Der achtjährige Aron aus Wald-Michelbach leidet an Blutkrebs und braucht dringend eine Stammzellenspende

Eine ganze Region möchte Aron aus Wald-Michelbach helfen: Der Achtjährige leidet an einem seltenen Blutkrebs und braucht dringend eine Stammzellenspende. Um ihm und anderen Patienten zu helfen, veranstaltet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Sonntag, 19. Juli, eine Registrierungsaktion in Wald-Michelbach. Seitens der Gemeinde versicherte der Erste Beigeordnete Peter Bihn jegliche nur mögliche Unterstützung.

„Aron geht relativ gefasst mit der Krankheit um“, erzählt Vater Kai Fischer. Sein Sohn liege derzeit stationär auf der Onkologie-Station der Uni-Kinderklinik Heidelberg, berichtet der 39-Jährige. Denn er bekomme ein neuartiges Medikament aus den USA namens „Blinatumomab“, das in Deutschland bisher praktisch gar nicht zum Einsatz gekommen sei – die Nebenwirkungen seien noch nicht absehbar.

„Wir versuchen ihm Kraft zu vermitteln“, sagt Kai Fischer. Auch wenn das nicht immer einfach sei. „Ich habe mich in die Materie reingelesen und weiß, dass die Chancen nicht gut stehen“, meint Fischer relativ gefasst, doch man merkt ihm an, wie nah ihm alles geht. Denn nicht nur Arons Blutkrebs selbst ist das Schlimme, sondern auch die spezielle Form der Erkrankung, „die weniger als ein Prozent der Leukämie-Erkrankten haben“, berichtet er. In den vergangenen 15 Jahren sei sie nur fünf Mal in Deutschland vorgekommen.

„Meine Frau Nicole ist fast nonstop im Krankenhaus“, so der Familienvater. Er wiederum versuche von zuhause aus alles zu organisieren – eben auch die Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der DKMS oder verschiedene Benefizveranstaltungen mit Hilfe von Freunden und Bekannten (eine erste bereits an diesem Samstag, 27. Juni, um 19 Uhr im Hotel Gassbachtal Grasellenbach mit Daniel Helfrich, siehe Plakat). Zum Glück seien beide Großelternpaare in der Nähe und „helfen, wo sie nur können“.

„Aron redet mit uns gar nicht über seine Krankheit“, sagt Kai Fischer. Nur von den Ärzten wolle immer alles genau wissen, bei seinen Eltern werde die Krankheit ausgeblendet. „Wir versuchen seitens der Familie eine gewisse Normalität reinzubringen“, schildert Fischer seine Bemühungen und die seiner 31-jährigen Frau.

Das neue Medikament wird dem Achtjährigen derzeit über eine Pumpe verabreicht. Sollte er es nach einer Woche vertragen, darf er mit der Pumpe nach Hause – muss aber trotzdem alle 48 Stunden wieder nach Heidelberg zur Kontrolle. Allerdings gilt auch Zuhause höchste Vorsicht, ist doch Arons Immunsystem durch die Medikamente „quasi bei null“. Die ganze Familie muss peinlichst genau darauf achten, keinen Schmutz und keine Bakterien mit ins Haus zu tragen.

Eine erste Chemotherapie schlug bei seinem Sohn nicht an, berichtet Fischer. Denn es wurde eine seltene Genveränderung festgestellt – was die aktuelle Behandlung mit „Blinatumomab“ so dringend machte. Deshalb hofft die ganze Familie sehnlichst darauf, dass die sehr teure Therapie bei Aron wirkt und dieser bald seine Freunde und die gewohnte Umgebung wiedersehen kann.

Denn der Achtjährige ist ein aufgeweckter Junge, der gerne in die zweite Klasse der Adam-Karrillon-Schule in Wald-Michelbach geht und in jeder freien Minute mit seinen Klassenkameraden Fußball spielt. Von ihnen bekommt er jede Woche Post ins Krankenhaus: Denn die Mitschüler basteln für Aron während des Unterrichts Zeitungen mit Rätseln.

Doch Aron vermisst nicht nur die Klassenkameraden, sondern vor allem seinen großen Bruder Max. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als bald wieder mit dem Zwölfjährigen auf dem Trampolin zu toben, gemeinsam Fahrrad zu fahren und um die Wette zu schwimmen.

Dass die Krankheit überhaupt so schnell entdeckt wurde, ist fast einem glücklichen Zufall zu verdanken. Als Aron Anfang Mai nach einer Zahn-OP viel Blut verlor und über Schmerzen im ganzen Körper klagte, gingen die Fischers zu einem Kinderarzt in Mörlenbach. Der, zuvor Oberarzt an der Kinderklinik in Mannheim, habe gleich die richtigen Schlüsse gezogen und die Leukämie diagnostiziert, erklärt Kai Fischer.

Info: Typisierung und Stammzellenspende

Arons Familie und Freunde organisieren gemeinsam mit der DKMS eine Registrierungsaktion und hoffen, dass möglichst viele Menschen aus der Region die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellenspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden.

Die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender war in Arons Fall bislang erfolglos. Er kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein „genetischer Zwilling“. Die Suche ist aber laut DKMS auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen.

Die Aktion findet unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Joachim Kunkel statt am Sonntag, 19. Juli, von 11 bis 16 Uhr in der Rudi-Wünzer-Halle, Rudi-Wünzer-Straße 29, 69483 Wald-Michelbach. Mitmachen kann grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt (typisiert) werden können.

Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an der Aktion teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung. Genauso wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Für die Teilnehmer ist die Teilnahme kostenlos, die DKMS bittet aber um Spenden auf das Konto Sparkasse Starkenburg, IBAN DE58 5095 1469 0008 0553 63, BIC HELADEF1HEP, Stichwort: Aron.

„Wir für Aron“ bei Facebook: www.facebook.com/pages/Wir-f%C3%BCr-Aron/1445678739069517?fref=ts

Zur Typisierung und Stammzellenspende: www.dkms.de/de

Daniel Helfrich1 aronfff  Flugblatt Aronfff

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