian Schröder. Die ZKÜ werde ein entsprechendes Angebot für 2016 wieder zusammenstellen. Allerdings wolle man in einem eher kleinen Rahmen bleiben. Angepeilt sei als Termin immer der letzte Backtag im Jahr. „Die Besucher genießen es, sich nach dem Brotkauf erst einmal hinzusetzen, etwas zu essen“, so Schröder. Und später dann auch noch ein paar andere, passende Dinge einzukaufen. Wichtig sei es, auf der Hofwiese ein passendes Gesamtarrangement zu haben.

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