Eintracht Wald-Michelbach hält beim Benefizspiel gegen den SV Waldhof Mannheim gut mit

Sebastian Haag ist hoch zufrieden: „Das war für die Zuschauer eine interessantes Partie“, sagte der Eintracht-Trainer über das Freundschaftsspiel gegen den SV Waldhof Mannheim. Auch wenn die Einheimischen letztendlich 0:2 verloren (wir berichteten), „hatten wir in den ersten 20 Minuten die Nase vorn“. Das Sportliche war allerdings an diesem Abend sowieso zweitrangig, ging doch der Erlös an die Benefizaktion „Wir für Aron“, um dem an Leukämie erkrankten Neunjährigen zu helfen.

Arons Vater Kai Fischer war am Mittwochabend auch unter den zahlreichen Zuschauern (die Vereinsschätzung lag bei 800 bis 850 Gästen). „Ich bin total begeistert, dass unter der Woche und dazu noch bei schlechtem Wetter so viele gekommen sind“, sagte er. Hier zeige sich wieder einmal die verbindende Wirkung von Sport in der Gesellschaft. Dass mit Nico Hammann und Hans-Jürgen Boysen zwei prominente Fußballer dabei waren, bezeichnete Fischer als „einfach toll“.

Die Eintracht „ist mein Heimatverein, hier habe ich selbst als Kind angefangen, Fußball zu spielen“, stellte Fischer seine besondere Verbindung zum Verein heraus. Deshalb habe das Benefizspiel für ihn selbst auch eine ganz persönliche Note. Was die Verantwortlichen innerhalb weniger Wochen auf die Beine gestellt hätten, sei beispielhaft. „Das soziale Gewissen funktioniert im Überwald“, pflichtete ihm Bürgermeister Joachim Kunkel bei. Die Unterstützung in der Region sei „unglaublich“.

„Die Mannschaften sind sehr engagiert und mit großen läuferischem Pensum ins Spiel gegangen“, zollte Hans-Jürgen Boysen den beiden Teams Lob. Der ehemalige Bundesligaspieler und heutige Trainer machte den Akteuren „ein Riesenkompliment“. Das einzige, was fehlte, „waren ein paar Tore mehr“. Es hätte am Schluss „genauso gut 6:2 stehen können“, spielte er auf die Chancen an. Boysen hob die „tolle Resonanz“ in der Bevölkerung trotz des schlechten Wetters hervor.

Eintracht-Vorsitzender Peter Bihn zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Spiel“. Seine junge Verbandsliga-Mannschaft habe gegen den Regionalliga-Tabellenführer gut mitgehalten. Die Begegnung sei eine „klasse Werbung“ für den Verein. „Waldhof hat die Partie ernst genommen“, zollte er den Mannheimern Respekt, an ihrem einzigen freien Trainingstag in der Woche für die gute Sache in den Odenwald gekommen zu sein. Ohne die vielen Sponsoren habe man die Veranstaltung gar nicht durchführen können, so Bihn. Dank der großen Unterstützung wurden knapp 50 Preise für die Tombola gesammelt, deren Erlös ebenfalls an den Spendenaktion ging.

„Am Anfang spielte die Eintracht sehr gut“, stellte der Vorsitzende fest. Was auch Trainer Haag so sah: „Da hatten wir zwei 100-prozentige Torchancen.“ In einem Punktespiel, sagte er, „müssen die rein“. Das Ergebnis wertete Haag als „völlig in Ordnung“. Denn in der zweiten Hälfte „war der Zwei-Klassen-Unterschied deutlich“. Die Begegnung sei ein guter Test fürs Rundenspiel am Samstag gegen RW Darmstadt gewesen.

„Einfach wunderbar“ ist laut Bürgermeister Kunkel das, was im Dienste einer guten passiere. Die beste Botschaft „stand schon in der OZ zu lesen“: dass ein Stammzellenspender für den kleinen Aron gefunden worden sei. „Beide Mannschaften haben einen super Fußball gespielt“, bei dem die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen seien, so der Bürgermeister.

Das sah auch der „Blasse Bertram“ Roland Junghans so. Der Gag-Schreiber von Bülent Ceylan und Moderator des Fußball-Abends bezeichnete die Benefizaktion als „Demonstration des guten Fußballs“. Die Eintracht habe ein „hervorragendes Spiel“ abgeliefert und dem SVW zeitweise Paroli geboten. Er kündigte an, dass Ceylans Comedy-Figur „Harald“ in der Rückrunde des neue SVW-Maskottchen sein werde. „Wir drehen schon die Videoeinspielungen“, verriet er den Zuschauern.

Das Halbzeitpausen-Gewitter hatte zwischenzeitlich den Terminplan etwas durcheinander gewirbelt. Die Zumba-Tanzaktion des ZClubs von Nina und Sascha Schmitt aus Fürth konnte allerdings stattfinden. 20 Tänzerinnen zeigten auf dem Platz ihr Können. Die Verlosung der Tombolapreise fand erst nach dem Spiel statt. In wochenlanger Vorarbeit hatten Josef D’Apuzzo und seine Mitstreiter verschiedene prominente Fußballvereine auf der Suche nach Devotionalien abgeklappert.

So kamen etwa ein von allen Spielern signiertes Bayerntrikot sowie andere von Eintracht Frankfurt, Darmstadt oder Hoffenheim in den Tombolapool. Dazu noch etliche Eintrittskarten für Spiele etwa von Sandhausen oder den beiden Frankfurter Teams. Dass die Waldhöfer „ohne jegliche Gage antreten, ist ihnen hoch anzurechnen“, sagte D’Apuzzo. Außerdem sei das Benefizspiel vom SVW beim vergangenen Rundenspiel und im Internet-Auftritt des Vereins groß beworben worden.

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