140 Jahre MGV Unter-Schönmattenwag: Der Fest-Samstag war „überragend“

Christian Jöst kommt ins Schwärmen, wenn er vom vergangenen Jubiläumswochenende spricht: „Das ist fantastisch gelaufen“, so der MGV-Vorsitzende, „ich habe nur positive Rückmeldungen erhalten“. Die Organisation der Feierlichkeiten zum 140-jährigen des MGV Sängerbund habe reibungslos geklappt, sei ihm von allen Seiten – egal ob Chöre, Gäste oder Wertungsrichter – bestätigt worden.

Die am freitäglichen Orientierungssingen teilnehmenden Chöre seien „sehr zufrieden“ mit der Beurteilung durch die Juroren gewesen, sagte Jöst. Der laue Abend tat ein Übriges, damit danach das Wein- und Bierdorf auf dem unteren Parkplatz am Haus des Gastes noch bis spät in den Abend hinein stark frequentiert worden sei.

Den Fest-Samstag charakterisierte Jöst als „überragend“. Das 80 mal 15 Meter große Festzelt, ausgelegt für 1500 Gäste, sei ab dem späten Nachmittag „brechend voll“ gewesen, auch im stimmigen Ambiente des idyllischen Bier- und Weindorfs war kaum ein Durchkommen. Die Partyband „Fresh“ wurde ihrem Namen mehr als gerecht.

„Die Leute tanzten auf Tischen und Bänken“, beobachtete der MGV-Vorsitzende, „machten Party ohne Ende“. Es herrschte eine „super Stimmung“. Laut Jöst als „genau das, was wir als Verein erreichen wollten“. Parallel fand am Abend das Freundschaftssingen im Haus des Gastes statt. Etwa drei Stunden wurden die Besucher von elf Chören mit 16 bis 40 Sängern unterhalten.

Es waren aber nicht nur Mitglieder der über 80 Chöre, die kräftig feierten, sondern „ganz Schimmeldewog war da“. Bis spät in die Nacht wurde gefeiert und gesungen, „die letzten sind erst um 4 Uhr nach Hause gegangen“, so Jöst. „Egal, wo ich hingehört habe, die Leute haben nur geschwärmt“. Die Veranstaltung sei sehr gut durchorganisiert gewesen, habe er als Rückmeldung von Teilnehmern und Gästen bekommen. „So etwas haben wir noch nicht gesehen“, hieß es.

„Ein sehr hohes Niveau“ bescheinigte Christian Jöst den teilnehmenden Chören am samstäglichen sakralen Chorwettbewerb. „Von denen habe ich mir jeden angehört.“ Nicht nur Quantität sei geboten gewesen, „sondern auch fantastische Qualität“. Denn sakral „kann nicht jeder Chor singen“. Bewertet wurden sie wie auch die Teilnehmer am Volksliedersingen von den Juroren Uwe Henkhaus, Reijo Kekkonen, Joseph Müller-Büche (auch Orientierungssingen am Freitag) und Helmut Steger (nur Volkslied).

Besonders in Erinnerung ist dem MGV-Vorsitzenden die Harmonie Lindenholzhausen. Die holte neben einem Gold-Diplom auch die Tagesbestleistung am Samstag. Für den 80 Mann zählenden Chor reichte die Bühne im Altarraum der katholischen Kirche in Unter-Schönmattenwag nicht mehr aus, „es musste noch die erste Besucherreihe freigemacht werden“, ist Jöst beeindruckt von der großen Präsenz.

„Sehr bunt“ ging es seinen Worten zufolge beim Volksliederwettbewerb am Sonntag im Haus des Gastes zu. In Erinnerung blieben ihm etwa der Baiertaler Frauenchor mit verschiedenfarbigen T-Shirts oder die besonderen Aufdrucke des Rippenweiherer „Salto Vocale“. Wer gut abschnitt, ein Gold-Diplom oder sogar die Tagesbestleistung holte, der feierte den Sieg gleich im Bier- und Weindorf, beobachtete Jöst.

Eine besondere Gratulation ging vom MGV-Vorsitzenden an Katharina Blattmann vom Volkschor Birkenau. Für die erst 21-Jährige Chorleiterin war es laut Jöst der erste Auftritt auf einem Wettbewerb – mit großem Erfolg: In der Klasse G2 holte sich der Chor den ersten Platz und kam bei der Tagesbestleistung im Volksliederwettbewerb auf Platz 2.

Die Chöre aus Cleeberg, Baiertal und Bernbach nutzten denn auch den Sonntagabend voll aus und sangen „Open-air“ noch fröhlich und beschwingt weiter. Die Halle sei während des Volksliedersingens „brechend voll“ gewesen, sagte Jöst. Nicht nur mit anderen Chor-Mitgliedern, sondern auch mit zahlreichen Musik-Interessierten. Kein Wunder, hätten bei einem sowieso schon sehr hohen Niveau die Erstplatzierten „Überragendes“ geboten.

Übers ganze Wochenende war seinen Beobachtungen zufolge nicht nur der ganze Ort, sondern auch halb Wald-Michelbach in Schönmattenwag vertreten. Dazu noch auswärtige Gäste aus den Herkunftsorten der Chöre. „Ich habe sogar Anrufe aus dem Siegerland oder aus Freigericht bekommen, wann welche Chöre auftreten“, hob Jöst die überregionale Bedeutung des 140. MGV-Jubiläums heraus.

 

Ergebnisse sakraler Chorwettbewerb:

Klasse G2 bis 35 Sängerinnen und Sänger: Sieger mit Silberdiplom und Sonderpreis Frohsinn Oppershofen

Klasse F2 bis 35 Sängerinnen: Sieger mit Bronzediplom und Sonderpreis Concordia Blankenloch, zweiter „Cara Mia“ im Singverein Laudenbach ebenfalls mit Bronze

Klasse M3 bis 35 Sänger: Sieger mit Silberdiplom Quartettverein Dörnscheid, Silber ging auch an den Vierten, die Chorgemeinschaft Eintracht Gorxheim – Liederkranz Trösel

Klasse M2 (35 bis 49 Sänger): Sieger mit Golddiplom und Dritter bei der Tagesbestleistung MGV Liederkranz Berod

Klasse G1 (ab 40 Sängerinnen und Sänger): Golddiplom für den Erst- und Zweitplatzierten, Concordia Liederkranz Ettingshausen und GC Thalia Ebernhahn, gleichzeitig auch Platz zwei und drei der Tagesbestleistung

Klasse M1 (ab 50 Sänger): Sieger, Sonderpreis, Tagesbestleistung und Gold-Diplom für Harmonie Lindenholzhausen

Sonderklasse (freie Sängerzahl): Sieger, Golddiplom und Sonderpreis für Ensemble Vocale Lindenholzhausen, Bronze für evangelische Jugendkantorei Rothenberg

Ergebnisse Volksliederwettbewerb:

Klasse G2: Sieger Volks-Chor Birkenau mit Silberdiplom, gleiche zweite Tagesbestleistung, Silber auch für GV Liederkranz Lampenhain und Chorgemeinschaft Buchklingen.

Klasse F2: Sieger, Golddiplom, Sonderpreis und Tagesbestleistung für Sängervereinigung Saulheim, Silber für MGV Eiterbach und FC Salto Vocale Rippenweiher

Klasse G1: Sieger mit Silberdiplom und Sonderpreis Junger Chor Take Four vom Sängerland Oppau

Klasse F1 (ab 40 Sängerinnen): Sieger Frauenchor Germania Sindlingen, dritte Tagesbestleistung

Klasse M3b (bis 34 Sänger): Sieger, Silberdiplom und Sonderpreis MGV Concordia Morsbach, Bronze für KSG Kreidach Liederkranz und GV Sängereinheit Leutershausen

Klasse M3a (bis 34 Sänger): Sieger und Silberdiplom MGV Niederselters, Silber und Sonderpreis MGV Liederkranz Sensbachtal, Silber MGV Liederkranz Kortelshütte, Bronze MGV Eiterbach

Klasse M2b (35 bis 49 Sänger): Sieger, Golddiplom und zweite Tagesbestleistung MGV Liederkranz Cleeberg, zweiter mit Gold und Sonderpreis GV Sängerkranz Steinberg, Silber für Chorgemeinschaft Fahrenbach/Lörzenbach und MGV Rothenberg

Klasse M2a (35 bis 49 Sänger): Sieger und Golddiplom MHV Heiligkreuzsteinach, Silber MGV Liederkranz Altenbach, MGV Leutershausen (mit Sonderpreis)

Klasse M1: Sieger mit Golddiplom, Sonderpreis und Tagesbestleistung Harmonie Bernbach, zweiter mit Gold und dritter Tagesbestleistung MGV Frohsinn Baiertal

Info: Alle Ergebnislisten komplett auf http://www.mgv-unterschoenmattenwag.eu unter „Jubiläum 2015“.

300 Helfer machen das Wochenende zum unvergesslichen Erlebnis

Ein rundum positives Fazit des Jubiläums-Wochenendes zog MGV-Vorsitzender Christian Jöst. „Über 300 Helfer“ seien an den drei Tagen im Einsatz gewesen. Neben den Vereinsmitgliedern halfen auch die Schwesternchöre der Union Wald-Michelbach und Sängerbund Ober-Flockenbach „mit Mann und Maus“, damit die Feierlichkeiten zum unvergesslichen Erlebnis wurden.

Wie überhaupt Jöst betont, dass nur durch das Zusammenwirken des gesamten Vereins und der Ortsgemeinschaft ein solcher organisatorischer Kraftakt zu stemmen gewesen sei. Sponsoren, Kuchenspender, Gastvereine und -chöre, Helfer, Rettungsdienste und, und, und… Die Liste derer, die zu diesem „Meilenstein in der Chorhistorie“ beigetragen haben, sei lang, so Jöst.

Von den Kleinsten bis zu den älteren Mitgliedern waren laut dem Vorsitzenden am Samstag wirklich alle im Einsatz. „Selbst die, die eigentlich nicht eingeteilt waren“, halfen aus, als die Gäste auf den Tischen tanzten. Teilweise war die Essensausgabe mit 20 Helfern besetzt. Der Jugendchor unterstützte durch das Abräumen der Tische im Festzelt. „Jeder zog die ganzen drei Tage lang mit.“ Die Einkaufs-Kalkulation für den Betrieb im Festzelt oder im Bier- und Weindorf habe „wunderbar geklappt“, blickte er zurück.

Am Sonntagabend, nach dem letzten Wertungssingen, „waren wir alle mehr als zufrieden, dass das Mammutprojekt so gut hingehauen hat“. Die 50 Helfer des Abschlussabends feierten nach Fest-Ende bis nach Mitternacht das gelungene Wochenende weiter – galt es doch auch, einem Geburtstagskind aus dem Kinder- und Jugendchor ein Ständchen zu bringen.

Die internationale Jury war laut Jöst schwer beeindruckt von dem, was der MGV auf die Beine stellte. Der finnische Preisrichter Reijo Kekkonen flog erst gestern zurück, er schloss sich der „Abschlussparty“ am Sonntag noch an. Schon seit Freitag war der Schweizer Joseph Müller-Büche in Unter-Schönmattenweg vor Ort.

„Wir hatten anstrengende, aber wunderschöne und unvergessliche Tage und haben Sonntagabend noch bis tief in die Nacht gefeiert“, so Schriftführerin Anja Freudl. Männerchor-Dirigent Hans-Joachim Karl und Norbert Arnold vom Festausschuss äußerten sich „rundum zufrieden“ über die Bewältigung des Mammutprojekts und die gezeigten Chorleistungen.

„Der Schlüssel vom Erfolg“, so Norbert Arnold, sei ein Konzept mit „klaren Zuordnungen und Verantwortlichkeiten gewesen“. Separate Zuständigkeiten für Zelt, Küche, Festbüro oder Verkehrskonzept hätten einen „absolut störungsfreien Ablauf“ garantiert. Er habe überall „eine Grundzufriedenheit“ festgestellt, sagte Arnold, die zum großen Erfolg beitragen habe.

Den sakralen Chorwettbewerb in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer hob Arnold als etwas „bisher noch nicht Dagewesenes“ hervor. Für die Ortsbevölkerung seien die dortigen Chorbeiträge eine „komplett neue Erfahrung“ gewesen. Die Kirche biete eine gute Akustik und einen „tollen Klang“, was in der besonderen Atmosphäre besonders zur Geltung komme.

Info: Geänderte Probenzeiten am kommenden Freitag, 19. Juli: Kinder- und Jugendchor 17.30 Uhr, Frauen- und Männerchor 18.30 Uhr.

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