Hammelbacher Kulturbüro bringt viel Leben in den Ort – 50. Treffen

„Ich habe noch keinen Moment ans Aufhören gedacht“, machte Reimund Bach fast beiläufig deutlich, wie sehr ihm das „Kulturbüro“ in Hammelbach ans Herz gewachsen ist. Er wünschte sich bei der Feier zum 50. Treffen, dass diese ehrenamtliche Initiative noch mindestens vier oder fünf weitere Jahre bestehen möge. „Wenn du das organisierst, bestimmt“, drückte Claudia Felske stellvertretend das Lob der Engagierten für Bachs Arbeit aus.

Felske war es auch, die mit einigen Tanzbegeisterten einen Programmpunkt zum Jubiläumstreffen beisteuerte. Unter ihrer Leitung waren – auf dem Tanzplatz hinter dem Aicher Cent – französisch-keltische Reigentänze einstudiert worden, die jetzt zur Aufführung kamen. Nicht nur von denen, die zuvor geübt hatten, nein, alle Anwesenden wurden quasi „zur Teilnahme verpflichtet“. Viel Spaß hatten dabei Naya, Merana und Heba, die drei Töchter des syrischen Flüchtlings Mohammad.

Der war ebenso wie seine Landsmänner Rabee und Abdul dabei, um mit syrischem Gesang einen Teil zum abendlichen Programm beizusteuern. Ein Metalltablett diente dabei als willkommenes Perkussionsinstrument. Zwischendurch standen das gemütliche Beisammensein und der gemeinsame Austausch über mehr als vier Jahre Kulturbüro im Mittelpunkt. Nach und nach trudelten die Gäste ein, sodass später eine stattliche Runde zusammensaß. Auch Bürgermeister Markus Röth gesellte sich dazu und stieß mit den Aktiven auf das 50. Treffen an.

Reimund Bach ehrte dabei auch „symbolisch für alle anderen“ zwei „Ur-Hammelbacher mit Kontakten in die weite Welt“ und tragende Säulen der Initiative: Rosel Jennewein und Fritz Röth „geben Tipps, engagieren sich, stehen immer parat“, lobte er. „Wir erfahren durch beide eine große Unterstützung.“ Für sie gab es einen speziellen Kulturbüro-Wein. Bach wies daneben darauf hin, dass es zum Jubiläum Kulturbüro-T-Shirts gebe, die über ihn geordert werden könnten.

„Zehn bis 20 Personen aus einem Kreis von 30 bis 50 sind wir in wechselnder Besetzung bei jedem Treffen“, erläuterte Bach. Die Idee zur Gründung kam ihm rund um das Weihnachtsfest 2010. „Da lag ich mit einem Magen-Darm-Infekt im Bett und hatte viel Zeit zum Nachdenken.“ Der Kopf war leer „und somit gab es viel Platz für neue Gedanken“. Denn leer sei auch der Ort gewesen, man habe auf den Straßen nur noch wenige Leute getroffen.

Außerdem machte zu dieser Zeit das nebenan gelegene Gasthaus „Zum Ochsen“ zu. Somit drohte Hammelbach Bachs Worten zufolge in eine Abwärtsspirale zu rutschen. „Was fehlte, war ein Treffpunkt, wo man zwanglos hingehen kann.“ Gesagt, getan: Mit dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Trauzimmer habe es sich anfänglich noch etwas zäh gestaltet, da es etwas ab vom Schuss lag. Aber der Umzug im Laufe des Jahres 2011 in die jetzigen Räume in der Weschnitzer Straße 2 habe sich positiv ausgewirkt. „Hier sind etliche Aktionen entstanden“, so Bach.

Unter anderem nannte er den kostenlosen Bücherschrank. Und als eine Art „Spin-off“ habe sich aus dem damaligen Thai-Catering von Michael und Thitima Müller bei der Einweihung die Eröffnung des Thai-Hauses im Aicher Cent entwickelt. Das Kulturbüro brachte sich laut Bach daneben in der katholischen öffentlichen Bücherei ein, koordiniere die Hammelbacher Traumnacht-Aktivitäten, unterstütze den Klangwanderweg, unternehme Ausflüge und organisiere freitägliche Vortragsreihen. „Die Flüchtlingshilfe Hammelbach ist ebenfalls hier entstanden“, führte er aus. Daneben gebe es Pflegepaten für gemeindlichen Grundstücke. „Über 100 Aktivitäten in den ersten zwei Jahren“, zählte Bach deshalb.

„Hier passiert immer was“, gebe es im Kulturbüro einige gewisse Eigendynamik. Er selbst, so Bach, organisiere das Treffen und stelle die Getränke bereit. „Was dann am jeweiligen Abend entsteht, ist spontan“. Es gebe viel Input von außen. Nach der „Durststrecke“ zu Beginn „sind wir jetzt mitten im Geschehen“, sagte er. Das habe seinen Vorteil darin, „dass die Leute auf uns zukommen“.

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