Mit einem Festkommers eröffnete der MGV Sängerbund die Festlichkeiten zum 140. Jubiläum

Das schönste Geschenk machte sich der MGV Sängerbunds zum 140. Jubiläum gleich selbst: Beim Festkommers zur Eröffnung standen als Abschluss alle drei Chöre des Jubelvereins mit über 70 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne im Haus des Gastes und boten ein „Schau auf diese Welt“, das die Zuschauer mitriss. Lang anhaltender Beifall war der verdiente Lohn für diese außergewöhnliche Demonstration musikalischen Könnens, in das Frauen-, Kinder- und Jugend- sowie Männerchor eingebunden waren.

Der Männerchor selbst zeigte bei seinem einleitenden Stück mit „Tage wie diese“ von den Toten Hosen eindrucksvoll, dass er sich weit dem modernen Liedgut geöffnet hat. Das spätere „Am Brünnele“ wiederum bewies, dass man sich seiner Wurzeln nach wie vor bestens bewusst ist. Zum Abend passte bestens das Lob preisende „Halleluja“ des 22 Köpfe zählenden Frauenchors. Die seit wenig mehr als einem Jahr bestehenden „Cantante Cintura Kids“ boten ein Kinderchorlied.

Es sei wie im Eröffnungslied, sagte Vorsitzender Christian Jöst in seiner Begrüßung. „Wir warten seit Wochen auf diesen Tag.“ Der MGV habe sich schon längst zu einem Generation übergreifenden Verein gewandelt. Schon immer sei man bestrebt gewesen, jungen Menschen das Singen und das Gemeinschaftsgefühl näherzubringen. „Darum sind wir sehr stolz darauf“, so Jöst, in den vergangenen 15 Monaten 25 neue Aktive im Alter zwischen fünf und 21 Jahren „für uns gewonnen zu haben“.

Innerhalb kürzester Zeit hätten sich die Neumitglieder in das Chorleben und die Gemeinschaft integriert, freute sich der Vorsitzende. Dies sei „ein großartiges Zeichen, dass die Idee des gemeinsamen Singens lebt“. Aus der Kooperation mit der örtlichen Grundschule, von seinem Vorgänger Norbert Arnold ins Leben gerufen, seien nicht nur drei abendfüllende Musicals entstanden, erläuterte Jöst, sondern auch ein Schulchor mit fast 50 Kindern. „Wir sind gerne bereit, diesen Weg weiterzugehen.“

Der 2014 gegründete Kinder- und Jugendchor besteht laut Jöst derzeit aus 14 singbegeisterten Jungen und Mädchen. Sie treffen sich allwöchentlich unter der Leitung von Benjamin Fritz. Der leitet auch den 1998 ins Leben gerufenen Frauenchor. Die Sängerinnen „konnten in dieser Zeit bei vielen Auftritten und Wettbewerben gute Ergebnisse erzielen und erhielten dafür viel positive Resonanz“. Die Chorgruppe sei heute „aus dem Geschehen des Sängerbunds nicht mehr wegzudenken“.

„Schon immer gab es in unserem kleinen Dorf Menschen, die mit großer Leidenschaft ihre Liebe zum Gesang verwirklicht haben“, blickte Jöst auf 140 Jahre Männerchor zurück. Viele Vorsitzende hätten dem Verein die richtige Richtung vorgegeben, gute musikalische Leiter sorgten „immer wieder für chorische Höchstleistungen“.

Als besonderen Glanzpunkt unter der Leitung von Jans-Joachim Karl seit 2006 stellte Jöst die Erringung des hessischen Chorpreises heraus. „Mit großen Stolz durften wir uns Hessenmeister nennen.“ Beide, Fritz und Karl, erhielten aus seiner Hand ein Andenken an die Schönmattenwager Chortage als Dankeschön für die geleistete Arbeit.

„Genauso viel Spaß hat der Sängerbund beim Feiern“, wies der Vorsitzende darauf hin, dass sich der Verein auch vielfältig ins gesellschaftliche Leben des Ortes einbringe. Seien es Theaterveranstaltung mit Harmonie und Theatergruppe, Schlachtfest, Grill, Rock in den Mai, Oktoberfest oder alle vier Jahre die Kerwe. „Das macht uns zu einem wichtigen und wertvollen Teil der Ortsgemeinschaft“, so Jöst. In diesem Zusammenhang würdigte er die vielfältige ehrenamtliche Arbeit der zahlreichen Vereinsmitglieder.

Über 80 Chöre, über 3000 Sänger bei den Schönmattenwager Chortagen bedeuteten „eine enorme Strahlkraft und Werbung“ für Verein, Ort, Großgemeinde und die Region, hob Jöst hervor. Eine solche Veranstaltung sei „in Größe und Form ein Meilenstein der Chorhistorie“. Er wünschte sich, den Verein mit Generationen übergreifenden Aktivitäten weiter zu entwickeln und zu stärken, „damit auch in Zukunft viele schöne chormusikalische Erlebnisse möglich werden“.

„Nach langen Wochen der Vorbereitung könnt ihr nun endlich das Jubiläum begehen“, sagte Bürgermeister Joachim Kunkel in Richtung des Vereins gewandt. Der MGV sei weit über die Grenzen der Region hinaus „als leistungsstarker Chor bekannt“. Mit seinen vielfältigen Aktivitäten sei er „nicht nur im gesanglichen Bereich ein Aushängeschild“.

Freude an der Musik, Freude an der Geselligkeit und der Unterhaltung sind laut Kunkel die Voraussetzungen, „um auch in Zukunft das Miteinander im Gesangverein so erfolgreich zu gewährleisten“. Sein Dank gelte allen, die in den vergangenen 140 Jahren Verantwortung getragen hätten. Die große Anzahl der am Jubiläum teilnehmenden Chöre „unterstreicht die geleistete Arbeit des Jubelvereins“.

Kunkel nannte den MGV aufgrund seiner vielen Aktivitäten einen „besonderen Aktivposten“ nicht nur in Unter-Schönmattenwag, sondern in der Gesamtgemeinde. „Ihr habt ein Team, das arbeiten kann“, meinte der Bürgermeister mit Blick auf die vielen ehrenamtlichen Helfer.

Seitens des Sängerkreises Neckartal überbrachte Vorsitzender Willi Maurer die Glückwünsche. Er dankte dem Geburtstagskind für sein „aktives kulturelles und gesellschaftliches Wirken“. Jürgen Beier, der durchs abendliche Programm führte, wies darauf hin, dass der Kinder- und Jugendchor seinen ersten Auftritt vor einem solch großen Publikum habe.

Dem „offiziellen Teil“ schloss sich das Orientierungssingen an. Der GV Immergrün Hartenrod, der MGV Heddesbach, der gemischte Chor des MGV Altneudorf oder der Frauenchor des MGV Ober-Flockenbach waren ebenso dabei wie der MGV Ober-Hainbrunn, MGV und Frauenchor Falken-Gesäß, Chor Cantare des Frohsinns Klein-Krotzenburg und der Frauenchor des MGV Schönau. Juror war Joseph Müller-Büche aus der Schweiz.

Mehr zum weiteren Programm des Wochenendes unter http://www.mgv-unterschönmattenwag.eu

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