Geopark-Tour: Vorbei an Rindviechern und am Siegfriedbrunnen

„Nibelungensage und Pflanzenfresser“ heißt die neue Tour des Geopark-vor-Ort-Begleiters Friedel Sattler, die er am Sonntag, 7. Juni, erstmals anbietet. Sie beginnt um 13.30 Uhr am ehemaligen Bahnhof. Über den Spessartskopf, den etwa 550 Meter hohen Hausberg des Grasellenbacher Ortsteils mit seinen fantastischen Weitblicken, wird der Siegfriedbrunnen erreicht.

Hier soll der Nibelungensage nach Hagen von Tronje heimtückisch den Recken Siegfried ermordet haben. Obwohl mehrere Orte des Odenwaldes behaupten, den „richtigen“ Siegfriedbrunnen zu beheimaten, ist Friedel Sattler überzeugt, dass sich der einzig wahre Brunnen in Grasellenbach befindet.

Neben geschichtlichen und geologischen Informationen haben die Teilnehmer auch die Möglichkeit, das Projekt der Ganzjahresbeweidung hautnah zu erleben. Seit 2014 haben es sich der Lorscher „Förderkreis große Pflanzenfresser im Kreis Bergstraße“ sowie die beiden Gras-Ellenbacher Landwirte Joachim Mauermann und Wolfgang Schierenbeck mit Unterstützung des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald zum Ziel gesetzt, eine kleine Wasserbüffelherde aufzubauen und die Tiere als Landschaftspfleger einzusetzen.

Zur Bewältigung der etwa sechs Kilometer langen Tour sind etwa drei Stunden veranschlagt Zum Abschluss ist eine Einkehrrast möglich. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich unter 0 62 07-94 38 37.

Ein voller Erfolg war Friedel Sattlers erste Tour. Knapp 30 Wanderer fanden sich am ehemaligen Bahnhof in Wahlen zur „Vier-Dörfer-Wanderung“ ein. Die Einheimischen waren neugierig, mehr über ihre Heimat zu erfahren, während die auswärtigen Gäste an diesem Tag teilweise erstmals die Region als Wanderziel entdeckten. Das ideale Wetter begünstigte den Landschaftsgenuss auf teils abgelegenen Pfaden. Informationen zu Geschichte, Geologie sowie Lebens- und Arbeitsweise früherer Generationen konnten so hautnah erlebt werden.

Vorbei an Kriegerdenkmal, der ehemaligen Wasen-Mühle und den Litzelbacher Steinbrüchen wurde schließlich Hammelbach mit evangelischer Kirche, dem Pranger und der gotischen Kapellruine erreicht. Eine Besichtigung des Kleinen Museums für alte Läden und Reklame sowie die Einkehr in einer Straußenwirtschaft rundeten die Führung ab. Der Rückweg führte dann vorbei am „Kaltem Brunnen“ über das „Kirchenpädel“ und Gras-Ellenbach nach Wahlen. Beim Abschluss, zu dem der vor-Ort-Begleiter einlud, konnten die Teilnehmer anhand von Gesteinsproben, regionaler Literatur und Anschauungsmaterialien wie alten Werkzeugen zur Steinbearbeitung sowie landwirtschaftlichen Geräten das Gehörte vertiefen.

Das Ziel der Geopark-vor-Ort-Begleiter, Gästen ihre Heimat näher zu bringen und das besondere Wissen der vor Ort lebenden Menschen mit anderen zu teilen, wurde bei dieser Führung bestens erreicht. Für alle diejenigen, die den jetzigen Termin verpassten oder keine Zeit hatten: Die Tour wird im Oktober nochmals stattfinden.

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