Schimmeldewäer Grundschüler produzieren in der Bienen-AG ihren eigenen Honig

Die Dritt- und Viertklässler werden heftig umschwärmt. Und das auch noch in großer Zahl. Aber: Die Schwärmenden haben einen Stachel. Doch bei der Honigernte am Bienenstock oberhalb der Grundschule Schimmeldewog passiert an diesem Tag – nichts. Und auch im Vorfeld gab es lediglich ganz wenige Stiche. Denn die Schüler haben verinnerlicht, was ihnen Imker Peter Pötters aus Wald-Michelbach nahe brachte: ganz ruhig bleiben, keine hektischen Bewegungen machen. Und so stehen sie interessiert dabei und beobachten, wie der Imker aus Passion die einzelnen Fächer langsam herunter nimmt, um an den Honigkranz zu kommen.

Zwölf Kinder sind Mitglieder der Bienen-AG, die in diesem Schuljahr von Lehrer Matthias Dautel angeboten wurde. Zu Beginn, im vergangenen Spätjahr, ging es erst einmal darum, die sogenannten „Beuten“ zu bauen, also die Behältnisse des Bienenstocks. Darüber hinaus wurden für die Wildbienen „Häuser“ konstruiert. Die Schüler pflanzten außerdem verschiedene Blumen an, deren Blüten dann Pollen für die Bienen liefern.

Mit Beginn des Frühjahrs startete die Praxis. Erst wurden die Waben angeschaut, dann ging es zu Imkerin Ulrike Klein in Ludwigsdorf, bei der die Nachwuchs-Bienenfans einen Ableger erhielten. Ein zweites Volk „steuerte“ Dautel bei, selbst Hobbyimker. Ab April kümmerten sich die Schüler regelmäßig um die beiden Völker.

In den drei Monaten ging es daneben darum, den Bienen immer genug Futter zu geben, nachzuschauen, dass es genug Waben gab, oder zu lernen, wie Drohnen und Arbeiterinnen aussehen. Peter Pötters, seit 55 Jahren Imker und seit 45 Jahren in Wald-Michelbach wohnhaft, erläuterte den Kindern außerdem die damit verbundenen Aufgaben. „Die Schüler lernten die Imkerei mit allen Sinnen kennen“, so Dautel, über Riechen, Schmecken und Hören.

35.000 bis 40.000 Bienen schwirren im Sommer um einen Stock herum. Die sind natürlich aufgeregt, weil ihnen Pötters jetzt die – meist Richtung Osten gelegene – Einflugschneise versperrt. Nachdem er die einzelnen Bestandteile auseinander gebaut hat, fragt der Imker in die Runde, wer denn den Mut hat, den Honigraum in die Hand zu nehmen. Von allen Seiten ertönt ein lautes „Hier“. Die zehnjährige Lea ist es dann, die ihn ohne zu zögern in die Kamera hält. „Voll geiler Honig“, ruft es von der anderen Seite.

Peter Pötters nutzt die Gelegenheit, um gleich noch ein paar Erläuterungen zu geben. Dass der Rauch die Bienen beruhigt und man dann leichter am Stock arbeiten kann. Oder dass es sich bei dem Weißen auf dem Boden um Maden handelt, die von den Arbeiterinnen gefüttert werden. Vor der Honigernte muss der Imker erst noch mit einer Spezialgabel das Wachs abkratzen, ehe dann der Honigkranz in die Schleuder kommt.

Matthias Dautel ist es wichtig, die Kinder mit der Natur vertraut zu machen. „Sie sollen wissen, woher unsere Lebensmittel kommt, wie sie erzeugt werden“, sagt er. Das Bienensterben aufgrund des zurückgehenden Futterangebots und der extensiven Landwirtschaft sei derzeit ein großes Thema. Er will daneben vermitteln, dass diese Tierart „nicht gefährlich ist und normalerweise nicht sticht“. Eine solche Bienen-AG an der Schule sei schon etwas Besonderes.

Über die direkte Erfahrung „können die Schüler eine ganz andere Verbindung zu den Tieren aufbauen“. Dadurch lernten sie besser mit der Natur umzugehen. Die AG ist laut Dautel ein voller Erfolg. „Alle sind voll Begeisterung dabei“, beobachtet er. Obwohl es bei Lea, Svenja, Paul und Martin schon Stiche in Finger und Bein gab, wurde unverdrossen weitergemacht. Der Nachwuchs trägt es an die Eltern weiter. „Einige überlegen sich, auch ein Bienenvolk zu halten“, freut sich Dautel. Unterstützung gab es außerdem von weiteren Imkern, die den Schülern ihre Arbeitsweise schilderten.

„15 Kilo Honig werden es wohl sein“, schätzte Pötters beim Blick auf die Honigwabe. Bis zu 40 Kilo kann ein Volk im Jahr produzieren. „Wir lassen den Bienen viel vom eigenen Honig, damit sie besser über den Winter kommen“, ergänzte Dautel. „Erst wird angeschleudert“, so Pötters, sonst geht die Wabe kaputt. Dann wird sie gedreht und wieder eingesetzt. Bei den Schülern wurde schon gerechnet, wie viel für jeden übrig bleibt. Die ersten standen bereits mit dem Glas neben der Honigschleuder parat.

Abtsteinacher Gewerbegebiets-Erweiterung ist fertig

„Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, die Straße ist freigegeben“, vermeldete Bürgermeister Rolf Reinhard auf der vergangenen Sitzung des Bauausschusses die Quasi-Fertigstellung der Gewerbegebiet-Erweiterung. Jetzt fehlt nur noch die Begrünung der Erdhügel, die im Herbst erfolgen soll. Denn im Sommer wächst nichts an. Das Gebiet mit seinen 1,5 Hektar Baufläche ist laut Reinhard voll belegt.

Die Ausschreibung für die Begrünungsarbeiten ist dem Bürgermeister zufolge bereits gelaufen. Das Architekturbüro bereite nun die Ausführung der Maßnahmen vor. Folgen werden ebenfalls noch die Ausgleichsmaßnahmen und die Grundstücksübertragungen. In der Umlegungsphase werden die Flächen dann den neuen Eigentümern zugewiesen. „Danach fließt Geld“, so Reinhard.

In dem 2,2 Hektar großen Gebiet siedeln sich fünf Firmen neu an oder erweitern ihre bisherige Fläche. Jöst Abrasives will Verwaltung und Versand dort aufbauen, die Betriebe Koch und Auto Buchhaus sind vertreten ebenso wie der FKP Zeltverleih. Der Zweckverband Abfallwirtschaft des Kreises möchte in Abtsteinach einen Wertstoffhof bauen. Reinhard lobte die reibungslosen Bauarbeiten der Firma Weiß.

Dass es trotzdem zu Verzögerungen kam, die letztendlich zu einer fast doppelten Realisierungszeit der Maßnahme führten, ist dem Bürgermeister zufolge „Baubehinderungen“ geschuldet. Dadurch seien ebenfalls Mehrkosten entstanden. Derzeit prüft man in der Verwaltung die entsprechende Angelegenheit und ebenso die weitere Vorgehensweise.

ZKÜ braucht wegen weniger Fördermitteln ab 2018 mehr Gelder der Überwald-Gemeinden

Im kommenden Jahr sollten sich die drei an der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) beteiligten Gemeinden Gedanken über deren zusätzliche finanzielle Ausstattung machen. Mit diesem Appell schloss Geschäftsführer Sebastian Schröder seinen Sachstandsbericht, den er den Gemeindevertretern auf der vergangenen Sitzung gab. Grund für die Unterdeckung ist seinen Worten zufolge das Auslaufen des Förderprogramms Aktive Kernbereiche und Citymanagement im Jahr 2018, das bisher immer 40.000 Euro jährlich in die Kasse spülte.

Die Stammeinlage von 25.000 Euro ist Schröder zufolge noch komplett vorhanden. An weiteren verfügbaren Mitteln gebe es aktuell etwa 83.000 Euro. Das „Citymanagement“ im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“ betreibt die ZKÜ seit Mitte 2015. Bis Ende 2014 hatten jährliche Efre-Zuschüsse noch zusätzliches Geld in die Kasse gespült.

Von März 2016 bis 2017 agierte man für Mörlenbach im Sinne eines Projektentwicklers. Umfang hier: etwa 10.000 Euro. Wie Schröder betonte, habe man nur durch diese Projekte bei seit dem Jahr 2010 unveränderten kommunalen Zuschüssen in Höhe von 113.000 Euro jährlich noch annähernd ausreichende Erträge erzielt. Denn die Aufwendungen lägen jährlich bei zirka 180.000 Euro.

Der Geschäftsführer wies darauf hin, dass die ZKÜ weiterhin arbeitsintensive Informations- und Vermittlungstätigkeiten im Bereich Tourismus anbiete, „aus denen sich jedoch keine Erlöse erzielen lassen“. Man könne nicht plötzlich Geld für etwa verlangen, das sieben Jahr lang kostenfrei war. Auch Wirtschaftsservice und Gründerzentrum seien als kostenlose Services etabliert.

Er listete bis Ende 2018 eine jährliche Unterdeckung von etwa 25.000 Euro auf, ab 2019 von etwa 65.000 Euro. „Gegen Mitte 2019 dürften die verfügbaren Mittel der ZKÜ aufgebraucht sein“, so Schröder. Weswegen sie spätestens 2018 „eine angepasste Finanzausstattung seitens der drei Gesellschafterkommunen“ Wald-Michelbach, Abtsteinach und Grasellenbach brauche. Im Jahr 2016 ergab sich seinen Worten zufolge ein Fehlbetrag von 6300 Euro.

In punkto Tourismusförderung nannte Schröder als wiederkehrende Aufgaben die Betreuung und Koordination der 26 Geopark-vor-Ort Begleiter, Aktualisierung und Verteilung der Themenbroschüren oder Pflege der Website sowie des Facebook-Auftritts. Auch geschehe die Koordination von Arrangements und Angeboten über die ZKÜ. Im ersten Halbjahr habe es bereits Anfragen mit etwa 3500 Personen gegeben. „Wir bewegen uns auf stabilem Niveau“, so der Geschäftsführer. Aktuell sind fast schon die Zahlen des Gesamtvorjahres erreicht.

Schröder wies daneben auf die Eröffnung der Radlerstation in Wahlen und des Draisinenrundwegs in Mörlenbach hin. Dazu kommen die Glücksorte und eigene Veranstaltungen wie die Überwälder Traumnacht. Mit Blick auf die Wirtschaftsförderung nannte er beim Gründerzentrum 280 Einzelberatungen mit einer Umsetzung von 27 Prozent. Etwa im bundesdeutschen Rahmen. Allerdings hätten Existenzgründungen wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt aktuell an Bedeutung verloren, so Schröder.

Es gehe darum, ein gründerfreundliches Umfeld zu schaffen, Hilfe bei der Standortsuche und dem Gründungsvorgang zu bieten sowie Unterstützung bei der Anfertigung von Businessplänen zu geben, betonte er. Die ZKÜ sieht sich auch als Kontaktstelle zu Behörden, Hochschulen und Partnern, bietet Workshops und Seminare sowie ist auf Messen präsent.

270 Firmen im Überwald werden derzeit von der ZKÜ betreut, erläuterte der Geschäftsführer.  Es gebe eine Bestandspflege zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, Unterstützung bei Krisenmanagement und Unternehmensnachfolge sowie bei Ausbildung, Personalvermittlung und Weiterbildung. Man kümmere sich um Gewerbeimmobilien sowie liefere Kontakte und Unterstützung bei der Suche nach Geschäfts-, Kooperations- und Netzwerkpartnern.

Bea Boshoven-Krämer (SPD) sprach auch im Namen der anderen Gemeindevertreter, als sie die „Erfolgsgeschichte ZKÜ“ würdigte, die weitergeführt werden müsse. Viele Dinge seien in den vergangenen Jahren durch die Gesellschaft angestoßen worden. „Wir können uns nicht erlauben, nicht weiterzumachen“, sagte sie unter großer Zustimmung der anderen Mandatsträger.

Mehrheit im Abtsteinacher Bauausschuss will die Chance „Haus der Steine“ nutzen

Mit den Unesco Global Geopark-Einrichtungen in Abtsteinach befasste sich jetzt der Bauausschuss. Das Thema war in der vergangenen Gemeindevertretersitzung vertagt worden, weil die Unterlagen spät auf den Tisch kamen und die beiden Geopark-Mitarbeiter an diesem Abend nicht anwesend waren. Das in der Hardberg-Gemeinde projektierte „Haus der Steine“ stand im Mittelpunkt der Beratungen. Während sich SPD und Freie Wähler positiv äußerten, machte die CDU finanzielle Bedenken geltend.

Bereits seit Neuordnung der Strukturen des ehemaligen Naturparks Bergstraße-Odenwald zum Geo-Naturpark und heutigen UNESCO Global Geopark spielte man mit dem Wanderzentrum in Ober-Abtsteinach eine herausragende Rolle, so Bürgermeister Rolf Reinhard. Mit den nun zur Verfügung stehenden Mitteln aus dem Programm „Geozentrum Tromm“ könne die Gemeinde rund 300.000 Euro in den Ausbau des „Hauses der Steine“ inklusive Wanderzentrum investieren.

Jetzt gebe es mit dem Ankauf der Apotheke und der Neugestaltung des Ortsmittelpunktes in Ober-Abtsteinach die einmalige Chance, die vorgenannten Gelder, die bis 2020 zur Verfügung stehen, sinnvoll einzusetzen, sagte er. Mit dem anstehenden Umbau des Untergeschosses im Apothekengebäude erschließe man hervorragende Räumlichkeiten, in denen das Thema „bestens bespielt werden könnte“.

Diese Räume wurden laut Bürgermeister bereits vom Geo-Naturpark besichtigt und für sehr geeignet erachtet. Da die Finanzen der Gemeinde zurzeit keine Spielräume bieten, müsse das Haus der Steine über ehrenamtliche Aktivitäten bespielt werden. „Hierzu wäre die Gründung eines Trägervereins angedacht, dessen Vorsitz ich gerne bereit wäre zu übernehmen“, so Reinhard.

Der Bürgermeister bezifferte die jährlichen Unterhaltungskosten der Räume auf 6000 Euro. Dazu komme ein fiktiver Mietausfall von 12.000 Euro. Bei 90 Prozent Förderquote habe man „eine Riesensumme“ für die Investition zur Verfügung. Der Gemeinde verbleibe etwa ein Anteil von 30.000 Euro oder mehr an den Herstellungskosten.

Dirk Dewald betonte aus der Sicht des Geoparks, „wie wichtig das Haus der Steine für Abtsteinach ist“. Es sei optimal im Ort angesiedelt, der eine Grenze zwischen Granit mit dem Steinbruch Mackenheim und Sandstein mit dem Hardberg bilde. „Es wird alles abgebildet“, hob Dewald hervor. Den musealen Teil könne man verknüpfen mit „Aufführungen in der Natur“.

Im „Haus der Steine“ soll seinen Worten zufolge eine mineralogisch-geologische Schausammlung entstehen, die an die besondere Position des Überwaldes im Geopark anknüpft: Zwischen dem östlichen kristallinen Odenwald und dem vorderen Odenwald besteht eine über 330 Millionen Jahre alte Trennungslinie, auf der der Trommgranit intrudiert ist.

Neben dieser Sammlung wird der Fokus auf der Erdgeschichte und Tektonik des vorderen Odenwaldes liegen, die leicht Bezüge zur Plattentektonik herstellt. Bausteingewinnung und Bergbaugeschichte runden die möglichen Themenkomplexe der Ausstellung und der didaktischen Ausrichtung geplanter Veranstaltungen ab.

Die in räumlicher Nähe befindlichen Werkräume des Steinbildhauers Martin Hintenlang, der bereits vielfach mit dem Geo-Naturpark kooperiert, könnten in die Gesamtkonzeption einfließen, sagte Dewald. Neben Symposien zum Thema „Steinbearbeitung“ könnte auch das Leitmotiv des Geo-Naturparks („Zwischen Granit und Sandstein“) gestalterische Umsetzung im Außenbereich des „Hauses der Steine“ oder im Bereich des neu zu schaffenden Marktplatzes finden.

Dewald sicherte der Gemeinde seitens des Geoparks didaktische und finanzielle Unterstützung zu. Dank der Fördermittel fürs Geozentrum Tromm biete sich jetzt die einmalige Möglichkeit für eine Realisierung. Er warb dafür, „dass Abtsteinach diese nutzt“. Über das Unesco-Netzwerk ergäbe sich dann die Chance, das Angebot sehr weit nach außen zu streuen. Was wiederum Werbung für die Kommune bedeute.

Von Willy Schröder (SPD) kam der Antrag, das Projekt voranzutreiben und der Verwaltung einen Planungsantrag zu erteilen, sodass ein Konzept erstellt werden kann. Er wie auch die Freien Wähler sahen diese Entwicklung und die daraus resultierenden Chancen sehr positiv. Peter Jöst (CDU) wünschte sich aus Kostengründen eine Rückstellung. Bei zwei Gegenstimmen der Christdemokraten ging die Empfehlung an die Gemeindevertretung, dem Vorschlag des Ausschusses zu folgen.

Anna Stumpf leitet jetzt den MGV-Frauenchor in Unter-Schönmattenwag

Der MGV Sängerbund freut sich auf die Zusammenarbeit mit Anna Stumpf. Die 21-Jährige übernahm im Kreise des von ihr nun betreuten Frauenchors dieser Tage symbolisch die Stimmgabel von Hans-Joachim Karl. Der Männerchor-Dirigent hatte seit März interimsweise auch das Zepter bei den Frauen geschwungen, nachdem Katharina Blattmann studien- und umzugsbedingt ihre Tätigkeit aufgeben musste. „Anna passt zu 100 Prozent in unser Anforderungsprofil“, freute sich der MGV-Vorsitzende Christian Jöst.

Nach einem vorbereitenden Gespräch und einer „Chorprobe zur Probe“ stellte sich laut Jöst gleich heraus, „dass sie das Zeug dazu und viel Talent hat“. Die so Gelobte ist ebenfalls ganz gespannt auf ihre neue Herausforderung. Denn bisher leitete sie keinen reinen Frauenchor, sondern „nur“ einen Kinder- und Jugend- sowie einen gemischten Chor.

Bei der Begrüßung der neuen Chorleiterin wurde gleichzeitig HaJo Karl für seine Bereitschaft gedankt, interimsmäßig den Dirigentenstab übernommen zu haben. Jöst würdigte den Einsatz des Männerchor-Leiters für die von ihm betreuten Vereine, zu dem neben dem MGV Sängerbund auch die Union in Wald-Michelbach und der Männerchor aus Flockenbach gehören. Für den Vorsitzenden war es aber gleichzeitig wichtig zu betonen, dass es bei den Frauen nun mit einer neuen Leiterin weitergeht „und wieder eine klare Linie drin ist“.

Bis zur Sommerpause sind es jetzt nur noch wenige Chorproben. Allerdings wird nur zwei Wochen ausgesetzt. Danach geht es gleich weiter mit der Vorbereitung des Frauenchors auf den ersten Auftritt unter neuer Leitung bei der eigenen Chorgala im November. Dafür studiert Anna Stumpf auch zwei neue Lieder mit den Frauen ein. Vorher steht eventuell noch ein Freundschaftssingen an. „Man merkt, dass sie richtig Gas geben will“, stellte die zweite Vorsitzende Anette Wiegel die Begeisterung der neuen Chorleiterin fest.

Zum Anlass der Einführung von Anna Stumpf dankten MGV-Vorstand und Frauenchor auch Katharina Blattmann. Diese studiert jetzt in Frankfurt und musste deshalb ihre Tätigkeit beenden. „Der Chor hat sich unter ihr ganz toll entwickelt. Sie hat ihn weit vorangebracht“, betonte Wiegel. Jöst erwähnte außerdem das dankenswerte Entgegenkommen des ebenfalls von ihr geleiteten Volks-Chors Birkenau, der seine Singstunde um eine halbe Stunde verschoben hatte, damit beide Zeiten miteinander harmonierten.

Anna Stumpf, wohnhaft in Mannheim, begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von acht Jahren an der Musikschule Weinheim mit dem Geigenunterricht bei Alexander Gawrilenko. Im Laufe der Jahre erhielt sie mehrere Stipendien sowie einen dreijährigen studienvorbereitenden Kurs, der sie sowohl auf das Abitur als auch auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule vorbereitete. 2014/15 absolvierte sie erfolgreich eine Chorleiterausbildung beim Badischen Chorverband und ist seitdem staatlich anerkannte Chorleiterin.

Die 21-Jährige singt in mehreren angesehenen und erfolgreichen Chören, so beim „Jungen Kammerchor Rhein-Neckar“ unter der Leitung von Mathias Rickert und beim „Kammerchor der Musikhochschule Mannheim“ unter der Leitung von Prof. Harald Jers. Sie studiert Schulmusik mit Hauptfach Gesang an der Mannheimer Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.

Info: Neue Mitsängerinnen sind gerne willkommen. Der Frauenchor hat seine Proben freitags um 18.30 Uhr im Sängerheim.

Anwohner-Unmut über Lkw-Verkehr in Unter-Schönmattenwag wurde in der Gemeindevertretung thematisiert

Um den unzulässigen Lkw-Verkehr auf dem Rothenberger Weg in Unter-Schönmattenwag ging es der BfW-Fraktion in einem Antrag für die Gemeindevertretung. Man wollte im Sinne der Anwohner erreichen, dass die Holzlaster den festgelegten Weg über die Wüstenbach einhalten. Allerdings kein Thema für die Mandatsträger, sondern beim Ordnungsamt angesiedelt, hieß es aus der Runde.

Christiane Hennrich erläuterte, dass verschiedene Bürger auf die Fraktion zugekommen seien und ihrem Unmut Luft gemacht hatten. Wohl auch bei anderen Gemeindevertretern, wie sich aus den Reaktionen erkennen ließ. Bis zu zehn Lkw am Tag fahren laut der BfW-Frau durch den Rothenberger Weg. Und das auch in der Nacht oder am frühen Morgen. Transportiert werde Holz. „Das führt zu einer erheblichen Lärmbelästigung der Anwohner und belastetet die Straße übergebührlich“, sagte sie.

Hennrich wies darauf hin, dass seitens der Gemeinde eine andere Abfahrtsroute über Wüstenbach und Parkplatz Breisch-Ruhe ausgewiesen worden sei. Die Gemeinde sei als Ordnungsbehörde in der Verantwortung, meinte sie. Das war auch die Zielrichtung von Gemeindevertreter-Vorsitzendem Nothung Köhler, dem der Sachverhalt ebenfalls bekannt war. Das Ordnungsamt habe das Thema in Verbindung mit dem Forstamt zu klären, sagte er. Er empfahl den Betroffenen, entsprechende Anzeigen zu erstatten.

Die mehrmals bekräftigte Aussage von Günther Roßbach (FW), sich als Gemeindevertreter nicht zuständig zu fühlen, führte zu kleineren Wortgefechten mit BfW-Vertretern, die den Anliegen der Bürger einen entsprechenden Raum geben wollten. Aus dem Zuschauerraum kam von einem Anwohner der Hinweis, dass sich die Straße schon welle. Wenn sie saniert werden müsse, müssten dafür nicht die Verursacher zahlen, sondern die Anwohner.

Ebenfalls Hennrich wollte Näheres zum Projektneubau Betreutes Wohnen mit Arztpraxen in der Schwalbengasse wissen. Die Planung solle im Bau- und Energieausschuss unter Einsichtnahme in die Pläne erläutert werden, forderte sie. Ihr ging es dabei vor allem um die Parkplatzsituation und Verkehrsführung. Sie befürchtete viel Verkehr in der Gass und im Bereich des Parkplatzes Oberle.

Gerade die Gass als gute Stube der Gemeinde „sollte nicht übergebührlich belastet werden“, so Hennrich. Weswegen sie im Vorfeld eine Offenlegung der Verkehrssituation forderte. Der Gemeindevertreterin waren daneben die Zuwegung Richtung Rathaus und Schwalbengasse sowie Ampel und Ludwigstraße wichtig. „Es gibt noch keinen Bauantrag und keinen Bebauungsplan“, entgegnete Köhler. Wenn diese vorlägen, „sehen Sie, wo Parkflächen und Zufahrten sind“.

Letztendlich, betonte der Vorsitzende, entscheiden dann die Gemeindevertreter. Nach der Offenlage könne sich durchaus der Plan noch einmal komplett ändern. Weshalb er alle jetzigen Annahmen als „spekulativ“ bezeichnete und den Antrag von Hennrich als verfrüht. „Wir können darüber reden, wenn die Offenlage gelaufen ist“, sagte auch Bürgermeister Joachim Kunkel. „Alles geht seinen normalen Weg“, meinte Stefan Doetsch (CDU).

Aus dem Igena-Abenteuer wurde in Wald-Michelbach eine Erfolgsgeschichte

Der aktuelle Infobesuch von Gemeindevorstand und -vertretern zusammen mit Beiratsmitgliedern bei der Igena war gleichzeitig auch so etwas wie eine Zäsur. Denn für den scheidenden Bürgermeister Joachim Kunkel, einer treibenden Kraft bei der Gründung des Industrieparks, war es der letzte Abstecher zu dieser 100-prozentigen Tochter der Gemeinde. Geschäftsführer Steffen Reinsch nutzte deshalb die Gelegenheit zu einer Laudatio auf den 58-Jährigen.

Nach der Coronet-Insolvenz 2005 habe es in Affolterbach und Wahlen Nachfolgelösungen gegeben. Die in Wald-Michelbach sei leider nicht das Gelbe vom Ei gewesen, so Kunkel. Bereits in den Jahren 2006 bis 2008 war laut Bürgermeister absehbar, „dass ein Leerstand entstehen wird“. Erschwerend kam hinzu, dass in den Betrieb Jahrzehnte lang nur wenig investiert wurde.

In vielen internen Gesprächen und ebenso mit Bankenvertretern erörterte man, „was wir als Gemeinde tun können“. Im ersten Halbjahr 2009 habe man damals den Beschluss gefasst, alles zu übernehmen. „Mit sehr großer Mehrheit“, betonte Kunkel. Falls nicht genug Mieteinnahmen fließen sollten, habe man für die ersten drei Jahre einen Betriebskostenzuschuss von 500.000 Euro bereitgestellt. Geld, das nie in Anspruch genommen werden musste, freute sich der Rathauschef. Das aufgebaute Nahwärmenetz und die Solaranlage auf dem Dach bezeichnete er als Selbstläufer.

Die Entscheidungsträger gingen damals laut dem Bürgermeister „bewusst ein Risiko ein“, um auf diesem zentralen Gelände keine Industriebrache entstehen zu lassen. Denn mit einer solchen hatte man bereits ungute Erfahrung im Gebiet Richtung Aschbach gemacht. Der „anfangs steinigen Weg“ ließ sich nach und nach immer besser beschreiten. Die Gründung einer GmbH habe sich bewährt, um schnell Entscheidungen treffen zu können. „Ansonsten gäbe es die Igena in ihren heutigen Ausmaßen nicht“, betonte Kunkel.

Schon seit den Jahren 2010/11 schrieb der Betrieb seinen Worten zufolge schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr habe man zusätzlich 100.000 Euro Stammkapital eingestellt, „um das Kreuz der Gesellschaft zu stärken“. Kunkel nutzte seine Abschiedsworte, um denen zu danken, „die zu Beginn die Bedeutung erkannten“. Aktive Wirtschaftsförderung einer Gemeinde bedeute auch, Flächen zur Verfügung stellen zu können.

Die heutige Erfolgsgeschichte Igena bedeutete Reinsch zufolge damals „ein unheimlich hohes Risiko für alle Beteiligten“. Aktuell gebe es 34 Mieter mit über 140 Arbeitsplätzen, sagte er. Neben den zwei Millionen Euro für Nahwärme und Solar gab es eine Million Euro an weiteren Investitionen. Dazu kamen noch eine Million für Reparaturarbeiten an Gebäude und Gelände. Außerdem, so der Geschäftsführer, habe die Igena in den acht Jahren ihres Bestehens bereits 400.000 Euro an die Gemeinde abgeführt.

Allerdings bleibt immer noch viel zu tun. „Wir haben noch viele Altlasten“, führte Reinsch aus. Auch in den kommenden Jahren „werden die erwirtschafteten Mittel reinvestiert“. Inzwischen habe man aber eine ordentliche Substanz geschaffen, „mit der sich arbeiten lässt“. Die Igena, lobte der Geschäftsführer, „wird immer mit dem Namen Joachim Kunkel verbunden bleiben“. Beizeiten habe der Bürgermeister die Fäden gesponnen. „In 20 Jahren können Sie noch stolz sein auf dieses Werk“, sagte er. Als Dank gab es einen Wanderrucksack, gefüllt mit einer deftigen Brotzeit und einigen Ausflugstipps.

Reinsch und der kaufmännische Geschäftsführer Werner Lipp führten den Erfolg des Industrieparks nicht nur auf die günstigen Mietkonditionen, sondern auch auf dessen Flexibilität und die speziellen Servicekonditionen für Mieter zurück. Wächst der Betrieb, gebe es immer Reserveflächen für eine meist problemlose Ausweitung. Aber auch eine Verringerung ist möglich. Die variablen Möglichkeiten „haben sich bei Kunden herumgesprochen“. Sie sind laut Reinsch „einzigartig in der Region“.

Eine Besichtigung von drei Betrieben schloss sich an. Die Firma Somaritec hat sich unter anderem auf den Bereich Industrienähtechnik spezialisiert und ist in der Lage, jede Maschine selbst zu konstruieren, zu bauen und zu programmieren. Bei der Water Future Systems handelt es um den neusten Igena-Mieter. Sie beschäftigt sich mit der Extrusion von Kunststoffschläuchen zur Bodenbewässerung. Die Firma Awematic hat inzwischen 27 Mitarbeiter und produziert aufgrund der großen Nachfrage in drei Schichten. Sie fertigt Werkzeuge und Formen für die Gummiindustrie.