Neuer Stellvertreter gefunden: Wolfgang Schinzel unterstützt Renate Lautenschläger an der Spitze des VdK-Ortsverbands

Wolfgang Schinzel ist der neue stellvertretende Vorsitzende des VdK-Ortsverbands. Er wurde einstimmig von den anwesenden Mitgliedern gewählt. Der kommissarische Juniorenvertreter im Kreis stellte sich vor seiner Wahl auf der Jahreshauptversammlung vor. Schinzel stammt aus seiner „VdK-Familie“. Schon sein Vater war Mitglied, er selbst ist es seit etlichen Jahren. Ihm ist es ein Anliegen, den Sozialverband zu unterstützen und für die Mitglieder vor Ort zu sein. Die Vorsitzende Renate Lautenschläger betonte beim Treffen die sehr positive Mitgliederentwicklung.

Der Posten von Lautenschlägers Stellvertreter konnte auf der vergangenen Jahreshauptversammlung „leider nicht besetzt werden“, erläuterte sie. Umso mehr freute sie sich, dass es jetzt klappte. Schinzel ist auch ihr Stellvertreter im gemeindlichen Seniorenbeirat. Mit Blick auf die stetig wachsende Zahl an VdK-Mitgliedern zeigte sie sich zuversichtlich, dass der Sozialverband „als eine starke Stimme für mehr soziale Gerechtigkeit wahrgenommen wird und auch tatsächlich etwas bewegen kann“.

Der Landesverband Hessen-Thüringen erreichte zum Jahresende 2018 die beeindruckende Zahl von 275.000 Mitgliedern, so Lautenschläger. „Das ist der absolute Rekord in der Geschichte.“ Der Ortsverband zählt aktuell 190 Köpfe. Nach neun Eintritten 2018 folgten in diesem Jahr bereits zwölf weitere, sagte sie. Dem stehen 16 Abgänge gegenüber. „Ohne den Einsatz der ehrenamtlich Aktiven könnte der Verband keine Mitgliederzuwächse erzielen“, betonte die Vorsitzende.

Damit die 13.000 Ehrenamtlichen im Landesverband in Zukunft noch besser informiert sind und ihre Arbeit noch erfolgreicher organisieren können, gibt es Lautenschläger zufolge seit Anfang des Jahres das „VdK-WiKi“. Es ist ähnlich aufgebaut wie Wikipedia. Dort ist das gesamte VdK-Wissen verfügbar. Schinzel und sie hätten bereits an einer Schulung teilgenommen „und wir nutzen es fleißig“.

Mehr als 24.000 Menschen haben die VdK-Petition für mehr barrierefreies Bauen in Hessen unterzeichnet, informierte Lautenschläger. Allein über den Ortsverband kamen fast 100 Unterschriften zusammen. Die Unterschriften wurden Ende Juni dem Präsidenten des hessischen Landtags übergeben. Die aktuelle Forderung und Kampagne des VdK lautet „Rente für alle“.

Der Sozialverband fordere unter anderem: Alle Erwerbstätigen müssten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, auch Beamte, Selbstständige und Politiker. Große Vermögen und hohe Einkommen sollten so besteuert werden, dass ein sozialer Ausgleich ermöglicht und Altersarmut verhindert wird. „Arbeit und Lebensleistung müssen belohnt werden“, so der VdK. Wer jahrzehntelang auch aus kleinen Einkommen Beiträge bezahlt, muss auf eine ausreichende gesetzliche Rente vertrauen können.

Schriftführerin Brigitte Ritter informierte über die Aktivitäten seit der vergangenen Jahreshauptversammlung. Darunter waren Jahresabschlussfeier, Kaffeenachmittag mit Kindertrachtentanzgruppe des OWK sowie der Tagesausflug nach Weikersheim und Bad Mergentheim. Sie nannte auch die Alten- und Krankenbesuche, die sie mit der Frauen-Vertreterin Brunhilde Fiedler durchführt.

Kassenführerin Irmgard Jurcza berichtete kurz über die Einnahmen und Ausgaben sowie den Kassenstand Ende 2018. Die Revisoren Dieter Siebig und Luzia Siefert prüften die Konten des Ortsverbandes. Sie fanden sämtliche Unterlagen in Ordnung vor. Siebig beantragte die Entlastung des Vorstands, die einstimmig gewährt wurde. Für den Kreisverbandstag 2020 wurden anschließend zwei Delegierte und zwei Nachrücker gewählt.

VdK-Mitglieder, die noch keine SOS-Dose haben, können sich bei Brigitte Ritter melden, so Lautenschläger. Denn für Mitglieder ist diese Dose kostenfrei. Da der nächste VdK-Beratungstermin in Wald-Michelbach erst am 14. Oktober stattfindet, kann jedes VdK-Mitglied vorher auch freitags von 14 bis 16 Uhr nach Mörlenbach ins Rathaus zu den dortigen Terminen fahren. Diese werden von Hans-Jürgen Kemmer durchgeführt.

Für den Mehrtagesausflug vom 8. bis 13. September nach Bischofsmais im bayrischen Wald hat die Vorsitzende inzwischen 40 Reiselustige gefunden. Das bedeutet, dass die Reise nun weniger kostet, da die Busfirma Staffelpreise je nach Anzahl der Mitreisenden abrechnet. Lautenschläger wies auf die kommenden Termine hin: den Info- und Kaffeenachmittag am 19. Oktober mit der Referentin Aruna Whitworth zum Thema gesunde Ernährung und die Jahresabschlussfeier am 7. Dezember. tom

Ehrungen: 25 Jahre Mitgliedschaft Karin Jöst, zehn Jahre Luzia Siefert, Reinhard Tober, Oliver Guthier, Harald Büchler, Bernhard Walter, Hildegard Haubert, Jürgen Höfler

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Heimatgeschichte vor dem Vergessen bewahren

Ein Stück fast vergessene Heimatgeschichte aus dem Überwald gibt es jetzt Schwarz auf Weiß zu erwerben. Der Wald-Michelbacher Heimatforscher Hans-Günther Morr hat in jahrelanger Kleinarbeit Details der Segelflugschule in Gras-Ellenbach zwischen 1938 und 1945 zusammengetragen. Mit Unterstützung der Gemeinde, wo er mit Bürgermeister Markus Röth einen tatkräftigen Unterstützer fand, wurden die Rechercheergebnisse nun zu einer 43-seitigen Broschüre gebunden, die die Augen lokalgeschichtlicher Interessierter sicherlich glänzen lässt.

„Selbst ältere Mitbürger können sich nur noch dunkel erinnern, dass einmal im oberen Ulfenbachtal ein reger Segelflugbetrieb herrschte“, schreibt Morr in seinem Vorwort. Es war ihm ein Anliegen, dieses Kapital Heimatgeschichte aufzuarbeiten, „bevor es gänzlich in Vergessenheit gerät“. Denn Unterlagen waren so gut wie keine zu finden. Leider, bedauerte er, leben auch die früheren Flugschüler allesamt nicht mehr – der letzte aus der alten Garde starb vor zwei Wochen.

„Leider hatte ich nicht die Zeit, mich selbst damit zu beschäftigen“, sagte der lokalgeschichtlich interessierte Bürgermeister bei der Vorstellung des Büchleins. Die Flugschule, so Röth, hatte ihren Hangar am Dachsberg „auf einem berühmten Areal“: nämlich dem des späteren Sägewerks Monnheimer, das es dort ab 1955 gab und für dessen Zwecke die Halle umgewidmet wurde. Sie brannte 2015 beim ersten großen Feuer ab.

Die ersten Nachforschungen stellte Morr bereits vor weit mehr als 25 Jahren an. Presseveröffentlichungen führten im Jahr 2000 zum Zusammentreffen der ehemaligen Segelflugschüler aus allen Ecken und Enden des Odenwald und der Bergstraße, was ein Bild aus der Odenwälder Zeitung belegt. Es gab im Nachklapp noch einige Rückmeldungen von ehemaligen Teilnehmern. Vor eineinhalb Jahren kam der Hobby-Historiker dann auf Röth zu, um das Ergebnis der Nachforschungen gebunden zu veröffentlichen. Und traf auf offene Ohren.

Natürlich war dem Bürgermeister der Spagat bewusst, Ereignisse aus den Jahren 1938 bis 1945 aufzuarbeiten, ohne dabei gleichzeitig der damaligen Willkürherrschaft Raum zu geben. Denn eine Segelflugschule diente „im Gesamtkontext des Regimes ohne Zweifel militärischen Zwecken“. Weshalb beide auch im Büchlein auch die „Distanzierung von der NS-Ideologie“ deutlich hervorheben.

„Wir wollten aber unabhängig vom Zeitraum die Historie beleuchten“, betonte Röth. Es war ihm wichtig, diesen Teilaspekt aus vergangenen Gras-Ellenbacher Tagen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Wir neigen dazu, Vergangenes schnell zu vergessen, ohne zu wissen, dass die Gegenwart ein Produkt des Vergangenen ist“, sagte er. Aus der historischen Aufarbeitung lasse sich auch die Zukunft besser erklären.

Morr hat auch noch einen ganz persönlichen Bezug zu den Segelfliegern im Norden des Überwalds. 1943/44 fuhr er als kleiner Bub mit der Bahn von Wald-Michelbach nach Wahlen und lief zu Fuß nach Gras-Ellenbach, um dort die Flugaktivitäten anzuschauen. „Ich wollte später auch irgendwann mal bei denen mitmachen“, erinnert er sich. Aber mit Kriegsende ging die Geschichte der Flugschule schnell und unrühmlich zu Ende. Sie wurde aufgegeben und dann von der Bevölkerung „ausgeschlachtet“.

In späteren Jahren ging Morr in diesem Bereich oft spazieren, traf dabei irgendwann einmal den früheren Wassermeister der Gemeinde, Fritz Kessler. Man saß auf der Bank, tauschte sich aus, und dann förderte Kessler ein Bild zutage, das jetzt auf der Titelseite des Büchleins zu finden ist: einen Segelgleiter SG 38 beim Flug über die Landesstraße L 3105 im Herbst 1942.

Von Kessler bekam der Autor auch den Tipp, Käthe Wilberg, geborene Bauer, anzusprechen, die damals „für die Buwe kochte“. Morr war angefixt, rief auf dem Rathaus an, bekam den Tipp, dass die Betreffende inzwischen in Hammelbach verheiratet war, ließ sich auch vom abweisenden Ehemann an der Haustür nicht abhalten, lief ums Haus herum und traf dort, es muss Anfang der 90er Jahre gewesen sein, auf Käthe Wilberg. Deren Enkelin war es nun, die die Broschüre druckte. So schließt sich der Kreis.

„Sie hatte eine Album mit alten Bildern, die ich verwenden durfte“, freut sich Morr im Rückblick. „Endlose Stunden“ saßen die beiden im Vorgarten zusammen, der Wald-Michelbacher notierte eifrig mit. Die Fotos ließ er sich im prädigitalen Zeitalter beim Fotostudio Bucher reproduzieren. Mit dem Wissen einiger anderer Zeitzeugen entstand das Büchlein. Viel Zeit verbrachte Morr auch mit Heinz Monnheimer, der ebenfalls einige Aufnahmen beisteuerte. „Ich bin stolz und glücklich, dass es jetzt mit dem Büchlein geklappt hat“, meint er abschließend.

Info: Das Büchlein „Segelflugschule in Gras-Ellenbach, Geschichte in Text und Bilder einer Epoche von 1938 bis 1945“, ist zum Selbstkostenpreis von fünf Euro erhältlich auf den Rathäusern von Hammelbach und Wald-Michelbach sowie in der Kurverwaltung Gras-Ellenbach (Nibelungenhalle).

Kinder tollen auf dem Spielplatz herum

Fröhlich tollen die Kinder auf dem Gelände herum. Wippe, Rutsche, Schaukel und Kletterturm werden in Beschlag genommen. Das verdeutlicht am besten, dass die Anlage des Spielplatzes im Kurpark eine feine Sache und tolle Idee war. Deshalb freuten sich die Organisatoren von der IG „Aktives Gras-Ellenbach“ und des Kneipp-, Kur- und Verkehrsvereins (KKVV) als Unterstützer umso mehr über die Realisierung nach etwa eineinhalb Jahren Vorlaufzeit.

Die Idee entstand Anfang 2018, erläuterte Christoph Dörsam, der bei der IG zusammen mit Andre Arnold in vorderster Front tätig war. „In Gras-Ellenbach gibt es nicht so viele Spielplätze“, stellten die jungen Väter „am eigenen Leib“ fest. „In unserer Generation haben jetzt viele Kinder“, sagte Dörsam. Deshalb war es naheliegend, für die eine Gelegenheit zum Herumtollen zu schaffen.

Da die Gemeinde bekanntermaßen nicht übermäßig mit finanziellen Mitteln gesegnet ist, „versuchten wir das Projekt selbst aufzuziehen“. Mit großem Erfolg. Ortsbürger wurden angesprochen, Gemeindevertreter, Firmen, der KKVV ins Boot geholt, was dann auch eine Erweiterung zum Generationspark, zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt, bedeutete.

In der Gemeindevertretung stieß man auf offene Ohren, erinnerte sich Dörsam. Das Budget ist zwar beschränkt, „aber natürlich unterstützen wir euch und machen was locker“, bekamen die Macher signalisiert. Deren Favorit für den Spielplatz war schon immer der Kurpark. Allerdings wollte man zuerst die Bevölkerung beteiligen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wurde, denn der Buchackerweg und der Parkplatz Nibelungenhalle standen ebenfalls zur Diskussion.

Dass es dann der präferierte Platz wurde, stieß allgemein auf viel Zustimmung. Denn der Kurpark erfährt dadurch neue Belebung, freuten sich alle Redner an diesem Tag. Die IG ging im Vorfeld der Einweihung her, schnitt die Hecken, mähte ab, richtete alles her, sodass der „idyllische Platz mit viel Schatten, weg von der Straße“, in neuem Glanz erstrahlt.

Die Spendenakquise verlief sehr erfolgreich, zeigte sich Dörsam den Unterstützern gegenüber dankbar. Mit Hilfe von Bürgermeister Markus Röth wurde ein Konzept er- und potenziellen Geldgebern vorgestellt. Das muss wohl Eindruck gemacht haben, denn neben zwei Großspenden von zusammen 10.000 Euro trudelten auch zahlreiche kleinere in derselben Höhe ein.

Neben ortsansässigen Betrieben machten ebenso die Bürger viel Geld locker. „Wir waren von der Resonanz sehr positiv überrascht“, betonte Dörsam. Die evangelische Kirchengemeinde Hammelbach ließ – als Beispiel – zwei Mal den Klingenbeutel für den Spielplatz rumgehen. Denn, so sagte Pfarrer Stefan Ningel, es handelt sich um eine vorbildliche Aktion für die Gemeinschaft.

Der gemeindliche Bauhof packte schließlich an, als es um die Aufstellung und Montage der Geräte ging. Helfer aus der IG spuckten aber ebenfalls in die Hände. „Wir sehen es als lebendes Projekt“, erzählte Dörsam. Die Aktiven sind auf dem Weg, „aber noch nicht am Ende der Reise“. Weitere Spiel-, aber auch Sportgeräte sollen noch hinzukommen. Deshalb ist zusätzliche Unterstützung, ob jetzt finanziell oder durch „Manpower“, mit Tatkraft und Ideen immer gern gesehen.

Dörsam zeigte sich „top zufrieden“ und lobte den „super Platz“, auf dem diese schöne Nutzung möglich sei. Nestschaukel, Karussell oder Sandkasten finden sich dort ebenso wie Kletterturm, Rutsche oder Wippe. Zur Einweihung gab’s an diesem Tage einen Menschenkicker als Extra obendrauf. Dazu kommen Fitnessgeräte wie Reck oder Crosstrainer – und die Sonnenliege für danach. Nicht zu vergessende die bestehende Kneipp-Anlage.

Alle Geräte wurden ständig belagert, was Christoph Dörsam von einer „sehr guten Resonanz“ seitens der Bevölkerung sprechen ließ. Auch das Feedback war sehr positiv. Das zeigte dem harten Kern der IG-Helfer von etwa zehn Personen, dass die viele Arbeit gut investiert war. Zusätzlich gab es „überragende Unterstützung“ durch die Ortsvereine.

Für die Gemeinde, die aus ihren Mitteln 20.000 Euro beisteuerte, freute sich Bürgermeister Röth über die Fertigstellung. KKVV-Vorsitzender Gerald Kessler wies auf die Aufwertung des Kurparks hin. Durch den Spielplatz erfahre das Prädikat des Ortes als Kneipp-Heilbad weitere Unterstützung. Für die zusätzlich vorgesehenen Geräte sind bereits Anträge gestellt, informierte er. Denn eine Erweiterung am Weg Richtung Strieth ist angedacht

Themen: Barrierefreiheit und gesundheitliche Versorgung

Der Sachstandsbericht über die bisherigen Aktivitäten des Seniorenbeirats stand im Mittelpunkt der ersten öffentlichen Sitzung im Ratssaal. Es ging außerdem um den Stand des Fragenbogens zur Barrierefreiheit und die damit verbundenen Fragen an den Gemeindevorstand. Zu diesem Punkt und zur gesundheitlichen Versorgung in Wald-Michelbach gab es unter den etwa 25 Anwesenden eine rege Diskussion.

Seit über einem Jahr beschäftigte sich die Gemeinde mit der Gründung eines Seniorenbeirates, erläuterte Vorsitzender Matthias Vercrüsse. Nach mehreren Anläufen erfolgte Anfang Mai die Gründung. „Wir sehen unsere Aufgabe in der Unterstützung und Förderung älterer Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens“, sagte er. Man wolle die Bedürfnisse der Senioren bündeln und an die Ausschüsse sowie Gremien der Gemeinde weiterleiten.

Laut seinem Statement sind 25 Prozent der Einwohner von Wald-Michelbach über 65 Jahre alt. Deshalb sei es wichtig, eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenbeirat und diesen aufzubauen. „Nur im Dialog können wir seniorenrelevante Fragen an die Kommune weiterleiten“, betonte Vercrüsse. Er nannte als Beispiel die Bereiche Infrastruktur und Verkehrsmaßnahmen, Sozial- und Gesundheitswesen, Altenhilfeplanung oder Beratungsangebote.

Weiter geht es aber auch um Konzeption von altersgerechtem Wohnen, Freizeit-, Kultur- und Sportangebote, Bildung und Weiterbildung, Zusammenarbeit mit Trägern der Altenhilfe und mit in der Altenhilfe tätigen Organisationen sowie die Förderung von Selbsthilfeorganisationen. Der Seniorenbeirat berate und unterstütze die Gemeindeorgane in Angelegenheiten, die ältere Einwohner betreffen und vertritt deren Interessen.

Wie der Vorsitzende betonte, gibt es ein Anhörungs-, Vorschlags- und Rederecht für den Seniorenbeirat in den Gremien. „Dieses wollen wir in vollem Umfang nutzen und bauen auf die Mithilfe der älteren Menschen.“ Man sei jedoch bei diesen Themen auch offen „für jüngere Bürger, die sich an uns wenden“.

Beim ersten Treffen wurden bereits einige dieser Themen angesprochen. So ging es um die Barrierefreiheit innerhalb Wald-Michelbachs und den Fortschritt des Fragebogens dazu. Auch wurden die Teilnahme an Sitzungen der Ortsbeiräte, Sprechstunden für Senioren und die Art der internen Kommunikation thematisiert.

Die Seniorenvertreter, listete Vercrüsse auf, nahmen in den vergangenen eineinhalb Monaten bereits an mehreren Veranstaltungen teil: Seniorenausflug, Jugend-, Senioren-, Sport- und Kulturausschuss oder Gemeindevertretersitzung, um nur einige zu nennen.

Eine rege Diskussion über Barrierefreiheit und gesundheitliche Versorgung in Wald-Michelbach schloss sich an. Tenor: Um überhaupt eine Anfrage an die Gemeindevertretung zu stellen, sollte erst einmal eine Zustandsanalyse erstellt werden. Diese Anfrage wird nunmehr formuliert. Eine Rollstuhlfahrerin machte auf Punkte aufmerksam, die ihr Schwierigkeiten bereiten: Bordsteinkanten, Schotterwege, Laden- und Geschäftseingänge. Die Zahl der Seh- und Hörgeschädigten in Wald-Michelbach ist nicht bekannt, ergab eine entsprechende Anfrage aus Besucherkreisen.

Vercrüsse ergänzte, dass der Seniorenbeirat eine Sprechstunde im Rathaus einrichten will. Diese soll einmal im Quartal stattfinden, bei Bedarf ist aber eine Änderung möglich. Angeregt wurde darüber hinaus die Teilnahme am Kreis- und Bezirksseniorenbeirat. Außerdem gab es die Initiative, eine Studie zur Untersuchung der „Lebensqualität der über 65-Jährigen im Überwald“ in Auftrag zu geben. Zur Finanzierung sollte man bei verschiedenen Stiftungen anfragen.                           tom

 

Info: Nächste öffentliche Sitzung des Seniorenbeirates ist am Mittwoch, 18. September, um 19.30 Uhr. Der Seniorenbeirat ist unter E-Mail seniorenbeirat@gemeinde-wald-michelbach.de erreichbar.

Franz Kain lud sich unterhaltsame Gäste in den Schlosshof ein

Da ist der Lokalmatador in seinem Element. Wenn Franz Kain einlädt, ist natürlich auch ein saftiges Stück Franz Kain mit drin. Der Kabarettist kennt sie alle, die Woinemer Befindlichkeiten, und lässt sich trefflich „uff Woinemerisch“ drüber aus. Eingeladen hat er sich zum „Zehnjährigen“ als Solokünstler alte und junge Weggefährten zum Open-Air in den Schlosshof.

Eine sticht dabei besonders heraus und läuft dem Gastgeber fast den Rang ab: Anna Krämer, die als Sängerin begeistert und dabei noch Witz ohne Ende mitbringt. Aber sicher kein Problem für Kain: Denn er kennt die Vollblut-Entertainerin der „Schönen Mannheims“ ja schon lange. Markus König von den „Spitzklickern“ sowie Felicitas Hadzik und Kains Tochter Patricia als Duo „Zweisamkeit“ runden den gelungenen Abend ab.

Die Kugel Eis beim „Eishäusl“ für 1,10 Euro. „Ist auf die Waffel Pfand?“, fällt Kain da nur noch ein. Von Tempo 10 auf der Mannheimer Straße ist es nur ein kleiner Sprung zu den ewigen Autobahnbaustellen, bei denen nie ein Bauarbeiter anzutreffen ist. Der Kabarettist lässt sich wort- und gestenreich über die „Orte der Ruhe und des Friedens“ aus, menschenleer, das „Stonehenge des Straßenbaus“ mit den weiß-roten Pylonen.

Mit den Kaulquappen im Schlossparkteich hat Kain ein lohnendes Ziel seines Spotts gefunden, das mit viel Applaus honoriert wird. Schon wieder kann die Bühne dort nicht gestellt werden – letztes Jahr waren die Enten schuld. Seine Erstbesteigung des Boxspringbetts und der gequälte Müsliriegel-Ruf von Seitenbacher sind ebenfalls mitten aus dem Leben gegriffen.

Kontrastprogramm dann mit Felicitas Hadzik und Patricia Kain. „Waterloo“ aus dem Abba-Musical, das beeindruckende Duett „A million Dreams“ und „One Night only“ als Grund, „weshalb wir uns extra in die Paletten geschmissen haben“. Die beiden verstehen die Gäste im sehr gut gefüllten Schlosshof zu begeistern. „Der Papa hatte keine andere Wahl als uns auftreten zu lassen“, scherzt Patricia. Aber bestimmt nicht nur, weil sie seine Tochter ist… Das zeigen sie auch noch einmal in der zweiten Hälfte.

Markus König, grinst der Angesprochene, kennt er länger als seine Tochter. „Mit dem trete ich schon 36 Jahre auf“ – davon 27 mit den „Spitzklickern“. Beide schreiben auch gemeinsame die Szenen – das merkt man. Kain-König harmonieren wie ein altes Ehepaar und spielen sich wortreich gegenseitig die Bälle zu.

Ihr Sketch rund um die Fußballer-Väter, die sich einen Showdown neben dem Spielfeld liefern und dabei die Kids aufstacheln, dem jeweils anderen eine „Blutgrätsche“ zu verpassen, ist klasse. Immer mehr steigern sich die Comedians hinein, um sich dann selbst an die Gurgel zu gehen – wie aus dem richtigen Leben, woher die Idee natürlich auch stammt.

Auf die Spitze treiben es die beiden später als Kampfhundehalter von Drago und Milo. Das ist so derb, so herrlich, wie sich Kain und König über die Intoleranz der Nichthundehalter aufregen, aber gleichzeitig ihre Vierbeiner noch so richtig aufhetzen, am Jogger zu knabbern, dass einem fast das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Rolle traut man Markus König, der sich vorher noch filigran auf dem Piano über die mitmenschlichen Klischees beklagt, gar nicht zu.

Zu didaktischer Hochform läuft der Spitzklicker daneben auf, wenn er falsche Wortbilder karikiert. Ob es ein Schlag mit Bronchial-Gewalt ist, Verkehrsschilder retouchiert werden, dem Kerl eine Lotion erteilt wird oder der Pflichtverteidiger eine Konifere ist: Wie er da auf dem Stuhl vor sich hinsinniert, hat das viel von einem Rolf Miller, der ebenfalls die Macht des (unausgesprochen) Wortes par excellence beherrscht.

Und dann kommt sie: Anna Krämer. Die „Crème de la Krämer“ hat es in sich. Das Publikum kann gar nicht anders, es ist mitten im Geschehen. Anna Krämer schreitet durch die Reihen, improvisiert, singt, bezirzt die Leute. Sie sprüht förmlich vor Lebenslust, ihre große Präsenz als Entertainerin ist im ganzen Schlosshof spürbar.

Einen drauf setzt sie noch mit dem „Baby don’t care“. Nicht nur die Stimme ist klasse, voluminös, wandlungsfähig, melodisch, Krämer schafft es zwischen den Songfragmenten in einer Riesenshow die Besucher mit deren angeblichen Gedanken einzubinden und später dann auf der Bühne das gleiche in umgekehrte Richtung zu variieren. Dann noch eine Hommage an Edith Piaf und Udo Jürgens: Das macht jetzt schon Lust auf ihren Soloauftritt in der Alten Druckerei am 8. November.

Austausch bei Windbeuteln über Windkraft

Die Lage ist einfach nur sehr idyllisch. Saftig-grüne Wiesen, dunkle Wälder ringsherum, viel Sonne: So herrlich liegt das Café Bauer im Gassbachtal. Von der Terrasse aus kann man in absoluter Ruhe den Blick über die Odenwald-Landschaft schweifen lassen. Bis er an dem Windrad hängen bleibt, das direkt über dem Waldstück in die Höhe ragt. Ein passender Ort für Landrat Christian Engelhardt, um unter dem Motto „Nachhaltiger Klimaschutz gegen nachhaltiger Landschaftsschutz“ über Windkraft ins Gespräch zu kommen.

Von der Walburgiskapelle aus war die kleine Gruppe zuvor mitten durch die Windenergieanlagen des Kahlbergs hinüber nach Hammelbach gewandert. Engelhardt besorgte sich noch kurz seine Sonnencreme, bevor man Open-Air Platz nahm. Roland Bauer gab dort Infos zum 1965 von seinem gegründeten Café, das er seit dem Jahr 2000 leitet. Spezialität: Windbeutel. Bürgermeister Markus Röth zeigte sich „froh über das Gassbachtal“, das „hochfrequentiert von Touristen“ sei. Die Windkraft sah er im Spannungsfeld zwischen Natur und Tourismus.

Röth war das „schwierige Feld“ bewusst, auf dem er sich bewegte. Denn Diskussionen seien leider „gar nicht großartig sachlich möglich“. An diesem Tag sowieso nicht, denn Windkraftgegner waren zu dem Termin nicht eingeladen. Mit dem BUND Bergstraße und seinem Vorstandssprecher Guido Carl kam allerdings ein expliziter Befürworter dieser Form der Erneuerbaren Energien ausführlich zu Wort.

Im Bereich Kahlberg arbeiteten laut Röth die Gemeindevertretungen von Grasellenbach und Fürth einvernehmlich zusammen. Zusammen mit einer guten Information der Bürger sah der Bürgermeister dies mit als Grund, dass es „eine im Vergleich ruhige Ecke“ sei, wenn es um Proteste gehe. Jedoch gibt es seinen Worten zufolge „sicherlich Dinge, die Anwohner stören könnten“. Deshalb sollte man eventuell auch Nachuntersuchungen ins Auge fassen und über die Abschaltzeiten reden.

„Wenn das mit den Leitungen funktionieren würde“, so Röth, könnten theoretisch 18.000 Haushalte und somit mehr als der gesamte Überwald durch die fünf Windräder mit Strom versorgt werden. „Auf jeden Fall besser als Kohlestrom oder Atomkraft“, postulierte er die Rotoren als eine Art kleineres Übel. Windkraft ist seiner Meinung nach „machbar und sinnvoll, wenn der Odenwald nicht zugekleistert wird“.

Wenn es aber zu viele Anlagen werden, meinte er mit Blick auf den benachbarten Odenwaldkreis, in dem mehr Vorrangflächen als im Kreis Bergstraße ausgewiesen sind, „dann ist der Grundkonsens in der Bevölkerung weg“. Deshalb müsse die Landesregierung auch darauf achten, „dass die Verteilung nicht zu ungleich wird“.

Laut Engelhardt ist die Position des Kreises eindeutig. Oder anders: Er hat keine eigene dazu und unterstützt die Kommunen in ihren jeweiligen Ansinnen, egal wie die jetzt aussehen – ob sie für oder gegen Windkraft ausgerichtet sind. Denn: Diese Energieform leiste ihren Beitrag zum Klimaschutz, aber sei in ihrer Auswirkung doch sehr lokal bezogen, sagte der Landrat. Da die Gemeinden für die Lebensverhältnisse vor Ort zuständig sind, wolle man diesen die Entscheidung überlassen. Denn: Was geschehe, muss in einen demokratischen Prozess einbezogen und „dauerhaft mehrheitsfähig sein“.

Fürths Bürgermeister Volker Öhlenschläger erläuterte, dass man sich im Weschnitztal „dem Thema frühzeitig stellte“, nämlich schon ab 2009. Zum Kalhberg gab es dort ein klares Bekenntnis. Die weitere Entwicklung, betonte er, sollte weitgehend im Konsens mit dem Bürgern gestaltet werden. „Sonst werden wir Schiffbruch erleiden.“ Öhlenschläger ist eine klare Linie, eine ordentliche Steuerung wichtig, „damit die Menschen keine Angst haben“.

Laut dem Gemeindeoberhaupt hat die Anlage auf dem Kahlberg den höchsten Ertrag der fünf ähnlich gelagerten EnBW-Anlagen in Süddeutschland. Gewerbesteuer wird daraus in den ersten Jahren noch keine fließen, da es hohe Abschreibungen aus den Investitionen gibt. Die Pachteinnahmen für die Grundstücke teilen sich beide Gemeinden hälftig. „Wir wollen gestalten“, betonte er, um die weitre Planung nicht über sich ergehen zu lassen.

Der BUND versteht sich laut Carl „als Energiewendeverband“. Der Klimawandel komme viel schneller als erwartet und deshalb müsse zügig gehandelt werden. „Wo ist die Alternative zur Windkraft“, stellte er in den Raum. Es gehe nicht um die Frage, wie viel es sein solle, sondern „wie wenig wir uns noch leisten können“, um den Klimawandel aufzuhalten. Die Menschen, so seine Vermutung, „werden sich daran gewöhnen und in Zukunft ihren Frieden damit machen“.

„Anonyme Bedrohungen dürfen wir uns nicht bieten lassen“

Vor kurzem war ihre Vereidigung als Bundesjustizministerin, gleich danach war Christine Lambrecht beim SPD-Sommerfest in Wahlen zu Gast. Für das hatte sich die SPD-Wahlkreisabgeordnete viel Zeit genommen, um im Vergleich „lauschigen“ Überwald der Hitze des Rieds zu ent- und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Wir unterhielten uns mit der 54-Jährigen über ihre Vorhaben, den Umgang mit Anfeindungen und die wehrhafte Demokratie.

Frau Lambrecht, hatten Sie denn damit gerechnet, mal Justizministerin zu werden?

Christine Lambrecht: Die Entscheidung der kommissarischen Parteiführung kam für mich sehr überraschend. Allerdings ist das Ressort für mich überhaupt nicht fremd, da ich bereits nach meiner ersten Wahl in den Bundestag 1998 im Rechtsausschuss angefangen und dort Erfahrungen gesammelt habe. Jeden Job, den ich habe, will ich gut machen. In der Politik kommt es immer anders, als man denkt. Deshalb kann ich nur jedem davon abraten, sich auf bestimmtes Amt zu fixieren.

Als ihre Ernennung bekannt wurde, war in manchen Medien von einer „Notlösung“ auf diesem Posten die Rede.

CL: Die Fachverbände sagen, ich bin eine Frau vom Fach. Das ist für mich das Entscheidende. Vielleicht ist es ja für manche langweilig, dass ich mich gut in der Materie auskenne. Ich halte dies jedoch für eine gute Ausgangsposition (schmunzelt). Ich bin kein bunter Vogel, sondern will etwas für die Bürger bewegen und umsetzen. Dafür ist Sacharbeit wichtig.

Welche Themen gehen Sie als Erstes an?

CL: Vor einem Dreivierteljahr wurde auf dem sogenannten „Wohngipfel“ einiges vereinbart. Zwar wurde in der Zwischenzeit schon in den sozialen Wohnungsbau investiert, aber die Verbesserung des Mietrechts ist noch nicht umgesetzt. Es geht darum, dass Mieter in ihren Wohnungen bleiben können und nicht durch ständig steigende Mieten irgendwann ausziehen müssen, weil sie sich die Wohnung nicht mehr leisten können. Drei Gesetzesentwürfe zu diesem Thema hängen im Kanzleramt fest. Ich will jetzt auf die Umsetzung drängen. Kostenfallen etwa beim Handyvertrag sind ein weiteres Verbraucherschutz-Thema, das ich angehen werde. Wir müssen an die langen Kündigungsfristen und automatischen Vertragsverlängerungen dran.

Sie haben bereits in ihrer Antrittsrede deutlich gemacht, dass sie die Demokratie gegen rechts stärken wollen. Wie soll das geschehen?

CL: Es darf in einer Demokratie nicht sein, dass bedroht wird, wer für den Rechtstaat eintritt. Dass Ehrenamtliche ihre Posten nicht mehr ausüben wollen, weil sie Drohungen erhalten, ist ein Alarmsignal. Ich will mir von Betroffenen schildern lassen, wie sie ihre Situation empfinden. Es kann und darf nicht sein, dass durch die Anonymität des Netzes Leute ohne Konsequenzen bedroht werden können. Das dürfen wir uns nicht bieten lassen. Deshalb will ich mir auch anschauen, inwieweit das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ausreicht.

Politiker klagen allgemein darüber, dass die Flut der Hassbotschaften und Drohungen in den vergangenen Jahren zunahm. Stellen Sie auch eine Zunahme statt, seit Sie aus der zweiten in die erste Reihe gerückt sind?

CL: Das ist leider kein Phänomen, das mich nicht erst jetzt erreicht, sondern das gibt es bedauerlicherweise schon viele Jahre. Ich gehe auf jedes sachliche Schreiben sehr gern ein und setze mich natürlich auch mit Bürgern politisch im direkten Dialog auseinander, die anderer Meinung sind als ich. Aber blanke Beleidigungen und Drohungen gehen sofort an die Strafverfolgungsbehörden. Da gibt es keine Toleranz.

Treten Sie als Justizministerin jetzt vorsichtiger in der Öffentlichkeit auf?

CL: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Ich achte natürlich auf das Umfeld, in dem ich mich bewege. Aber genauso weiche ich nicht zurück und suche weiter das öffentliche Gespräch.

Sieht man sie angesichts der vielen Amtspflichten in Zukunft weniger im Wahlkreis als früher?

CL: Ich würde es bedauern, nicht mehr so oft in den Odenwald kommen zu können. Allerdings übernimmt Deutschland 2020 die EU-Ratspräsidentschaft und deshalb wird es auch etliche Termine in Brüssel geben. Der persönliche Austausch mit den Bürgern vor Ort ist mir jedoch sehr wichtig und den wird es weiter geben. Denn hier komme ich her, hier sind meine Wurzeln. Es ist ein gutes Gefühl, die Menschen zu treffen, die mich über diesen langen Zeitraum begleitet und unterstützt haben.

Wie hat ihre Familie auf die Ernennung reagiert?

CL: Die freuen sich alle sehr. Meine 77-jährige Mutter reiste sogar zur Amtseinführung mit nach Berlin, mein Sohn lebt sowieso dort. Auch andere Familienangehörige kamen extra in die Hauptstadt. Die Familie ist für mich sehr wichtig, weil sie mich immer wieder auffängt.

Christine Lambrecht, geboren 1965 in Mannheim und in Viernheim wohnhaft, ist seit dem 27. Juni Bundesjustizministerin. Von 2011 bis 2013 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende und von Ende 2013 bis September 2017 erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. Von März 2018 bis Juni 2019 war Lambrecht Parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium. Sie studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Mannheim und Mainz und arbeitet als selbständige Rechtsanwältin in Viernheim. Seit 1998 ist Lambrecht Mitglied des Bundestages. 1998 und 2002 errang sie ein Direktmandat im Wahlkreis Bergstraße, in den vier folgenden Wahlen 2005, 2009, 2013 und 2017 zog sie über die Landesliste in den Bundestag ein. Bildquelle: Susie Knoll