„Leute, geht hin!“: Zweitliga-Fußballer Nico Hammann nimmt an der Typisierungsaktion teil

Mit Nico Hammann nimmt auch ein prominenter Sohn der Gemeinde an der Typisierungsaktion in Wald-Michelbach teil (Sonntag, 19. Juli, 11 bis 16 Uhr, Rudi-Wünzer-Halle). Der 27-Jährige läuft seit Anfang Juli für den Fußballzweitligisten SV Sandhausen als rechter Verteidiger auf. In seiner Jugend war Hammann beim SV Affolterbach und bei der SG Wald-Michelbach aktiv, spielte später in Hoffenheim, Kaiserslautern und zuletzt in Magdeburg.

„Leute, geht hin! Umso mehr da sind, umso größer ist die Chance, dass geholfen werden kann und ein geeigneter Stammzellenspender für Aron gefunden wird“, appelliert er an seine Mitbürger, es ihm nachzutun. „Alle aus meinen Freundeskreis in Affolterbach haben schon angekündigt, dass sie mitmachen“, freut er sich über die große Resonanz.

Seitdem Hammann Anfang Juli von Magdeburg nach Sandhausen wechselte, kann er wieder häufiger seine Heimatgemeinde besuchen. „Immer wenn ich in Wald-Michelbach bin, treffe ich mich mit meinen alten Freunden“, erzählt er. Und natürlich war dort auch das Schicksal des achtjährigen Aron Thema, der an einer besonders heimtückischen Art des Blutkrebses erkrankt ist.

Beim Familientag des SVS am Samstag, 18. Juli, ab 12 Uhr im Hardtwaldstadion soll mit Infozetteln noch einmal kräftig Werbung für die Registrierungsaktion gemacht werden, verspricht Hammann. Und vielleicht finde sich trotz eines Freundschaftsspiels am Sonntagnachmittag der eine oder andere SV-Mitspieler, der am Sonntag ebenfalls zur Typisierung nach Wald-Michelbach komme, hofft Nico Hammann. Auf jeden Fall habe er bereits einigen auf Nachfrage die Spendenkontoverbindung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) weitergeben. Da schon um 13 Uhr der Bus zum Spiel abfährt, ist Hammann auch unter den Ersten, die um 11 UHr zur Typisierung kommen.

Der Fußballer empfindet es „als richtig schön, dass sich so viele engagieren“. Für die gute Sache setzt der 27-Jährige auch ganz bewusst seinen Bekanntheitsgrad als Fußballer ein. Unter anderem startete er auf seiner Facebook-Seite einen Aufruf, an der Typisierungsaktion teilzunehmen. Über diese Fanseite bekam der Fußballer positive Rückmeldungen. Von den Fans „gab es sehr viele – auch persönliche – Nachrichten dazu.“

„Man kennt sich eben in Wald-Michelbach“, verdeutlicht Hammann, dass er schon frühzeitig von Arons Schicksal erfahren hatte. Daneben gab es dann den Kontakt über die Familie selbst. „Ich wurde von Arons Vater zu Beginn der Aktion angesprochen, ob ich nicht bisschen Werbung dafür machen könne.“ Für den aus Affolterbach stammenden war das keine Frage: „Wenn man die Chance hat zu helfen, dann sollte man es auch tun“, stand für ihn seine Unterstützung sofort fest.

„Meine Frau Laura hat sich schon vor zwei oder drei Jahren typisieren lassen“, ist Nico Hammann die Materie bereits vertraut. „Ich hatte es sowieso ebenfalls schon längere Zeit vor“, erzählt er. Jetzt sei „der richtige Zeitpunkt dafür“ – und das auch noch in seiner alten Heimat, womit er einer Familie aus dem Bekanntenkreis helfen könne.

„Es war an der Zeit, wieder einen Schritt Richtung Heimat zu machen“, freut sich Nico Hammann, in der neuen Saison für den Zweitligisten SV Sandhausen aufzulaufen. Der 27-Jährige spielte zuvor zwei Jahre in Magdeburg und stieg mit der dortigen Mannschaft zum Ende der Saison gerade von der Regional- in die Dritte Liga auf. Seine ersten Fußball-Sporen verdiente sich Hammann aber beim SV Affolterbach und bei der SG Wald-Michelbach.

„Es war perfekt, dass zur neuen Runde das Angebot vom SV kam“, passt für ihn alles zusammen. „So kann ich jetzt in der Zweiten Liga spielen und bin nahe an meiner Familie.“ Außerdem könne er die ganzen alten Freunde von früher wieder treffen. „Es ist einfach schön, wenn man sich regelmäßig sieht“, begrüßt der Fußballer die Rückkehr in die Heimat.

Vom FC Magdeburg trennte er sich trotzdem ungern. „Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt“, erzählt der rechte Verteidiger. „Das war dort so etwas wie meine Ersatzfamilie. Ich habe viele Freunde gefunden.“ Und nicht zuletzt der sportliche Erfolg durch den Aufstieg. „Für mich war immer klar, wenn ich von Magdeburg mal weggehe, dann nur in der Kombination von Heimatnähe und einem Schritt nach oben“, macht Nico Hammann deutlich, dass trotz des Wehmuts beim Verlassen des FC Magdeburg das SVS-Angebot eines war, das er quasi nicht ablehnen konnte.

„Der Kontakt zwischen meinem Berater und dem SV bestand schon ein bisschen länger“, erläutert der 27-Jährige die Vorgeschichte des Wechsels. Und: Den jetzigen Sandhäuser Cheftrainer Alois Schwartz „kenne ich noch aus der gemeinsamen Zeit bei Kaiserslautern“. Da passte es perfekt, dass der SVS für die neue Runde auf der Suche nach einem Spieler auf seiner Position als rechter Außenverteidiger war. Hammann geht mit einem Zweijahresvertrag nun in SVS-Farben an den Start.

„Die Chance auf den Einsatz in der Zweiten Liga war toll“, sagt Nico Hammann. „Wer weiß, ob sie nochmal gekommen wäre“, kokettiert der 27-Jährige damit, dass er jetzt im besten Fußballer-Alter ist und – übertrieben gesagt – in ein paar Jahren quasi schon „zu den Alten Herren“ gehören könnte. „Ich will so viel wie möglich spielen“, nennt er als eines seiner Ziele für die kommende Runde.

Nico Hammann_Wiesloch

Auch wenn der Sprung von der Regional- in die Zweite Liga ein großer ist, „fühle ich mich fit für die zweithöchste Spielklasse“, gibt sich Hammann optimistisch. Sicherlich werde es auch Situationen geben, „bei denen ich mich erst einmal hinten anstellen muss“, ist ihm bewusst. „Aber ich werde meine Chance nutzen und mich so gut wie möglich präsentieren.“

Mit seiner Frau Laura – beide heirateten vor kurzem – wohnt er jetzt in Mannheim. Von dort aus hat Nico Hammann sowohl kurze Wege zum SV-Stadion als auch ins heimische Wald-Michelbach – „wohin ich an freien Tagen immer fahre“. Unter anderem auch am Sonntag, wenn der Fußballspieler an der Typisierungsaktion in der Rudi-Wünzer-Halle teilnimmt.

Neben Nico Hammann ist am morgigen Sonntag ein weiterer prominenter Fußballer dabei: Pirmin Schwegler von der TSG Hoffenheim. Dieser kündigte auf seiner Homepage bereits an, ab 14.30 Uhr anwesend zu sein, Autogramme zu geben und gleichzeitig die Typisierungskosten für 50 Personen zu zahlen, die am Sonntag mitmachen. Da eine Registrierung 50 Euro kostet, bedeutet dies eine Spende von 2500 Euro. Schwegler hatte als Zweijähriger auch Leukämie und unterstützt deshalb mit Nachdruck diese Aktion.

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