Weihnachts- und Familienfeier des Gesangvereins Harmonie Ober-Schönmattenwag mit Ehrungen

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Ehrungen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Weihnachts- und Familienfeier des Gesangvereins Harmonie im Haus des Gastes. Dabei wurde Heinrich Walter für seine 60-jährige Sängertätigkeit und Gerhard Oberle für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Die Ehrungen nahmen der Vorsitzende der Sängerkreisgruppe Weschnitztal-Überwald, Wolfgang Schlapp, sowie der Vorsitzende Christof Klos vor. Dazu gab es ein Programm mit Weihnachtlichem und viel Musik.

Beide Laudatoren bedankten sich bei den Jubilaren für deren jahrzehntelange Mitgliedschaft und die immerwährende Unterstützung, die sie stets zum Wohl des Vereins und des Chorgesangs leisteten. Beide Mitglieder erhielten Urkunden sowie ein Präsent. Klos richtete mit einem Blumenstrauß seinen Dank auch an die Ehefrauen der Jubilare.

Eingerahmt waren die Ehrungen in die musikalischen Aufführungen des Gemischten Chores unter der Leitung von Dirigentin Ria Günther. Der Vorsitzende Klos bedankte sich auch bei Günther für die musikalische Arbeit im abgelaufenen Vereinsjahr. Er hob besonders die Vorbereitungen zur Chorreise  zum 3. Internationalen Gesangvereinstreffen in Kirchberg/Tirol im Mai hervor, nannte zusätzlich aber auch die geleistete Arbeit zum anstehenden Advents-Konzert am kommenden Sonntag, 11. Dezember, in der evangelischen Kirche in Wald-Michelbach. Der Chor präsentiert dort zusammen mit dem evangelischen Posaunenchor die musikalische Weihnachtsgeschichte „There is a light“.

Für die Betreuung des Sängerheimes richtete Klos Dankesworte an Patrick und Michael Walter sowie an Notenwartin Anika Klos. Sie erhielten gleichfalls ein Präsent. Christiane Hirsch verlas eine Weihnachtsgeschichte. Anschließend folgte der musikalische Auftritt von Mathias Sauer am Tenorhorn und Christof Klos an der Gitarre. Beide hatten zwei Lieder von Fredl Fesl und Willi Astor im Gepäck und erhielten dafür viel Applaus.

Mit der Tombola, wiederum sehr unterhaltsam von Donat Skroch moderiert, klang die diesjährige Weihnachts- und Familienfeier der Harmonie aus. Vorsitzender Klos wies abschließend noch auf die Nikolausfeier am heutigen Dienstag hin. Hierzu sind die Kinder ab 18 Uhr zum Besuch des Nikolaus im Sängerheim eingeladen.

Reit- und Fahrverein Wald-Michelbach verlebte gemütliche Stunden bei Jahresabschlussfeier

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Bei der Jahresabschlussfeier des Reit- und Fahrvereins Wald-Michelbach war diesmal alles anders. Die Feier stand unter dem Motto „Fluch der Karibik“. Denn dies wäre das Thema des diesjährigen Jugendvergleichswettkampfes gewesen. Als dieser abgesagt wurde, hatte die Jugend bereits alles eingeübt, Piratenkostüme gebastelt und sich vor allem darauf gefreut. Um den Kindern die Freude zu machen, dass sie sich nicht umsonst reingekniet hatten, wurde die Weihnachtsfeier kurzfristig entsprechend umgestaltet.

Bei leckerem Kuchen, Kaffee, Glühwein und Kinderpunsch sahen die Gäste Vorführungen einiger Reitschüler (Aileen Clay, Marie Kammer, Cecilia Ziegler) und Voltigierer (Sophia Heer, Tobias Sperker, Cecilia Ziegler, Marie Kammer, Lisann und Felice Wimmer, Lena Marsch, Mailin Kohl, Clara und Franka Felder, Laura und Lilli Marsch, Anna und Sara Oberle). Die hätten von ihrer Leistungsklasse her auch beim Jugendvergleichswettkampf starten dürfen, sind also noch Einsteiger in dieser Sportart.

Die Agility-Abteilung des Wald-Michelbacher Hundevereins war mit einer sehr interessanten Vorführung dabei. Die bereitete den Zuschauern sehr viel Spaß und wäre gleichfalls eine Prüfung des Jugendvergleichswettkampfes gewesen. Daneben trainiert die Hundegruppe in den Wintermonaten in der kleinen Reithalle. Tobias Sperker und Cecilia Ziegler zeigten im Anschluss mit ihren Ponys an der Hand, dass man ungewöhnliche Situationen zu alltäglichen machen kann.

Natürlich wurden wieder Mitglieder geehrt, die über das normale Turniergeschehen hinaus eine besondere Leistung erbracht haben. Birgit Niehage zeichnete Marit Kirchberg für einen tollen dritten Platz bei über 30 Teilnehmern im Jugendchampionat Hof Hirtenberg 2016 aus. Hier musste in vier Qualifikationsprüfungen und einem Finale je eine Dressurreiterprüfung der Klasse A geritten werden. Außerdem erhielt Kirchberg in diesem Jahr mehr als einmal die absolute Traumnote von 8,0 oder besser und gehört deshalb zum Achter-Team A-Dressur 2016 mit ihren beiden Ponys Jenny und A Magic Queen von Dance.

Meike Zepp und Ulrike Herz wurden außerdem geehrt. Beide standen bei der Kreismeisterschaft 2016 auf dem Treppchen. Zepp erreichte einen zweiten Platz in der Dressur, Leistungsklasse 0 und 6 mit ihrem Pferd Rasputin. Herz holte in der Leistungsklasse 4 einen hervorragenden dritten Platz mit ihrer Stute Doreen.

Als nächstes zeichnete Birgit Niehage ihre Tochter Pia aus. Diese nahm am NOK-Cup (Necker-Odenwald-Kreis) teil. Dort wurden sieben Turniere geritten. Die Platzierungen wurden in Punkte umgerechnet und wer am Ende in seiner Leistungsklasse die meisten Punkte hatte, stand auf dem Treppchen. Pia startete in der L-Dressur, ritt nur sechs Turniere mit und schaffte trotzdem einen sehr guten dritten Platz mit ihrem Ponyhengst Diamond Heart.

Die letzten beiden Vorführungen waren ein besonderer Augenschmaus. Zuerst zeigten zwei Reiterinnen (Leonie Walter und Franziska Wichmann) einen Ritt im Dunkeln. Ihre Ponys waren mit bunten Leuchtstäben dekoriert. Dann führten die weiter ausgebildeten Voltigierer (Léonie Baumeister, Leonie Brich, Riva Jöst, Janka König Jolie Kulich, Pia-Sophie Lampert, Céline Lather, Christoph Sperker, Jessica Watt) eine Kür auf dem Voltigier-Holzbock aus. Das einzige Licht hier war ein Strahler, der die Gruppe wunderbar in Szene setzte. In den Pausen dazwischen oder während des Auf- und Abbaus wurde Ponyreiten für Kinder angeboten, was sehr gut angenommen wurde.

 

Vor dem Begge Peder ist nichts und niemand sicher: Kabarett in Affolterbach beim SVA

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Peter Beck muss eigentlich gar nicht viel machen. Der hessische Comedian, als hässlicher Hausmeister „Begge Peder“ auf den Bühnen der Republik unterwegs, muss nur auf eine ebensolche schlurfen, sich mit Datschkapp, verwaschenem Kittel und seiner gesamten Zahnpracht umschauen – und schon beginnt im Saal das verhaltene Kichern. Das steigert sich im Laufe des Abends ab und zu zu einem wahren Lachorkan, ebbt auch mal wieder ab, um dann bei einem hintergründigen Witz mit etwas Verzögerung wieder aufzuflammen.

Ja, Hintergründiges hat Peter Beck auch im Repertoire, wenn er auch vordergründig als der Polterer rüberkommt, der den Finger in die Wunden des kleines Mannes und Themen, die besorgte Bürger berühren, schonungslos offen legt. Political Correctness ist für ihn bei seinen Tiraden ein Fremdwort, ein bisschen Fremdschämen darf schon sein. Ohne Scheu schaut der Begge Peder dem Volk aufs (Schand-)Maul, haut seine Weltsicht raus, dass sich die Zuschauer zwischendurch erst einmal anschauen, ob sie überhaupt darüber lachen dürfen. Wenn’s der Nachbar dann tut, ist es okay…

Eine gute Portion Fäkalhumor darf für Freunde des gepflegten Humors unterhalb der Gürtellinie natürlich auch nicht fehlen. Da geht es mal um den Zustand von Toiletten auf der Aida während schwerem Seegang, mal um die Schwierigkeiten des begriffsstutzigen Peter, wie er als Sitzpinkler vom Boden aus die Schüssel treffen soll. Getreu dem Motto: Erlaubt ist, was dem Publikum gefällt.

Nachdem erstmal Kumpel Uwe wortreich durch den Kakao gezogen wird, bekommt danach Peters Bruder sein Fett weg. Denn der zieht erst mit 58 von zuhause aus, in die Wohnung gegenüber der Mutter, die weiterhin einen Schlüssel hat. Wenn der Horrorfilm zu schlimm ist, darf Bruderherz bei ihr immer noch im Bett schlafen. Doch es ist beileibe nicht nur die Familie, der der Komiker den Zerrspiegel vorhält.

Alternative Medizin der „Homopaten“ mit ihren Globoli „Akropolis B6“, Ostdeutsche, die 2019 in die dann sicheren Herkunftsländer zurückkehren müssen und Veganer sind vor dem bösen, schwarzen, sarkastischen Spott des selbst ernannten Rächers der Normalos nicht sicher. Dazu ist sein Bekannter Günter, der Rasenroboter mit Staubsauger verwechselt und plötzlich den Flokati in der Wohnung rasiert bekommt, ebenfalls eine Zielscheibe.

Zu einem ist der Bekannte aus den ewig neuen Bundesländern allerdings gut: Er arbeitet bei einer großen Versicherung in der Warteschleife. Nachdem nämlich der Begge Peder in allen Facetten seine Erfahrungen mit einer solchen und einem Kabarettisten am Rande des Nervenzusammenbruchs geschildert hatte, durfte Troubleshooter Mike ran und einen Neustart vornehmen. Ossi gut, alles gut.

Die Widrigkeiten des Alltags inklusive Formularausfüllen („Name: Peter Beck, Vorname: … ein Fluch in den Bart gemurmelt“), um danach festzustellen, dass man es nicht mit dem Filzstift beschriften sollte, plus andere immer wieder auftretende Beschwernisse vermag der Solo-Entertainer auf der Bühne in allen Irrlichtern auszumalen. Dabei in einer solchen Tiefe, die man eigentlich gar nicht wissen will.

Skurrile Geschichten zu neuen technischen Errungenschaften, Kreuzfahrten, Beerdigungen und andere Katastrophen passieren zuhauf beim Begge Peder und seinen Nachbarn, liefern naturgemäß viel Material für eine abendfüllende Show. Ob es der Besuch in der österreichischen Partnerstadt ist mit all den latenten, gegenseitigen Vorurteilen, der kleinwüchsige Busfahrer, über dessen Körpergröße der Komödiant nicht gar nicht genug Spott ausschütten kann, oder die übergewichtige Frau des Freundes: Im Publikum konnte jeder nur drei Kreuze machen, dass er nicht auf der Bekanntenliste des Mannes auf der Bühne stand.

In allen Einzelheiten, die eigentlich keiner so genau wissen will, schildert der überzeugte Fleischfresser die Einladung zum Veganer-Nachbarn. Die Litanei will kein Ende nehmen. Erst der engagierte Straßenmusiker mit zwei Flaschen Whisky und einem guten Stück Fleisch im Gitarrenkoffer vermögen ihn wieder besänftigen. Der „Plattenbau auf dem Meer“ namens Aida oder die Sardinenbüchse Ryanair sind ebenfalls willkommene Ziele einer Gag-Tirade, die in ihrer Monotonie irgendwann berechenbar wird….

Der SV Affolterbach hatte den Komödianten mit seinem Programm „Kommer nitt so!“ in die Peter-Heckmann-Halle eingeladen. Und dabei ein gutes Händchen bewiesen, denn die Sitzreihen waren durch die Bank weg gefüllt. Mit Pausen unterhielt der ohne Punkt und Komma babbelnde Hesse die Gäste den ganzen Abend aufs Beste. Und wenn mal Pause war, sorgten die SVA-Aktiven für die passende Bewirtung, dass man frisch gestärkt wieder das Zwerchfell belasten konnte.

Großer Andrang auf dem Wald-Michelbacher Weihnachtsmarkt

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Man hätte meinen können, die komplette Bevölkerung aus dem gesamten Überwald war da und hatte noch einige Gäste aus den angrenzenden Orten mitgebracht. Am Samstagabend herrschte teilweise dichtes Gedränge auf dem Wald-Michelbacher Weihnachtsmarkt. Der findet immer in stimmigem Ambiente auf der Hofwiese rund um das Einhaus statt. Dieses Mal war der Start etwas Besonderes, waren die dortigen Arbeiten zur Neugestaltung gerade rechtzeitig fertig geworden, dass der Duft von Glühwein und Gebäck allgegenwärtig sein konnte.

Nachdem Bürgermeister Joachim Kunkel unter den Klängen der Blaskapelle der Eugen-Bachmann-Schule am Freitag die Traditionsveranstaltung eröffnet hatte, gab es gleich einen Riesenansturm. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, gemütlich zu bummeln, sich mit Bekannten zu treffen, bei kalten Temperaturen einen heißen Glühwein zu trinken oder nach ein paar Geschenkideen zu schauen. Der sich fortsetzende Andrang auch am Samstagabend führte dazu, dass die Standbetreiber bereits zu diesem Zeitpunkt hochzufrieden waren. Das herrliche Wetter am Sonntag, Sonne bei klirrender Kälte, führte aufs Neue zu einem sehr guten Besuch, den man von früheren Jahren gar nicht mehr in dieser Form gewöhnt war.

Bei den weihnachtlichen Geschenkideen war der Auswahl keine Grenzen gesetzt. An den zahlreichen Ständen von Wald-Michelbacher Vereinen und Gruppen, aber auch von auswärtigen Anbietern, wurde das Stöbern zur wahren Lust. Die Schulfördervereine waren mit etlichen selbst gefertigten Produkten vor Ort. Im Einhaus war die evangelische Frauengruppe mit in Handarbeit gestrickten und gehäkelten Sachen dabei. Bei den Kunsthandwerkern fand man unter anderem Stoff- und Strickarbeiten, Holzfiguren, Schmuck, Seidentücher, Silber- und Goldschmuck, Kaminholzfiguren, Laubsägearbeiten und Weihnachtsanhänger.

Natürlich durfte es an zahlreichen Leckereien nicht fehlen, sodass allein die Gerüche danach die Waage Alarm schlagen ließen. Wer wollte, der fand nicht nur alles von süß bis herzhaft als feste Nahrung vor, sondern auch mehr oder minder Hochprozentiges neben dem Glühwein, um sich am Abend kräftig von innen aufzuwärmen, wenn die etwas wärmeren Temperaturen am Tag noch nicht gereicht hatten. Brände und Liköre, Fruchtaufstriche, Chutneys, Pralinen, Flammkuchen, Heidelbeer- oder Kirschglühwein, Weihnachtsgebäck, Kartoffelpuffer und Bratwurst in allen Formen und Facetten lauteten nur einige der Angebote.

Holz-Bastelarbeiten, Gewinnspiele, NABU-Artikel, Feuerwehrartikel, Mützen, Sterne, Schals, Weihnachtsdeko, Kinderkleidung, Schlüsselanhänger, Schmuck, gehäkelte Körbe oder Teelicht-Halter konnte man ebenfalls erstehen. Ein Kinderkarussell sorgte für ein wenig kalten Fahrtwind um die Nase, Süßigkeiten aller Art gab’s gleich gegenüber und auch leckere Crepes fanden ihre Abnehmer. Der Nikolaus in Gestalt von Erwin Hartmann hatte allerlei Geschenke für die Kinder im Gepäck, als Knecht Ruprecht fungierte in erprobter Feuerwehr-Zusammenarbeit der jetzige Gemeindebrandinspektor Peter Capuani.

Auf der Bühne gab es dazu ein großes musikalisches Rahmenprogramm, wodurch sich davor immer wieder Menschentrauben bildeten. Es spielten der evangelische Posaunenchor Wald-Michelbach, die Trachtenkapelle Kocherbach, die Big Band des Überwald-Gymnasiums, die Jugendmusikschule Überwald-Weschnitztal und zum Abschluss traditionell die Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Natürlich stand weihnachtliches Liedgut im Vordergrund. Die Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach etwa hatte Klassiker wie „Oh du Fröhliche“, aber auch Popstücke wie „Last christmas“ und „We wish you a happy christmas“ im Gepäck.

Die Minustemperaturen am Samstagabend ließen auf dem Weihnachtsmarkt den Umsatz von heißen Getränken und warmen Speisen nach oben schnellen. Das merkte man etwa beim ÜWG-Förderverein, wo der Glühwein neben der heißen Schokolade stark nachgefragt wurde und der Flammkuchen aus dem Backhaus schneller wegging, als er nachgebacken war.

Beim FC Odin ein paar Stände weiter hatte sich eine lange Schlange vor dem Brat- und Currywurst-Klassiker gebildet. Und beim MGV Union war der Glühwein in seiner weißen und roten Variante ebenfalls heiß begehrt. Daneben wurde die in diesem Jahr frisch gepresste CD an den Mann oder die Frau gebracht. Sowieso Glühwein: Der floss in Strömen, als die Gäste am späteren Abend immer mehr bibberten und sich schon der Reif auf den Autos bildete.

Beim Flüchtlings-Helferkreis ließ sich ein wenig die weite Welt erschnuppern. Aus Iran, Irak, Afghanistan und Syrien stammten die süßen und salzigen Backwaren, die von Paten und den Migranten zubereitet worden war. Salate und Chai-Tee rundeten das leckere Angebot ab. Koordinatorin Gabi Michel-Mieslinger freute sich über das große Interesse der Bevölkerung, das sich nicht in vielen Käufen niederschlug, sondern auch in den Nachfragen, wie das eine oder andere Gebäck zubereitet wurde. Konafe, Mahmoul, Salblé oder Baklawa lauteten die klangvollen Namen im Angebot.

Um Gebäck ging’s auch bei der CDU. Hier allerdings das „klassische“. Dieter Kunkel hatte sich in den drei Wochen vor dem Weihnachtsmarkt in die Küche gestellt und 92 Kilo davon gezaubert. „Das dürften dann um die 9000 Stück Plätzchen sein“, meinte er. Weil die Qualität bekannt ist, leerten sich bereits am Samstagabend die gefüllten Kartons bedenklich. Für ein wenig Esprit im Angebot sorgten die verschiedenen Pralinen, die von Kunkel mit einem guten Tropfen verfeinert worden waren.

Die Feuerwehr hatte nicht nur warme Durstlöscher im Angebot, sondern auch als feste Grundlage Schupfnudeln mit Kraut. Der Erlös kommt der Jugendfeuerwehr zugute. Außerdem machten die Brandschützer auf ihre Christbaumsammelaktion nach Dreikönig aufmerksam. „Jahrelang wurde diese von der Bevölkerung angefragt“, so Gemeindebrandinspektor Capuani, deshalb werde sie nun erstmals wieder angeboten. Wer den ausrangierten Weihnachtsbaum entsorgen will, muss dies vorher bei den Floriansjüngern anmelden.

Mit „Thousand Years Later“ und der „Old School Band“ mischten zwei Gruppen aus dem Überwald die „Music Hall“ in Weiher auf

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Da dürften dem Nikolaus gehörig die Ohren geklingelt haben: Mit „Thousand Years Later“ (TYL) und der „Old School Band“ mischten zwei Gruppen aus dem Überwald die „Music Hall“ auf, die in diesem Jahr bereits bei etlichen Auftritten für Aufsehen sorgten. Kaum ein Fest, kaum eine Kerwe ohne eine der beiden Bands, die mit ihrem druckvollen Sound und abwechslungsreichen Programm bestens zu unterhalten wissen. Allerdings leider in der Music Hall vor ein paar zu wenigen Gästen – die fetzigen Auftritte hätten viel mehr verdient gehabt.

Timo Walter, Sven Dörsam, Benedikt Breitwieser, Katharina Zink und Benedikt Staat von TYL, diesmal verstärkt mit Janina Becker aus Unter-Abtsteinach (Keyboards) spielten aktuelle Hits aus Rock und Pop, dazu Schlager und echte Klassiker. So gab’s Songs von Bon Jovi, Prince, Abba, Tina Turner, Peter Schilling, Beatles und anderen zu hören.

20 Songs umfasste das TYL-Repertoire. Zu Beginn hatte die Band etwas damit zu kämpfen, dass sich der Saal erst langsam füllte. Das tat der guten Stimmung, die von der Bühne rüberkam, aber keinen Abbruch. Die Gäste gingen bei den einzelnen Titeln, die diesmal rocklastiger als sonst waren, gleich voll mit. In bekannter Qualität und bewährter Manier brachten die sechs Musiker ihre Songs rockig-fetzig rüber, egal ob das Original schon so angelegt war.

Mit Sven Dörsams Gitarrenriffs wurde so aus manchem Titel schnell mal ein Abgeh-Stück, dem man den Ursprung kaum noch anmerkte. Mit lässigen Posen und guten Sound ging der Gitarrist zu Werke. Dass ihm die Riffs dabei so perfekt aus den Fingern flossen, trug zum guten musikalischen Gesamteindruck bei.

Gesanglich spielten sich Timo Walter und Katharina Zink die Bälle zu. Letztere etwa mit „Bring me some water“ von Melissa Etheridge. „Türlich türlich“ von Jan Delay war im Music-Hall-Set schon fast ein Exot, ansonsten frönt die Band auch gerne den deutschen Schlagern. So aber gab’s dann eher ein „Bed of Roses“ von Bon Jovi oder ein Rock’n’Roll-Medley mit Stücken von Chuck Berry, dem Electric Light Orchestra und Elvis Presley zu hören. Auch „Purple Rain“ von Prince stand für die etwas härtere Gangart des Programms. „Hey Jude“ von den Beatles läutete langsam das Finale ein, Tina Turners „Simply the best“ bereitete die Zuschauer auf die Zugabe vor, die mit einem knalligen „Proud Mary“ gerne gewährt wurde.

Die „Old School Band“ hatte sich für ihren Auftritt noch diverse Gastmusiker eingeladen, die die jeweiligen Sets unterstützten. Aber auch ohne ist die achtköpfige Truppe mit ihrem druckvollen Sound jedes Mal eine Freude für die Ohren. Wie der Name schon sagt, gibt’s „alte“ Blues-, Rock-, und Soulsongs der vergangenen 50 Jahre zu hören. Und das mit einer Spielfreude, der man genau anmerkt, dass die Musiker hier Stücke zelebrieren, die sie selbst gerne hören, mit denen sie aufgewachsen sind, hinter denen sie stehen und die sie leben.

Die große Besetzung sorgt dafür, dass die Gruppe ihre Songs schon fast in Form einer Big Band spielten kann. Mit Marco Ester (Trompete/Percussion), Andreas Staat (Trompete/Posaune/Percussion) und Bertram Arnold (Saxophon/Percussion) gibt es eine dreiköpfige Bläsersektion, die den einzelnen Stücken eine ganz besondere Dynamik verleiht und sie damit viel authentischer rüberkommen lässt als „nur“ in Standardbesetzung.

„Wir spielen, was uns Spaß macht und was wir selbst gerne hören“, beschreibt Sänger und Bassist Peter Beckenbach das Credo der Band. Mit Lars Ihrig (Schlagzeug), Steffen Gräber (Gitarre/Gesang/Bass), Markus Wehrle (Keyboard/Gitarre/Gesang) und Martin Gastetzki (Keyboard/Gesang) lässt er im Programm kaum einen bekannten Hit aus früheren Jahrzehnten aus. Da sind dann so Kracher dabei wie „Unchain my Heart“ von Joe Cocker, „Mustang Sally“ von den Commitments, „Long train running“ von den Doobie Brothers oder „All right now“ von Free.

Bei den „Sultans of Swing“ von den Dire Straits hört man mit geschlossenen Augen Mark Knopfler auf der Bühne seine Gitarre zupfen. Und das „Sweet home Chicago“ der Blues Brothers, kombiniert mit dem „Soul man“, kommt so volltönend rüber, dass sich die Zuschauer in den Konzertsaal aus dem gleichnamigen Film mit Dan Aykroyd und John Belushi versetzt fühlen.

Als Gäste hat sich die Old School Band einige bekannte Musiker eingeladen. Und auch „Newcomer“ wie Beckenbachs Sohn Robin, der bei den „Sultans of Swing“ und „Uptown Funk“ Schlagzeug spielt. Von der ÜWG-Big-Band kennt man bereits seine Fertigkeiten an den Drums. Marina, die Sängerin von „Good times, bad times“, ist etwa bei „Superstitious“ von Stevie Wonder mit dabei, Andreas Brabant von „Kir Royal“ bei „Sexy“ von Westernhagen oder „Sexbomb“ von Tom Jones.

Mit „Jorge, dem Schweden“ von Redrodelix wird „Black Magic Woman“ von Santana zelebriert. Frenetischer Beifall ist den Musikern gewiss, ohne Zugabe geht’s lange nach Mitternacht nicht von der Bühne. Wer dabei war, wusste, er hatte wieder einmal ein intensives, schweißtreibendes Konzert von acht Könnern auf ihren Instrumenten erlebt, die mit Herz und Seele bei der Sache sind.

Bluesrock, Funk und Soul „ist die Richtung, die uns am meisten liegt“, erläutert Beckenbach. Dabei wird aber nicht stur nachgespielt. „Andreas Staat schreibt einen extra Bläsersatz“, macht er deutlich, dass etwa die Hälfte der Titel auf die besonderen Bedürfnisse der „Old School Band“ umarrangiert würden. Alle Mitglieder hätten früher auch noch in anderen Gruppen gespielt. „Jetzt machen wir nur noch das, was uns gefällt“, meint der Bassist und Sänger. Mit Schwerpunkt in Abtsteinach kommt der Rest der Truppe aus Siedelsbrunn, Schönmattenwag, Weinheim und Heidelberg.

Die Buchausstellung ist eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Grundschule Schimmeldewog

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„Die Buchausstellung gibt es schon, solange ich an der Schule bin“, schmunzelt Rektorin Sabine Herold. Und das ist eine lange Zeit. Doch in den diesen drei Jahrzehnten hat – trotz Fernsehen, Internet und Smartphone – das gedruckte Buch aller Unkenrufe zum Trotz noch nichts von seiner Faszination verloren. Deshalb ist die Buchausstellung jedes Jahr „eine feste Bank“ im Veranstaltungskalender der Grundschule Schimmeldewog.

Seit Anfang an ist auch die Buchhandlung Arb aus Schönau mit dabei und stellte die Werke zur Verfügung. Die neueste Kinder- und Jugendliteratur für die Klassen 1 bis 5 gibt’s dann im Mehrzweckraum der Schule zu sehen und zu kaufen. Neben den aktuellsten Kinderspielen. „Die Buchausstellung wird immer sehr gut angenommen“, weiß Herold. Eltern gehen schon zu Beginn mit ihren Sprösslingen durch die Reihen, um nach Neuerscheinungen zu schauen. Oder kommen später wieder, um heimlich das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu erstehen.

Zur Buchausstellung gehören auch immer Lesungen, um den Grundschülern die Welt des gedruckten Wortes näher zu bringen. Christoph Schellenberg aus Schlüchtern war hierfür zum zweiten Mal in den Überwald gekommen, um seine Yorsch-Abenteuer-Romane und illustrierte Kinderbücher vorzustellen. Zuerst las er den beiden Flex-Klassen vor, dann den Älteren der dritten und vierten Klasse. „Erlebnisreich und mitreißend“ hat Herold seine Erzählweise in Erinnerung, weswegen man den Autor wieder einlud. Ein Satz Yorsch-Bücher ging als Geschenk-Satz auch an den Förderverein.

2005 startete Schellenberg mit seinem ersten Buch „Yorsch und der König des Waldes“. Drei Jahre später folgte „Der Geist der Berge“, im vergangenen Jahr „Die Felle des Waalgard“. Der Autor steht für das Motto „Autorenbegegnungen wirken nachhaltig und fördern die Leselust und Fantasie der Kinder“. 2015 erschienen von ihm auch drei neue Bücher für jüngere Kinder. Sie gehören zu einer neuen Buchreihe, „Yorsch erzählt Geschichten“. Es sind kurze Stücke zum Vorlesen, selbst Lesen und zum Nachdenken. Alle sind reich bebildert.

Dem Tag selbst gehen Projektwochen voraus. Dabei beschäftigen sich die knapp 70 Schüler mit dem Buchbinden, stellen Seife und Badekugeln her, Windlichter aus Gips, Papierschmuck, Faltsterne und „Weihnachten in Tüten“, Teelichter mit einer Weihnachtsgeschichte. Außerdem werden Plätzchen gebacken. Die Eltern steuerten Marmeladen, Liköre und Öle bei. Ein Teil der Produkte wurde bereits auf dem Weihnachtsmarkt verkauft, den Rest boten die Kinder in Eigenregie jetzt an.

„Die Preise wurden von ihnen selbst festgelegt, die Stände selbst eingerichtet“, so Herold. Den anwesenden Erwachsenen wurden die in Eigenarbeit hergestellten Produkte nachdrücklich ans Herz gelegt. Jahrgangsübergreifend waren alle Klassen beteiligt. Denn sie vereint ein großes Ziel: eine zweite Tischtennisplatte. Die bisherige auf dem Schulhof wird bei Wind und Wetter heftig in Anspruch genommen, wie sich auch während der Buchausstellung zeigte.

Wie immer, wenn es an der Grundschule eine Veranstaltung gibt, ist der Förderverein bei der Bewirtung mit im Boot. Und kann dabei auf die große Unterstützung der Eltern zählen, die die riesige Kuchentheke gut bestückten und auch beim Verkauf halfen. Weshalb sowohl Herold als auch die Vorsitzende des Fördervereins, Martina Tavaglione, ihnen einen großen Dank aussprachen. „Ohne dieses Engagement wäre vieles gar nicht möglich“, meinte sie.

Theatergruppe Siedelsbrunn: „Die Rollator-Gang“ macht das Bürgerhaus unsicher

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Es darf wieder herzhaft gelacht werden. Die Theatergruppe von MGV Harmonie und TV 02 Siedelsbrunn lädt traditionell am ersten Weihnachtsfeiertag und am Samstag nach Dreikönig zu ihrem neuen Theaterstück ins Bürgerhaus ein. „Die Rollator-Gang“ heißt die kriminalistisch angehauchte Komödie in drei Akten von Ulla Kling. Ein Stück, das gerade vor kurzem erschienen ist und seine Premiere auf den Bühnen feierte.

„Wir haben uns 30 Stücke von zwei Theaterverlagen schicken lassen“, erzählt Heinz Schmitt über den Vorauswahlprozess. Denn welche Aufführung in Frage kommt, hängt auch von der jeweiligen Personenanzahl und den örtlichen Möglichkeiten ab. Die bewährte Theatertruppe aus dem vergangenen Jahr ist bis auf zwei Schauspieler wieder mit im Boot, so Schmitt. Allerdings gibt es eine Frau zu wenig im Ensemble, sodass ein Mann in eine weibliche Rolle schlüpfen muss, schmunzelt er.

Relativ schnell fiel den Siedelsbrunnern beri der Durchsicht Ulla Klings Stück in die Hände. Die kennt Schmitt als „sehr gute Autorin“, die auch schon den „Stanglwirt“ fürs Fernsehen geschrieben hat. Nach nochmaligem Querlesen war klar, dass es die „Rollator-Gang“ sein würde. Mitte/Ende September begannen die Proben, manchmal sogar zwei- bis drei Mal die Woche. Bis Weihnachten ist es noch ein paar Tage hin, aber der Vorverkauf startete bereits. Und eine Theaterkarte würde sich ja auch gut als Geschenk unter dem Baum machen.

Zum Inhalt: Die befreundeten Rentner Käthe, Erwin und Eduard wollen es nochmal so richtig krachen lassen. Hierfür fehlt ihnen aber das nötige Kleingeld. Im Herzen grundehrliche Menschen, hecken sie einen ungewöhnlich kriminellen Plan aus. Sie wollen das Schmuckgeschäft im Nachbarhaus ausrauben. Dazu soll eine Wand im Keller durchgebrochen werden. Voller Eifer planen sie ihren „genialen“ Cup und beginnen mit der Durchführung. Als gebrechlich getarnte alte Herren fangen die Probleme schon bei den ersten Bohrungen an. Man ist halt nicht mehr ganz so jung…

Zu allem Überfluss schnüffelt die Polizei auf Grund eines blöden Zwischenfalls bei ihnen herum und taucht immer dann auf, wenn sie es überhaupt nicht brauchen können. Die Masseurin Ute und die ewig nervige Frau Müller machen das Unterfangen nicht leichter. Doch endlich gelingt der Durchbruch, aber dummerweise steht man vor Marmeladengläsern statt vor dem Schmuck. Fast zur gleichen Zeit sucht ein wirklicher Gangster Schutz in der Rentner-WG. Alle Pläne sind geplatzt und jetzt wird guter Rat teuer…

Schon seit Jahrzehnten unterhält die seit über 130 Jahren bestehende Theatergruppe immer am ersten Weihnachtsfeiertag die Bevölkerung von Siedelsbrunn mit ihren Stücken aufs Beste und heimst dabei tosenden Applaus ein. Der gilt nicht nur den Schauspielern, sondern auch den Akteuren hinter der Bühne. Das Bühnenbild ist jedes Mal eine Augenweide und mit viel Liebe zum Detail hergestellt. (Bild aus dem Vorjahr von Alex Scheuber)

Info: Das Stück wird am Sonntag, 25. Dezember, und Samstag, 7. Januar, jeweils um 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im Bürgerhaus Siedelsbrunn aufgeführt. Eine Generalprobe nur für Kinder findet am 7. Januar um 14 Uhr statt. Karten gibt es im Vorverkauf an den bekannten Vorverkaufsstellen Deutsches Haus und Bäckerei Jäger Siedelsbrunn sowie Friseursalon Andes Wald-Michelbach. Die Abendkasse ist ab 18 Uhr geöffnet. Es gibt keine nummerierten Plätze.