Gerald Kummer: Das Ohr ganz nah an den Menschen

Hirschhorn/Neckarsteinach. Gerald Kummer (2.v.r.) ist ein Freund der klaren Worte. Motiviert, engagiert, mit viel Herzblut bestreitet der SPD-Landratskandidat die Jahrespressekonferenz der SPD Bergstraße. Da vorn sitzt einer, der weiß, wovon er spricht. Sich Gedanken macht und gemacht hat. Gestenreich unterstreicht er seine fundierten Ausführungen, seine Sicht der Dinge im Kreis Bergstraße und das, was er im Falle seiner Wahl zum Landrat am 22. März (besser) machen möchte. Redet sich fast schon in Rage, wenn er irgendwo Missstände sieht. „Kummer kümmert sich“ ist bei ihm beileibe nicht nur ein Wahlkampfslogan – das wird bei der Begegnung mit dem 56-Jährigen deutlich. Der SPD-Politiker hat das Ohr ganz nah an den Menschen, sucht und genießt den Kontakt mit ihnen, nimmt Anregungen auf, will Probleme vor Ort angehen.

Warum Gerald Kummer wählen, wo doch alle vier Kandidaten scheinbar ähnliche Programme vertreten? Die Antwort darauf gibt der SPD-Landratskandidat gleich selbst. Er habe durch seine 20-jährige kommunale Tätigkeit die meiste Erfahrung vorzuweisen. Und: Er werde die Interessen des Kreises Bergstraße am besten gegenüber der Landesregierung vertreten. Ohne Nibelungentreue, wie Kummer als Wortspiel auf das „Nibelungenland“ ergänzt. Zwei Schwerpunkt gibt es für ihn: die kommunalen Finanzen und die Bildung.

Ersteres sei das Thema, „das mich am meisten mit Sorge erfüllt“. Denn die sogenannte „schwarze Null“ im Bundeshaushalt, keine Neuverschuldung, sei Augenwischerei. Denn dieses hehre Ziel werde auf dem Rücken der Kommunen erreicht. Die müssten im Gegenzug ihre eigenen Steuern und Gebühren immer weiter anheben, weil sie „von oben“ dazu verpflichtet würden. Das ist für Kummer „keine gerechte Politik“. Das Land Hessen müsse der kommunalen Familie die Mittel zur Verfügung stellen, „die sie dringend benötigt“.

Auf die Städte und Gemeinden seien viel zu viele Pflichtaufgaben abgewälzt worden, „für die sie nicht angemessen finanziell ausgestattet sind“. Er werde nicht nachlassen, dieses Thema immer wieder anzusprechen. Für Kummer handelt es sich dabei um „eine Überlebensfrage auch des demokratischen Systems“. Kommunalpolitiker sähen doch keinen Sinn und Zweck in ihrer Tätigkeit, „wenn sie nur noch Erfüllungsgehilfen des Innenministers sind“, findet der SPD-Kandidat klare Worte.

Die Bildung ist für Gerald Kummer der zweite zentrale Punkt in seinem Programm. Hier gelte es Prioritäten auch gegenüber anderen Bereichen zu setzen. Mehr Schulsozialarbeit, Erhalt der Grundschulstandorte, die Ganztagsschule als Angebotsschule wie in Rheinland-Pfalz oder ein „Pakt für die Ausbildungszukunft“ sind einige der Komplexe, denen er sich im Falle einer Wahl widmen will. Denn Investitionen in die Bildung seien Investitionen in die Zukunft. Dazu kommt die Schul- und Gebäudewirtschaft, die er als „Chefsache“ ansieht: „Bisher nicht sanierte Schulen müssen angegangen werden.“

Die Versorgung im ländlichen Raum ist ein weiteres Thema, dem sich Gerald Kummer mit Nachdruck widmen möchte. Dazu zählt er auch die flächendeckende Breitbandversorgung zu erschwinglichen Preisen. Gerade Hirschhorn weiß davon ein Lied zu singen, dass immer mehr Einzelhandelsgeschäfte zumachen. Und es nicht einfach ist, schnelles DSL in die Stadt und Stadtteile zu bringen. Kummer nennt Modelle wie Bonusmarkt oder CAP, um Einkaufsmöglichkeiten vor Ort zu sichern. Ein Landrat sei gefordert, solche Modelle aktiv zu unterstützen. Auch gehe es darum, die ärztliche Versorgung zu sichern. „Es müssen Anreize geschaffen werden, die Mediziner auf das Land zu bringen.“

Eröffnet wurde die Pressekonferenz von der Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Bergstraße, Christine Lambrecht (re.). Anwesend waren außerdem die beiden Landtagsabgeordneten für den Kreis, Norbert Schmitt und Karin Hartmann. Sie gaben einen Zwischenbericht ihrer Landtags- und Wahlkreistätigkeit im ersten Jahr der schwarz-grünen Landesregierung. Naturgemäß kam diese im Fazit nicht gut weg. Schmitt: „Schwarz-Grün enttäuscht auf ganzer Linie.“

Info: Am Dienstag, 24. Februar, kommt SPD-Landratskandidat Gerald Kummer um 19 Uhr zu einem Vortrag nach Hirschhorn. „Kommunale Finanzen“ lautet das Thema, dabei wird es um den Schutzschirm und die Neufassung des kommunalen Finanzausgleichs gehen. Weiteres auch auf http://www.kummer2015.de

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