Verein Luna plant am 30. August ein großes Kräuterfest – „Hühnermobil“ soll helfen, die Produktion von Öko-Eiern anzukurbeln

Der Verein Luna aus Kocherbach hat in der nächsten Zeit Großes vor. Bei einer Mitgliederversammlung im Gasthaus Lamm Affolterbach skizzierte der Vorstand die anstehenden Projekte. Zweien von ihnen, dem Sommer-Kräuterfest am 30. August und dem „Hühnermobil“, stimmten die Versammelten zu. Für das dritte und größte, der kommenden Ausrichtung als landwirtschaftlicher Betrieb mit eigenen hauptamtlichen Geschäftsführer, wünschten sich die Mitglieder mehr Bedenkzeit und zusätzliche Infos.

„Landwirtschaft umweltverträglich nachhaltig artgerecht“: Dafür steht der Begriff „Luna“. Seit der Gründung Ende November vergangenen Jahres wurde der Verein von Nachfrage und Resonanz fast schon „überrollt“. Immer mehr Privatpersonen und Organisationen möchten ökologisch zu bewirtschaftende Flächen zur Verfügung stellen. Im Januar 2016 könnten so 20 Hektar zusammenkommen. „Diese müssen aber auch bewirtschaftet werden“, so Schriftführer Bernhard Schmitt. Die Hühnereier aus Freilandhaltung sind mit schöner Regelmäßigkeit rasend schnell ausverkauft, berichtete er.

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Absolut begeistert ist der Vorstand von einer „einmaligen Chance“: Das Forstamt Beerfelden habe Luna das Dürr-Ellenbacher Tal mit seinen über 50 Hektar zur Pacht angeboten, teilte Schmitt mit. Die sich daraus ergebenden Chancen seien gewaltig, führte er aus – hätten aber auch mehr oder weniger eine grundlegende Umwandlung des Vereins in ein mittelständisches Unternehmen als Voraussetzung.

„Die Zeit rennt uns leider davon“, betonte Schmitt die Dringlichkeit. Denn eine Festlegung dieses Vereinszwecks – dann mit einem Betriebsleiter – könne nur bis zu einem Jahr nach Gründung erfolgen – was wiederum Ende November sei. Auf Vorschlag aus der Versammlung sollen nun über den Sommer hinweg zwei Konzepte entstehen: eines analog der Vorstandsvorschläge und ein alternatives, das Kooperationen mit Externen (Landwirten/Bauern) vorsieht, die im Auftrag oder in Zusammenarbeit mit Luna tätig werden.

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Denn in der engagierten Diskussion während der Versammlung, die der zweite Vorsitzende Heinz Trautmann moderierte, wurde deutlich, dass ein gewisser „Personalmangel“ befürchtet wird. „Ich finde die Vorhaben von Luna sehr gut und möchte sie unterstützen, aber mir fehlt die Zeit, mich weitergehender einzubringen“, lautete eine beispielhafte Aussage, die auch Richtung „Hühnermobil“ zielte.

Unter diesem Gefährt ist allerdings kein rollender Eierverkauf zu verstehen, erläuterte Schmitt. Vielmehr geht es um eine Ausweitung der bisherigen Produktion, um der Nachfrage Rechnung zu tragen. 150 Stück Federvieh zusätzlich lassen sich nicht mehr im schon bestehenden Gehege in Kocherbach unterbringen. Schmitt schätzt die Investitionskosten auf etwa 5000 Euro. „Aber durch den Eierverkauf amortisiert sich diese Summe schnell“, betonte er, weswegen er auch beim Bau des Anhängers in finanzielle Vorleistung gehe.

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Der Hühnermobil-Anhänger soll es laut Schmitt erleichtern, die Hühner auf verschiedenen Wiesen „einzusetzen“. Natürlich in Öko-Freilandhaltung mit Weidezaun-Netzen. Denn es biete nächtlichen Rückzugsraum sowie Schutz gegen Fuchs und Marder, diene gleichzeitig aber auch als Futterstelle. „Wenn ein Stück abgegrast ist, komme ich mit dem Bulldog, hänge das Mobil dran und ziehe es 300 Meter weiter zur nächsten Fläche“, erklärte er. So könnten die einzelnen Wiesen regenerieren.

Zur Betreuung der Hühner müssten allerdings auch „Hühnerpaten“ her, die morgens und abends nach dem Rechten schauen. Nach anfänglicher Diskussion über das Wie fanden sich einige Versammlungsteilnehmer, die diese Arbeit übernehmen würden. Auf diese Weise, sagte Schmitt, ließen sich im Monat etwa 5000 Eier erhalten und die Nachfrage decken. Denn „weitere Anfragen aus der Gastronomie können wir derzeit nicht beliefern“.

Nach der Begrüßung durch Vorsitzende Karin Schmitt blickte ihr Mann auf das bisherige Schaffen zurück. Die Mitgliederzahl habe sich seit Gründung auf 50 verdoppelt. „Mit der Nachzucht seltener Hühnerrassen sind wir erfolgreich.“ Die künftigen Streuobstwiesen „mit unseren Honigbienen“ seien bereits eingemessen. Am Ortseingang von Kocherbach sei ein Kräutergarten „mit toller Trockenmauer und neuen Sitzbänken“ entstanden. „Weit über 500 Arbeitsstunden sind bisher geleistet worden“, sagte Schmitt, „und es hat Spaß gemacht“.

Für das geplante Fest am 30. August konstituierte sich auf der Versammlung ein Festausschuss. Geplant ist der Verkauf von Backwaren und Gartenkräutern, aber auch Allerlei Fleischlichem mit Kräuterquark dazu. Nicht zu vergessen die Roggenstöllchen mit Kräuterschmand unter dem Namen „Lunis“. Ort wird das Dorfgemeinschaftshaus sein.

Der Bio-Eier-Verkauf im Hofladen „läuft sehr gut“, berichtete Pia Wiemer. Sie begrüße auch viele auswärtige Gäste. „Wenn ich um halb drei aufmache, sind um halb vier schon alle Eier verkauft“, zeigte sie die große Nachfrage auf. Aus der Runde kam der Vorschlag, die Produktpalette zu erweitern, was begrüßt wurde. Bernhard Schmitt will dies nun in punkto Lebensmittelrecht abklären.

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