Frischer Wind sorgt beim MGV Aschbach für neuen Schwung mit alten Traditionen

Ein bestens disponierter, stimmgewaltiger Chor, Sänger jeden Alters und ein Dirigent, der den Klangkörper bestens im Griff hat: Konzertbesucher, was willst du mehr. Zwei kurzweilige Stunden verlebten die Gäste des „Jubiläumskonzerts 15 Jahre Dirigent Frank Ewald“ in der Rudi-Wünzer-Halle. Der MGV Harmonie Aschbach hatte mit dem Motto „Chor meets Pop“ nicht zu viel versprochen.

Klassische Chorliteratur vermischte sich aufs Beste mit aktuellen, aber auch älteren Popsongs, sodass ein stimmiges Gesamtwerk entstand. Was auch die Besucher zu würdigen wussten: Ein ums andere Mal bekamen Chor und Solisten verdienten Beifall. Standen im ersten Teil des Konzerts eher die „Klassiker“ im Vordergrund, so war die zweite Hälfte mehr aktuellen Stücken gewidmet. Darin eingebettet war auch die Laudatio des Vereinsvorsitzenden Dr. Dirk Breitwieser auf Dirigent Frank Ewald, der dem MGV jetzt schon 15 Jahre die Treue hält.

Die gute Chemie auf der Bühne ist nicht zuletzt diesem langen gemeinsamen Wirken geschuldet. Punkt- und tongenau folgten die knapp 50 Musiker jeder Bewegung des Dirigenten. Ewald wiederum ist niemand, der es bei ein paar Armbewegungen bewenden lässt, sondern ist mit Haut und Haaren dabei, dirigiert mit dem ganzen Körper, engagiert und voller Verve.

Fürs nötige Hintergrundwissen zu den einzelnen Stücken sorgten auf der Bühne die aktiven Sänger Lukas Jäger und Marius Strauch. Dank ihrer einleitenden Worte waren die Lieder zum einen zeitlich einzuordnen, zum anderen hatten beide die eine oder andere Anekdote zum Komponisten oder zur Entstehungszeit parat. Alles in allem eine kurzweilige und sehr sinnvolle Ergänzung des Konzerts.

Jung und Alt kommen auf der Bühne zusammen. Dies gilt nicht nur für die Zusammenstellung des Programms, sondern auch für die Chor-Besetzung. In den 133 Jahren seines Bestehens hat der MGV keinen Rost angesetzt, sondern glänzt wie eh und je. Im Traditionschor singt heute eine große Anzahl von jungen Sängern – die über den Projektchor den Weg zum großen Chor fanden – sehr engagiert mit.

Durch diesen Nachwuchs ist es dem Verein gemeinsam mit Frank Ewald gelungen, die alte Tradition eines großen Männerchors aufrecht zu erhalten und gleichzeitig frischen Wind in die Literatur einziehen zu lassen. Das Wort Harmonie im Vereinsnamen bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz neue Bedeutung in dieser Form der generationsübergreifenden Chorarbeit.

Bereits seit 2011 stehen die Konzerte der Aschbacher Sänger unter dem Motto „Chor meets Pop“. Dieses Motto kennzeichnet ein Konzept, das zum zehnjährigen Dirigentenjubiläum von Frank Ewald aus der Taufe gehoben wurde. Charakteristisch dabei ist, dass im Programm von traditioneller Männerchorliteratur bis hin zu modernen Popsongs viele Gesangsrichtungen vertreten sind.

Deutlich wurde dies auch im aktuellen Konzertprogramm. Mit der „Wanderschaft“ eröffnete der Männerchor den Abend, ehe dann zwei Stücke in Gestalt des „Stillen Tals“ und Franz Schuberts „Trinklied“ folgten, mit denen der MGV bereits Tagesbestleistungen beim Volksliederwertungssingen 2014 in Schönau geholt hatte. Gerade beim auf Latein vorgetragenen Schubert-Stück kam die gesamte Power des Chors zum Ausdruck, zum Schluss abgerundet mit zwei eindrucksvollen „Nihil“.

Nicht zu vergessen bei „Chor meets Pop“ sind die Solisten: Seit 2011 sind die Schwestern Patricia Knapp und Stephanie Schmidt dabei. Sie boten diesmal „Need You now“ der amerikanischen Countryband „Lady Antebellum“ dar. Beim Adventskonzert 2014 stießen Jenny und David Heiligenthal zum Kreis der Solisten hinzu. Diese hatten im ersten Teil mit „Calm after the Storm“ von den „Common Linnets“, dem niederländischen Beitrag zum Eurovision Song Contest von 2014, ihren großen Auftritt.

Lieder wie „Sailing“ von Rod Stewart, „Katrin“ von den Bläck Fööss, „We belong“ von Pat Benatar oder die aus englischen Fußballstadien bekannte Hymne „You’ll Never Walk Alone“ von Richard Rodgers waren weitere Stücke, bei denen der Chor mit seinen Solisten glänzte und verdeutlichte, dass anspruchsvoller Chorgesang sowie moderne Literatur und Songs sehr gut zusammenpassen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte der Projektchor seinen großen Auftritt. Gegründet ebenfalls von Frank Ewald, wird er seit 2012 von Ralf Eisenhauer geleitet. Die 25 Mitglieder setzen sich aus etwa 15 „regulären“ Chormitgliedern und zehn externen Sängern zusammen. Die Gesangsgruppe sucht sich immer wieder moderne Songs aus, um sie A-cappella in vierstimmigen Männerchorsatz vorzutragen.

„Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani oder „Rockmi“ von VoxxClub waren ebenso zu hören wie „Is eh really going out with him“ von Joe Jackson. Krönender Abschluss war „Glory of love“, zu dem sich alle Mitwirkenden auf der Bühne versammelten. Langanhaltender, stürmischer Beifall war MGV-Aktiven und Gästen gewiss.                     tom

 

„Frank ist vom Chorgesang beseelt“

Dr. Dirk Breitwieser ehrt seitens des MGV Aschbach Chordirektor Frank Ewald für 15-jährige Dirigententätigkeit

 

Wald-Michelbach. „15 Jahre ist Chordirektor Frank Ewald nun als musikalischer Leiter bei der Harmonie in Aschbach tätig. Dies ist nicht alltäglich und darauf sind wir stolz“, begann Vereinsvorsitzender Dr. Dirk Breitweiser seine Laudatio. Ein Höhepunkt in dieser Zeit sei sicher das 125. Jubiläum 2007 gewesen, das mit etwa 5000 Besuchern auf dem Sportplatz in Aschbach gefeiert wurde.

Weitere Höhepunkte waren laut Breitwieser die Konzerte in den Jahren 2003, 2007 und 2011 im Haus des Gastes Schönmattenwag, gefolgt von den Adventskonzerten 2012 und 2014 in der Maria Hilf-Kirche in Aschbach. Unzählige erfolgreiche Auftritte bei Wettbewerben und Freundschaftssingen rundeten das Bild ab. Bei den Chorfesten des Sängerkreises Weschnitztal-Überwald „ist die Harmonie unter der Leitung von Frank Ewald ein Garant auf ein Gold-Diplom“, sagte er Vorsitzende.

Dass Ewald schon in jungem Alter auf eine langjährige und erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken könne, führte Breitwieser auf den frühen Start „und einen Förderer“ zurück. Bereits mit zwölf Jahren sei Ewald seinem Heimatverein Altneudorf als aktiver Sänger beigetreten, „mit 22 Jahren begann er seine Chorleitertätigkeit“. Entdeckt, unterstützt und gefördert wurde er laut Breitwieser „von unserem Ehrenchorleiter Alfons Burkhardt“. Dass Ewald dann so erfolgreich geworden sei, liege letztendlich natürlich an ihm selbst. „Denn Frank ist vom Chorgesang beseelt.“

Er habe die nötigen Ideen und Visionen, „versteht es Menschen mitzunehmen, sie zu begeistern und sie für die Aufgaben im Chor zu gewinnen“, sagte der MGV-Vorsitzende. Ewald habe auch den Willen und die Kraft, Dinge umzusetzen und Entscheidungen zu treffen. „Gleichzeitig ist er guter Kamerad, Mentor und Kritiker eines jeden Einzelnen.“

Wie Breitwieser sagte, könne man nur bewundern, wie Ewald alle Termine unter einen Hut bringe. Bei all dem sei er einfach ein „netter Kerl“ geblieben. Nach der Singstunde könne man mit ihm „vortrefflich über Fußball fachsimpeln“. Ebenso philosophiere er gerne über die große Weltpolitik. „Wir von der Harmonie wünschen uns noch viele gemeinsame Jahre dieser erfolgreichen Zusammenarbeit – und bleib‘ so wie du bist“, schloss Breitwieser seine Ansprache.

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