Der Landschaftsgenuss steht bei der Geopark-Tour rund um Affolter- und Aschbach im Vordergrund

Zum Genuss-Wandern lädt Geopark-vor-Ort-Begleiterin Eva Sattler am Sonntag, 19. Juli, um 13.30 Uhr ein. Unter dem Motto „Panoramaweg und Infozentrum“ geht es von Affolterbach an ehemaligen Steinbrüchen vorbei nach Aschbach zum Geopark-Infozentrum. Der Rückweg führt über den Kunstwanderweg vorbei an Wormser Steinbruch und Heckenmühle. Der Landschaftsgenuss steht im Vordergrund, kombiniert mit Wissenswertem und Informationen über regionale Besonderheiten.

Für die 8,5 Kilometer lange Strecke hat Eva Sattler etwa vier Stunden veranschlagt (inklusive der Besichtigung des Infozentrums). Den Schwierigkeitsgrad bezeichnet sie als leicht bis mittel, gutes Schuhwerk und wetterentsprechende Kleidung seien ratsam. Die Tour ist auch für Familien geeignet. Treffpunkt ist gegenüber der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche in Affolterbach am Parkplatz des Dorfgemeinschaftshauses.

Der erste Kirchenbau wurde Sattler zufolge 1568 erwähnt, allerdings 1707 bereits als verfallen bezeichnet. Der Neubau der Kirche im Jugendstil erfolgte nach Plänen des Kirchenbaumeisters Prof. Friedrich Pfützer in den Jahren 1906/1907. Am Ortsrand lässt sich ein Blick auf das Panorama des Trommrückens erhaschen. Dieser ist kennzeichnend für die geologische Besonderheit der Region: „Wir befinden uns an der Nahtstelle zwischen kristallinem und Buntsandstein-Odenwald“, so Sattler.

Nächste Station des schönen Waldrand-Weges Richtung Aschbach ist der Rossbrunnen. Es werde vermutet, erläutert die Geopark-vor-Ort-Begleiterin, dass der Brunnen seinen Namen von der Quelle neben der Wasserversorgung habe. Denn diese habe als Tränke für die Pferde der Waldarbeiter gedient. Engagierte Ortsbürger sorgten zu Beginn des neuen Jahrtausends für eine Neuanlage der Quelle sowie der ebenfalls hier befindlichen Georg-Vock-Anlage. Sehr schön sei die frühere Wasserleitung anhand eines Nachbaus in Form von Holzrohren zu sehen.

Im Aschbacher Steinbruch „Steinhecke“ können die Wanderer einen Eindruck davon gewinnen, wie mühsam der Natursteinabbau Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war. Die Familie Weihrauch baute hier noch bis ins Jahr 1951 Granit ab, der vorwiegend als Treppenstufen oder Pflastersteine verwendet wurde.

Früher waren Spitzeisen, Hammer und Meißel die verwendeten Werkzeuge, erst 1922 (mit dem Aufkommen von elektrischem Strom) kamen moderne Geräte wie der Bohrhammer zum Einsatz. Aber nicht nur der reine Gesteinsabbau war laut Sattler für die Arbeiter gefährlich. Das Einatmen des feinen Staubs, der beim Behauen und Bearbeiten der Steine unentwegt entstand, führte oftmals zum frühen Tod. Das Geopark-Infozentrum vermittelt einen anschaulichen Überblick davon.

Der Rückweg nach Affolterbach führt über den Kunstwanderweg auf der Trasse der ehemaligen Überwaldbahn. Neben einzelnen Kunstwerken passieren die Wanderer auch den Wormser Steinbruch. In den 1920er Jahren wurde hier durch die Stadt Worms Granit für Reparaturen am Dom abgebaut. Weiter geht’s an der Heckenmühle vorbei, wo auf dem Hof aus dem Steinbruch „Steinhecke“ stammende Pflastersteine zu sehen sind.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 0160-90260153 oder E-Mail sattlereva@gmx.de.

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