Robbie Williams, wie er leibt und lebt: Die Coverband „Supreme RW“ war am zweiten Abend des Steinbachwiesen Open-Airs zu Gast

Robbie Williams in den Steinbachwiesen? Optisch und akustisch auf jeden Fall. Der englische Superstar wurde fast perfekt ersetzt von Mario Nowack, dem Sänger der Coverband „Supreme RW“. Beim Open-Air des FC Fürth wirbelte, stolzierte und schlich er über die Bühne wie der Entertainer himself, kopierte den Meister bis ins letzte Detail. Nur mehr Zuschauer hätte der zweite Eventabend verdient gehabt.

Mario Nowack machte den Robbie: Gestik, Sprache, Theatralik und Bühnendeko stimmten 1:1 mit der Show des großen Vorbilds überein, wenn man mal die immer wieder auftretenden, störenden Rückkopplungen außer Acht ließ. Die vier Mitmusiker auf der Bühne waren ebenfalls Meister ihres Fachs, auch wenn sie im Schatten des begnadeten Entertainers standen. Ein druckvoller Sound, bei dem jeder Ton stimmte, harte Gitarrenriffs, aber auch sanfte Keyboard-Balladen bildeten das Erfolgsgerüst des Abends.

Der typische Robbie-Humor und die einprägsamen Bewegungsabläufe durften ebenfalls nicht fehlen, damit der perfekte Klon entstand. Mit breiter Brust stolzierte Nowack von links nach rechts und hielt dabei die Zuschauer bei Laune. Und das, wie sollte es anders, sein, mit der Wortwahl des Entertainers, ausgefeilt mit breitem britischem Zungenschlag.

Nonstop feuerten „Supreme-RW“ die ganze Bandbreite an Robbie-Williams-Songs ab: seien es die Hits aus der Zeit mit „Take Take“, Ausflüge in die Swing-Ecke oder – natürlich – die zahllosen Welthits, die der Engländer im Laufe seiner über 20-jährigen Solokarriere auf die Bühne brachte. Nach einem Dreier-Set zu Beginn folgte dann gleich das namensgebende Stück: Mit „Supreme“ rockte die Band das Steinbachwiesen-Areal. Viele Gäste hatten den Text oder zumindest den Refrain parat und ließen sich mitreißen.

Mit einem lapidaren „It’s getting hot“ erfreute Nowack dann die weiblichen Fans: Das Hemd musste fallen und er ließ Haut und Tattoos sehen. Das folgende „Rock DJ“ mit authentischer Animation war ein weiteres Highlight. Wie auch „Come undone“, das einem kurzen „Take-That-Intermezzo“ folgte. Nowack hatte sich dazu die kleine Bühne mitten im Publikum ausgesucht. Auf der stand eigentlich schon Andrea, und die wurde – ehe dass sie wusste, wie ihr geschah – gleich miteinbezogen. Beide dirigierten das Publikum bei den Mit-Sing-Passagen.

Mit „May I have a beer“ startete ein weiterer Klassiker, „Feel”. Erst einmal aber wurde allen zugeprostet – „Cheers“ -, ehe die ersten Töne des Stücks für Begeisterung bei den Fans sorgten: Gleich an den anfänglichen Keyboardtönen wurde es erkannt. Wieder nutzte Nowack den kleinen Drei-mal-Drei-Aufbau auf der Wiese, um das Publikum zu dirigieren, zum Mitsingen zu animieren und eine große Show zu abliefern.

Ein dynamisches „Vertigo“ oder der Superhit „Angels“, bei dem viele Feuerzeuge und leuchtende Smartphones den Chor unterstützten, durften bei dem zweistündigen Konzert natürlich nicht fehlen. Auf einen der größten Robbie-Hits, das machtvolle „Let me entertain you“, mussten die Gäste bis zur Zugabe warten. Es unterstrich noch einmal die perfekte Show der Band. Gerade in der zweiten Hälfte ging so richtig die Post ab. Nachdem die Zuschauer mit der Band warm geworden waren, hatte Nowack das Publikum fest im Griff.

Von einem „fantastischen Festival in einem einzigartigen Ambiente“ sprach Kurt Schmitt, der Eventmanager beim FC Fürth. Recht hatte er. Das Rund vor der Bühne war durch die Anordnung der Gastro-Stände im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache. Die hohen Bäume, stimmungsvoll in lila, blau oder grün angestrahlt, sorgten für beste Konzertatmosphäre. Dass ringsum Wohnbebauung ist, war überhaupt nicht zu bemerken.

„Die Leute waren an beiden Abenden hin und weg“, freute sich Kurt Schmitt vom FC über die mehr als gute Resonanz auf die Konzerte mit der AC/DC-Coverband „Barock“ und eben „Supreme RW“. Dass es letztendlich doch nicht so viele Gäste waren wie erhofft, führte er auch auf die vielen Konkurrenzveranstaltungen an diesem Wochenende zurück. Auch „sind die beiden Bands im Odenwald noch nicht so bekannt“.

„Wir bauen das Festival beständig auf, es muss sich weiter rumsprechen“, gab Schmitt als Marschrichtung vor. Es solle für die Zukunft einen festen Platz im Veranstaltungskalender bekommen. „Wir wollen die besten Bands bringen, die wir uns leisten können“, so Schmitt. Die Unterstützung der lokalen Sponsoren biete dem Verein die Möglichkeit, dieses ambitionierte Vorhaben zu stemmen.

Der „Nähe zur Region“ mit jungen Lokalmatadoren als Vorgruppe ist laut Kurt Schmitt „das richtige Konzept“. Das wolle man beibehalten und ihnen eine Plattform bieten. „Vielleicht steht dann in zwei oder drei Jahren eine von den Newcomer-Bands als Top-Act hier oben auf der Bühne“, erhoffte er sich. Gleichzeitig sei der Auftritt vor größerem Publikum „eine Motivation für die Bands“. „Monkey on XTC“ am Freitag und „Theory of Mind“ seien super angekommen.

Auch von der Robbie-Williams-Coverband habe er eine sehr positive Rückmeldung über den Auftritt erhalten, sagte der FC-Mann. „Die waren total angetan davon, dass wir mit einer relativ kleinen Zahl von Leuten eine solch super Stimmung gemacht haben.“

„Das Steinbachwiesen Open-Air wird es definitiv im nächsten Jahr wieder geben“, betonte Schmitt. „Wir wollen es im vorderen Odenwald etablieren.“ Das T-Shirt mit dem Krebs als eigenem Logo, in diesem Jahr erstmals für die Helfer verfügbar, wolle man für nächstes Jahr vielleicht als Konzert-Souvenir für alle gestalten.

Schmitt kündigte an, dass die Planungen für kommendes Jahr wieder „ein spektakuläres Event“ erwarten ließen. Die Vorbereitungen seien bereits angelaufen. Gestern waren 40 ehrenamtliche Helfer erst einmal damit beschäftigt, das Geländer wieder tipp-topp herzurichten. „Ohne die Hilfe der Vereinsmitglieder wäre eine solche Veranstaltung gar nicht zu stemmen“, betonte er. Denn auch an den beiden Konzertabend waren je 50 Helfer im Einsatz. Inzwischen, freute sich Schmitt, „bekommen wir sogar schon Fragen von Nichtmitgliedern, ob sie helfen können“.

 

 

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