„Drei Fragen zum hessischen Neckartal.“ Heute: Gerald Kummer

Wie stehen im Vorfeld der Wahl am 22. März die vier Landrats-Kandidaten zu den drängenden Problemen im hessischen Neckartal? Wir hakten nach und wollten unter dem Motto „Drei Fragen zum hessischen Neckartal an…“ von Christian Engelhardt (CDU), Gerald Kummer (SPD), Dirk Hennrich (Linke) und Birgit Reinemund (FDP) Folgendes wissen:

1. Demografischer Wandel/bessere Nahversorgung: Wie sehen Ihre Lösungsvorschläge aus, welche Verbesserungen sind für Hirschhorn und Neckarsteinach möglich, was werden Sie als gewählter Landrat als Erstes angehen?

2. Was kann der Kreis Bergstraße/ein Landrat tun, um den Bürgern im hessischen Neckartal die Behördengänge zu erleichtern: z.B. Landratsamt, Jobcenter, Arbeitsamt, Amtsgericht sind derzeit alle 30-40 km entfernt. Können zusätzliche Außenstellen eingerichtet oder Sprechstunden abgehalten werden?

3. Ihre Stellungnahme zum Thema Landeswechsel Neckarsteinach/Hirschhorn als letzte Konsequenz wegen schlechter finanzieller Ausstattung durch das Land: Was halten Sie von diesen postulierten Ansichten, wie kann es speziell für die beiden Neckartal-Gemeinden finanziell besser werden (denn andere Kommunen des Kreises Bergstraße würden evtl. von der geplanten KFA-Neufassung profitieren)?

„Drei Fragen zum hessischen Neckartal“, heute mit den Antworten von Gerald Kummer (SPD), im Internet www.kummer2015.de

  1. Wir werden weniger, bunter, älter. Wir brauchen Konzepte, wie wir junge Menschen zum Bleiben bewegen können: Gute ÖPNV-Anbindung auch über die Landesgrenze, Ausbildungsplätze oder ein starkes Vereinsleben können dort helfen. Für unsere älteren Mitbürger ist entscheidend: Alle Dinge des täglichen Bedarfs sollten in Kommunen der Größe von Hirschhorn und Neckarsteinach zu erledigen sein. Wo dies nicht mehr gelingt, muss eine Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit den Bürgern und Entscheidungsträgern vor Ort aktiv werden: Konzepte wie Bonusmarkt oder CAP, also gemeinnützige Einkaufsmärkte, die ohne Profit gezielt dort eröffnen, wo sonst kein Markt mehr öffnet, sind hier denkbar.
  2. Das hessische Neckartal darf nicht wegen der besonderen geografischen Situation abgehängt werden. Den Bürgern muss eine gute Möglichkeit gegeben werden, die Leistungen der Kreisverwaltung in Anspruch zu nehmen. Darum sollte die Verwaltung zum Bürger kommen und nicht der Bürger zur Verwaltung. Ich spreche mich für mobile Verwaltungseinheiten aus, die Sprechstunden vor Ort anbieten und die wichtigsten Leistungen der Kreisverwaltung abdecken. Am besten wäre natürlich, Gemeinden wären finanziell in der Lage, mehr Service anzubieten. Das Internet wird zusätzlich viele Dienstleistungen online möglich und persönliche Amtsbesuche zum Auslaufmodell machen.
  3. Das hessische Neckartal ist ein starkes Stück Hessen. Dies will ich gerne als Teil des Kreises behalten. Allerdings ist der Hilferuf von Herold Pfeifer (Bürgermeister von Neckarsteinach, d.Red.) bei mir angekommen. Durch Umrühren ist der Topf nicht voller geworden. Der Mangel in der kommunalen Finanzausstattung wurde unter anderem zu Lasten des Neckartals umverteilt. Es bleibt das Problem, dass das Land Hessen die Kommunen nicht mehr auskömmlich finanziert. Hiergegen – notfalls auch gerichtlich – gemeinsam mit den Kommunen vorzugehen ist mein Anspruch an mich selbst.

Start war mit Birgit Reinemund (FDP), es folgen noch die Antworten von Christian Engelhardt (CDU) und Dirk Hennrich (Linke) in unregelmäßigen Abständen bis zur Wahl am 22.3.

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