Zwölf Abtsteinacher Vereine bekommen zusammen 5600 Euro von der Sparkasse Starkenburg

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Geldsegen für die Vereine der Hardberg-Gemeinde. Zwölf von ihnen wurden mit Beträgen zwischen 200 und 700 Euro aus der Ausschüttung der Sparkasse Starkenburg bedacht, insgesamt waren es 5600 Euro. Sehr erfreut nahmen die jeweiligen Vertreter die Umschläge aus den Händen von Filialleiter Volker Jöst entgegen, der zusammen mit Bereichsleiter Knut Roggatz und Bürgermeister Rolf Reinhard in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen hatte.

Bei aller Freude gab es auch nachdenkliche Töne. Nämlich über die Zukunft der Vereine auf dem Dorf, wenn die Mitglieder immer älter werden, keine jüngeren nachrücken und dazu noch die Menschen in die Städte ziehen. Reinhard und Roggatz appellierten deshalb an die Vereinsvertreter, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, über den Tellerrand hinauszublicken und die neuen Anforderungen anzunehmen.

„Ein bisschen mehr als im vergangenen Jahr“ werde dieses Mal verteilt, sagte Volker Jöst zu Beginn. Wenn auch die Spendenübergabe immer ein schöner Anlass sei, so mische sich diesmal doch ein etwa Wehmut darunter. Denn es sei voraussichtlich der letzte derartige Termin in der Amtszeit von Bürgermeister Rolf Reinhard, der am 30. Juni kommenden Jahres ausscheide. „Wenn wir ganz schnell sind“, könnte es vielleicht noch im Juni reichen, meinte Roggatz lächelnd.

Abtsteinach gehöre zur Spendenrunde durch elf Kommunen im Odenwald in seinem Marktbereich, erläuterte dieser. Es sei interessant, auf fast 24 Jahre, in denen Reinhard in führender Funktion in der Gemeinde tätig sei, zurückzublicken. Denn zwischen 1993 und 2016 habe die Sparkasse über die Kommune 143.600 Euro an die Vereine ausgeschüttet, weil die Vertreter der örtlichen Gremien im Kreditinstitut dies so entschieden hätten.

Trotz der niedrigen Zinssituation gingen auch dieses Jahr 2,40 Euro pro Einwohner an die Verbandsgemeinden. Weitere zehn Cent kommen laut Roggatz dem Geopark zugute. Das Spendenaufkommen sei stabil, sagte er. Der Bereichsleiter wies darauf hin, dass sich Vereine mit interessanten Projekten außer der Reihe auch um eine Förderung der Sparkassen-Stiftung bemühen könnten.

„Sie sind die Leute, die im Ehrenamt Gutes für Ihre Mitmenschen tun“, wandte sich Roggatz an die Vereinsvertreter. Deshalb sei die Spendenübergabe „einer von unseren schönsten Terminen“. Das verteilte Geld sei angesichts der zahlreichen Ausgaben „sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, doch freue man sich, damit helfen zu können.

Der Bank-Mann wies vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf einen Kongress „von Vereinen für Vereine“ hin, der am 19. November in Heidelberg stattfindet. Hier gebe es Tipps, wie die Organisationen in Zukunft bestehen und in einer sich ändernden Gesellschaft neue Angebote machen könnten, um weiterhin Mitglieder und ehrenamtliche Aktive zu gewinnen.

Bürgermeister Reinhard sagte, die Art der Spendenverteilung „kommt bei den Leuten gut an“. Nach entsprechender Vereinsgröße werde die ausgezahlte Summe festgelegt. „Jeder Betrag, den wir über die Sparkasse bekommen, ist wichtig“, meinte er. Er unterstütze das Ehrenamt, das auf dem Land viele Aktivitäten trage. Der Rathauschef zeigte sich erfreut, dass in Abtsteinach immer noch viele Vereine aktiv seien, auch wenn in den vergangenen Jahren einige aufgeben mussten.

„Kirchenchor oder Fußballverein waren für die Älteren früher das Leben“, betonte Reinhard, für Jüngere sei das Engagement eher eine Momentaufnahme. Die Veränderungen der Gesellschaft machten heute den Organisationen am meisten zu schaffen. Man müsse Ideen und Lösungsansätze finden, „damit sie lebensfähig bleiben“. Dazu gehöre auch, sich vor aktuellen Entwicklungen nicht zu verschließen, Veränderungen anzunehmen und auf sie zu reagieren.

Der Bürgermeister lobte die Sparkasse als ein Institut aus der Region, „das unheimlich viel in die Region zurückgibt“. Der Großteil des Gewinns werde wieder in die Menschen investiert. „Das ist es, was ich daran schätze“, hob er hervor. Doch was man verteilen könne, „muss erst einmal erwirtschaftet werden“. In diesem Zusammenhang dankte Reinhard auch den Mitarbeitern der Sparkasse Starkenburg, die dafür sorgten, dass das Kreditinstitut so gut dastehe. „Das ist nicht selbstverständlich“, wenn man auf die Bankenlandschaft in Deutschland schaue.

 

 

 

5600 Euro für Abtsteinacher Vereine

Eine Zuwendung zwischen 200 und 700 Euro erhielten je nach Vereinsgröße: Malteser Hilfsdienst, SG 1946 Unter-Abtsteinach, FC Ober-Abtsteinach 1922, Frauen- und Kindergymnastikverein, Tennisclub Abtsteinach, Vogel- und Naturschutzverein Abtsteinach, Männergesangverein Concordia Unter-Abtsteinach, Katholischer Kirchenchor St. Cäcilia Ober-Abtsteinach, OKACLU-Karnevalsclub Abtsteinach, Angelsportverein Rotauge, Freiwillige Feuerwehr Ober-Abtsteinach, Freiwillige Feuerwehr Unter-Abtsteinach.

Inspektionsübung in Siedelsbrunn: Die Schlauchreserven jeder Wehr sind das A und O

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„Das Übungsziel wurde klar erreicht“, stellte Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani der Siedelsbrunner Wehr ein gutes Zeugnis aus. Die hatte sich auf ihrer Inspektionsübung eines fiktiven Kellerbrands im „Maienhof“ angenommen. Bei der Abschlussbesprechung dankte Kommandant Lars Gremm Christian Böddicker, dass er den Brandschützern das Objekt zur Verfügung stellte. Thematisiert wurde von verschiedenen Seiten, dass für die Ortsteilwehr Nachwuchs her muss.

Capuani freute sich über das große Interesse der gemeindlichen Gremien an der Arbeit der Wehrleute, wie es durch den Besuch des Beigeordneten Manfred Gölz, des Gemeindevertreter-Vorsitzenden Nothung Köhler und von Ortsvorsteher Helmut Gremm zum Ausdruck kam. „Mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug und 15 Mann wäre ein realer Brand gut zu löschen gewesen“, sagte Capuani. Bei weiterer Ausdehnung hätte dieser sich aber als groß für allein die Siedelsbrunner Wehr herausstellen können.

Capuani hatte bei der Besprechung mehrere Tipps im Gepäck. Wie schon am Wochenende zuvor in Schönmattenwag merkte er an, „dass jede Wehr auf ihre Schlauchreserven achten sollte“. Einsatzleiter Mirko Ehrhard habe bei der jetzigen Übung rechtzeitig bemerkt, dass es knapp wurde, lobte er. „Sonst wären es 30 Meter zu wenig gewesen.“ Und damit laut dem GBI „der Super-GAU“. Lieber solle die Wehr zwei Schläuche zu viel verwenden als zu wenige – „schickt sie mir dann nach Wald-Michelbach, ich roll‘ sie euch wieder auf“, meinte Capuani schmunzelnd.

Der Einsatz habe viel Ruhe ausgestrahlt, hob er hervor. Der Feuerwehrmann regte aber an, die Martinshörner rechtzeitig vor Eintreffen am Brandobjekt auszustellen, weil diese sonst bei den Betroffenen Panik verbreiten könnten. Dass die sogenannten „Totmannwarner“ alle ausgeschaltet waren, geht laut Capuani „gar nicht“. Man soll sie auch in der Übung verwenden, sonst werde es beim Einsatz vergessen.

Ein „Schlauchmanagement“ ist laut dem GBI für den Einsatz im Gebäude wichtig. Denn wenn die eindrückenden Wehrleute „alles selbst reinziehen müssen, gehen die kaputt“. Deshalb sei es sinnvoll, wenn jemand am Eingang nach dem Rechten schaue. Er lobte die Vor-Ort-Entscheidung, sich nicht mit vier Mann um die verletzte Person zu kümmern, sondern diese zu zweit aus dem Gebäude zu schaffen, während die anderen beiden Floriansjünger die Brandbekämpfung aufnahmen.

Wald-Michelbachs oberster Feuerwehrmann sprach weiterhin die „Ordnung des Raums“ an. Beim Anrücken müsse man sich bereits Gedanken darüber machen, welche Fahrzeuge möglicherweise noch von Nöten sind und wo diese zu stehen haben. Deshalb „stand der MTW schlecht“, meinte er. Sehr gut habe die Wasserentnahme funktioniert.

Er sei „froh und stolz, dass noch so viele ältere Kameraden auf die Einsätze mitfahren“, hob Capuani hervor. Auch sei die Beteiligung mit 15 von 21 Aktiven sehr gut. Allerdings sei es auch „wahnsinnig wichtig“, junge Einsatzkräfte heranzuziehen, meinte er mit Blick aufs die Altersstruktur der Siedelsbrunner Wehr. Denn die Abteilung solle doch bitte länger bestehen als das neue Fahrzeug mit einer Lebensdauer von 25 Jahren, hoffte er.

In diese Kerbe hieb auch Ortsvorsteher Helmut Gremm. Der äußerte seine Freude darüber, „dass so viele bereit sind, etwas für die Allgemeinheit zu tun“. Die Feuerwehr bekomme aus der Bevölkerung zahlreiche Unterstützung, meinte er auch mit Blick auf die Spenden für den neuen Mannschaftstransportwagen. Er sei froh, „dass es in Siedelsbrunn eine solche Kameradschaft gibt“. Allerdings sei es „dringend notwendig, dass ein paar junge Leute zur Wehr dazukommen“.

Manfred Gölz, der auch die Grüße des urlaubenden Bürgermeisters Joachim Kunkel überbrachte, hoffte ebenso, „dass wieder ein paar dazukommen“. Denn es gelte die Einsatzstärke am Tag zu gewährleisten. „Wenig Hektik“ beobachtete er, daneben wurde wenig gefunkt – ebenso ein gutes Zeichen. Er habe „einer tollen Übung beigewohnt“, sagte Kreisbrandmeister Sven Falter. An den genannten Kleinigkeiten könne man problemlos arbeiten. „Bleibt weiter dabei“, forderte er die Kameraden auf. Es sei jetzt absehbar, wann das neue TSF in Betrieb gestellt werden könne.

(Das Bild entstand bei der Indienststellung des neuen MTW)

Abtsteinacher Ausschuss ist mehrheitlich für Grundsteuer-Erhöhung

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Das kommende Jahr wird für die Bürger ein paar Gebührenerhöhungen mit sich bringen, wenn es nach dem Haupt- und Finanzausschuss geht. Mehrheitlich gegen die CDU-Stimmen wurde der Gemeindevertretung die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer von jeweils 380 auf 400 Prozentpunkte empfohlen. Unstrittig war die zweite Anpassungsrunde der Friedhofsgebühren im Rahmen der auf drei Jahren gestreckten Anhebungen, um hier möglichst bis 2018 eine Kostendeckung zu erreichen.

Für die CDU ist der Obergrenze der Belastungen für die Bürger bei der Grundsteuer erreicht, machte ihre Ausschuss-Vorsitzende Karin Oberle deutlich. Irgendwann müsse einmal das Ende der Fahnenstange sein. Schon bei der Verabschiedung des Haushaltskonsolidierungskonzepts vor zwei Jahren habe die Fraktion durch die Gegenstimmen deutlich gemacht, dass sie Kosten nicht permanent auf die Bürger abwälzen wolle. Es sollte „auch von innen der Impuls zum Sparen kommen“, so Oberle.

Diese Meinung vertrete die CDU auch heute noch, verdeutlichte sie. Wenn Bürgermeister Rolf Reinhard argumentiere, dass sich bisher noch kein Bürger über die Grundsteuer-Erhöhungen beschwert habe, „dann ist das für mich kein Argument“. Eine weitere Anhebung „tut uns weh und wir möchten sie nicht“, so Oberle.

Reinhard sowie die Vertreter von SPD und Freien Wählern im Ausschuss argumentierten pro Erhöhung mit dem Hinweis auf den Erhalt der finanziellen Handlungsfähigkeit. Zum einen müssten noch Defizite aus den vergangenen Jahren abgetragen werden, zum anderen müsse man sich Spielräume für Investitionen erhalten. Genannt wurden unter anderem das Betreute Wohnen und das geplante neue, gemeinsame Feuerwehrhaus. Der Bürgermeister wies darüber hinaus darauf hin, dass die Steuersätze weiterhin im Kreisvergleich im unteren Bereich lägen. Mit vier zu zwei Stimmen wurde den Gemeindevertretern die Erhöhung empfohlen.

Bei der zweiten Runde der Anpassung der Friedhofsgebühren herrschte Einigkeit im Gremium. Die Gemeinde hatte vor zwei Jahren eine Berechnung ausarbeiten lassen, wie diese langsam, aber sicher auf ein möglichst kostendeckendes Niveau angehoben werden können. Allerdings muss laut dem Bürgermeister in 2018, wenn dann das dritte Mal an der Gebührenschraube gedreht wird, noch einmal nachjustiert werden.

Denn „je weniger Bestattungen, desto mehr Kosten müssen umgelegt werden“, machte er das etwas makabre Rechenspiel deutlich. Gab es im vergangenen Jahr viele Bestattungen, waren es in diesem Jahr bisher vergleichsweise wenig – bei gleichen Fixkosten. Dazu kommen laut Reinhard neue Bestattungsformen wie Urnengräber, Friedwald und anonyme Wiesengräber.

Bei den Friedhofsgebühren „müssen wir in den sauren Apfel beißen“, signalisierte die Ausschuss-Vorsitzende Oberle die Zustimmung der CDU-Fraktion. Es gehe nicht mehr, das Defizit aus allgemeinen Steuermitteln zu bestreiten. Einstimmig wurde die Anhebung ab Anfang 2017, die in den jeweiligen Bestattungsformen eine Erhöhung um etwa 50 Prozent vorsieht, der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung empfohlen. Karin Oberle nutzte ihre Schlussworte dazu, Rathaus-Mitarbeiter Rainer Berbner Dank für die Bereitstellung und Erläuterung der verschiedenen Zahlenwerke an diesem Abend zu sagen.

Jugendfeuerwehr Schönmattenwag säuberte die Landschaft: 80 Reifen und tonnenweise Unrat lagen im Gestrüpp

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Mit dieser „Ausbeute“ hätte niemand gerechnet. Was die Jugendfeuerwehr Schönmattenwag hinter dem Parkplatz am Haus des Gastes an Müll aus Böschung, Abhang und darunter liegendem Gelände holte, sorgte nicht nur für Erstaunen, sondern fast schon für Entsetzen – darüber, was gedankenlose Zeitgenossen alles in die Landschaft kippen, schütten, rollen und leeren. Und das allem Anschein nach über Jahre hinweg, wie alte Reifen oder Fernseher aus den 70er Jahren bewiesen.

Der Wald-Michelbacher Bauhof dürfte mit dem Ergebnis der Feuerwehraktion Marke „Saubere Landschaft“ seine liebe Müh und Not haben. Denn der zur Verfügung gestellte Anhänger reichte bei Weitem nicht für den ganzen Unrat aus, den die Bambini und Jugendlichen in über einstündiger Arbeit aus den Büschen zogen. 22 von 30 Heranwachsenden waren mit Eifer zu Gange, angeleitet von Bambiniwartin Tanja Ritter sowie den Jugendwarten Daniel Koudele, Max Haberkorn und Kevin Lörsch. Ein paar Aktive aus der Einsatzabteilung packten ebenfalls mit an.

Mit den gefundenen Reifen könnte man eine ganze Gebrauchtwagenflotte ausstatten. Was bei der Suche zutage gefördert wurde, übertraf die schlimmsten Erwartungen. „Wir haben von oben vielleicht drei oder vier Reifen gesehen“, meinte Tanja Ritter. Pustekuchen. Es waren dann satte 80 Stück, die schließlich auf dem Anhänger landeten. „Von Motorrädern, Rollern und Autos“, sagte Max Haberkorn. Und die lagen schon lange unterhalb des Parkplatzes: Reifen aus den Jahren 2002 bis 2013 wurden aus dem Gestrüpp gezogen.

Auch sonst scheint sich die Stelle hinter dem Glascontainer als beliebter Platz für wilde Müllentsorgung herumgesprochen zu haben. Die Jugendlichen bargen mehr oder weniger eine komplette Haushaltsausstattung in mehrfacher Ausfertigung aus dem Hang: Fernseher, Mikrowelle, alte Computerbildschirme, Geschirr, Schuhe, Wäscheständer, Elektroschrott, Toaster, Herdplatte, Getränkekisten, alte Mülltonnen, Rohre, Bierfässer, Malerausrüstung, Schubkarre und, und, und… „Da waren sogar noch ein paar original verpackte Steckdosen dabei“, schüttelte Tanja Ritter mehr als verwundert den Kopf.

Nicht mehr nur verwundert, sondern eher empört waren die Feuerwehrleute über die Gedankenlosigkeit ihrer Zeitgenossen. „Wer illegal Müll entsorgt, wird von der Gemeinde zur Anzeige gebracht“, meinte die Feuerwehrfrau. Wie jetzt der Mitbürger, dessen Adresse man in einem Müllsack mit diversem Kleinkram wie Fußmatten, Autoteilen oder Gurten fand. Es gibt auch bereits einen Verdacht, wer die Reifen dort entsorgt haben könnte.

„Wir konnten gar nicht alles rausholen, das war teilweise schon überwuchert und verwachsen“, erläuterte Max Haberkorn, dass dort wohl schon lange nicht mehr nachgeschaut worden war. Deshalb überlegen die Jugendbetreuer auch, die Aktion vielleicht öfters durchzuführen. Ins Rollen gekommen war sie durch Anmerkungen in einer Ortsbeiratssitzung über die zahlreichen wilden Müllablagerungen auf Gemeindegebiet. Denn der Parkplatz am Haus des Gastes ist nur die Spitze des Eisbergs.

Tanja Ritters Vater Thomas nahm von dort die Anregung mit und gab sie an die Bambiniwartin weiter. Die freute sich, dass von den Jugendlichen gleich ein „Klar, wir sind dabei“ statt ein „Kein Bock“ kam. Mit Helm, Handschuhen und Feuerwehr-Klamotten angetan, wurde im Rahmen der regulären Übungsstunde die Landschaft gesäubert, den Hang hoch und runter gekraxelt. Die Jagdgenossen aus Unter-Schönmattenwag waren vom Eifer der Nachwuchs-Feuerwehrleute so angetan, dass sie eine Spende von 100 Euro für die Jugendkasse ankündigten.

Der Bulldog von Thomas Ritter machte die „Bergung“ der vielen Reifen einfacher. Mit der Seilwinde wurden diese nach oben gezogen. Wie viel Müll tatsächlich zusammenkam, ließ sich nur schwer einschätzen. Aber zwischen einer und eineinhalb Tonnen lagen die realistischen Annahmen. Mitglieder des Ortsbeirats um Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin schauten zum Abschluss der Aktion vorbei und dankten den Jugendlichen für ihr großes Engagement. Die wiederum freuten sich über die Anerkennung durch die örtlichen Mandatsträger.

Jugendwart Daniel Koudele hob die Aktion als „ersten Beitrag der zusammengelegten Jugendfeuerwehr“ beider Ortsteile für die Bevölkerung hervor. Und das genau in der Mitte zwischen den beiden Schönmattenwags – besser geht es kaum. Als Lohn gab’s für alle fleißigen Sammler im Anschluss im Feuerwehrhaus Bratwurst mit Brötchen und etwas zu trinken.

Jahresabschluss 2014 in Abtsteinach: Ausgaben außer der Reihe relativieren sich wieder

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Dass sich der Fehlbetrag im Jahresabschluss 2014 auf fast 500.000 Euro erhöhte, ist einem „Zahlenspiel“ geschuldet, machte Bürgermeister Rolf Reinhard auf der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich. Denn man habe nach Vorgabe des Revisionsamtes Rückstellungen für Umlagen bilden müssen, die das ordentliche Ergebnis stärker als gedacht ins Minus zogen. In 2015 wurden diese seinen Worten zufolge wieder aufgelöst, was dann zu einem Plus von 300.000 Euro führe.

Bei einer Bilanzsumme von 18,2 Millionen Euro beläuft sich das ordentliche Ergebnis laut Bürgermeister auf minus 614.000 Euro. Das außerordentliche Ergebnis liegt mit 121.500 Euro im Plus, was zusammen zur genannten Summe führt. Der Bestand an Zahlungsmitteln am Ende des Haushaltsjahres belaufe sich auf 747.000 Euro. Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 500.000 Euro vermindert und belief sich Ende 2014 auf 5,45 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote ging um 3,9 Prozent auf 30 Prozent zurück. Die Kredite stiegen um 42.000 Euro auf 6.775 Millionen, führte das Ortsoberhaupt aus.

Auf die Details ging Reinhard im Rahmen der über- und außerplanmäßigen Aufwendungen und Auszahlungen im Haushaltsjahr 2014 ein. Demnach stiegen die Abschreibungen um 153.000 auf 626.500 Euro. Grund laut Bürgermeister: Da bei der Haushaltsaufstellung die Jahresabschlüsse 2011 bis 2013 noch nicht vorlagen, konnten die Ansätze für die Abschreibungen nicht an die aktuelle Situation angepasst werden. Und weil 2014 das Breitbandnetz in Betrieb genommen wurde, habe darüber hinaus dessen Abschreibung begonnen.

Kräftig stiegen die Versorgungsaufwendungen: um 135.000 auf 252.000 Euro. Darin sind laut dem Rathauschef Rückstellungen für die Beamten und Versorgungsempfänger der Gemeinde in Höhe von 182.000 Euro enthalten. Man sei trotz der Mitgliedschaft in der Versorgungskasse Darmstadt verpflichtet, die sich hieraus ergebenen Rückstellungen zu bilden und im Rahmen des jeweiligen Jahresabschlusses zu buchen. „Entsprechende Haushaltsansätze waren in der Höhe nicht vorgesehen“, so Reinhard.

Rückstellungen für die Kreis- und Schulumlage beliefen sich auf über 200.000 Euro. Diese wurden aber nicht ausgezahlt, meinte der Bürgermeister. Bedingt durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer mussten 45.000 Euro mehr an Umlagen gezahlt werden, erläuterte er weiterhin. Das Revisionsamt habe angeregt, Wertgrenzen zu bestimmen, wann die Gemeindevertretung selbst über Haushaltsüberschreitungen entscheiden möchte oder dies wahlweise Bürgermeister oder Gemeindevorstand tun könnten.

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass außerplanmäßige Ausgaben grundsätzlich zur Bewilligung in der Gemeindevertretung verbleiben. Für die überplanmäßigen Ausgaben legte man gemeinsam fest, dass bis zu zehn Prozent der Haushaltsstelle, aber maximal 10.000 Euro, der Zustimmung des Bürgermeisters obliegen. Für bis zu 20.000 Euro ist der Gemeindevorstand zuständig, für alle Summen darüber die Gemeindevertretung. Alle Punkte wurden einstimmig ans Kommunalparlament zur Beschlussfassung oder Entlastung weitergegeben

Ein musikalischer Abend so bunt wie der Herbst: MGV Affolterbach hatte sich viele Freunde eingeladen

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So bunt wie der Herbst in all seinen Farben war auch der Liederabend, zu dem der MGV Affolterbach in die Peter-Heckmann-Halle eingeladen hatte. Neben den Gastgebern boten fünf Gastchöre aus Überwald und Oberzent einen bunten Liederreigen, der die Besucher in der gut gefüllten Halle begeisterte. Mehr als einmal gab es lang anhaltenden Applaus und Zugaberufe, die gerne erfüllt wurden.

„Wo gesungen wird, da lass‘ dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder“. Unter dieses Motto stellte der MGV die „frohen und geselligen Stunden“, zu denen der Verein eingeladen hatte, sagte Vorsitzender Heinz Trautmann in seiner Begrüßung. „Lieder im Herbst“ lautete der Titel, und ebenso farbenfroh und abwechslungsreich wie die Jahreszeit solle der Liederabend sein. Jeder Chor sang vor und nach der Pause je zwei Stücke – oder wahlweise ein Potpourri.

Unter der Leitung von Jun Won Lee starteten die Hausherren in den Abend. „Jubilate Deo“ von Laszlo Halmos bildete den Auftakt, gefolgt vom Potpourri „Fröhliche Welt“ von Christian Siegler. Nach der Pause gab’s ein „Rock my soul“ in Satz und Text von Peter Brettner und den russischen Sängergruß „Mnogaja Leta“.

Der gemischte Chor Finkenbach war über den Buckel angereist, um mit einem Potpourri seiner schönsten Lieder zu unterhalten. 26 aktive Sänger hat der 1909 gegründete Klangkörper in seinen Reihen. Unter der Leitung von Karlfried Schicht gab’s „Ich warte schon so lange“, „Rama Lama Dingdong“, „Wunder gescheh’n“ oder „This litte light of mine“ zu hören. „The lion sleeps tonight“, den Evergreen aus dem Jahr 1939, wurde vielbeklatscht im zweiten Set geboten.

In den Dschungel entführten die Swinging Cords Ellenbach. Nach „You’ll be in my heart“ aus dem Musical Tarzan folgte der glückliche Tag-Gospel, „Oh happy day“. Weitere Musicaltitel brachten die Halle zum Toben: „Can you feel the love tonight“, der Elton-John-Klassiker aus dem König der Löwen. Und das immer wieder gerne gehörte „Aquarius/Let the sunshine in“ aus „Hair“ – einfach zeitlos schön und in der Ellenbacher Version fetzig rübergebracht.

Die Bühne füllte sich, als der MGV Wallonia Wahlen seine Lieder anstimmte. Von klassisch bis hin zur Popmusik reichte die große Bandbreite der Stücke unter dem Dirigat von Thomas Reisig. Eher volkstümlich hieß es zuerst „Aus der Traube in die Tonne“ von Kurt Lissmann oder „Wir kamen einst von Piemont“ von Wilhelm Hinrichs. Im zweiten Teil ging’s dann ans „Loch Lomond“ von Komponist Jonathan Quick, bevor Ralf Eisenhauers „Rock mi“ für Stimmung sorgte.

Richtig eng wurde es für die Scharbacher. Bestimmt 50 Frauen, Männer und Jugendliche von 6 bis 60 nahmen auf der Bühne Platz, um als volltönender Klangkörper der Waldeslust zusammen mit dem Crescendo-Chor zuerst das „Un poquito cantes“ und dann „Weit weit weg“ von Hubert von Goisern darzubieten. Unter der Leitung von Martin Steffan gab’s im zweiten Set das „Scheierdor Medley“, arrangiert von Susanne Hoffmann-Rettig, sowie das afrikanische Volkslied „Siyahamba“ zu hören. Der Aufforderung zum Mitsingen, von Steffan unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, folgte der ganze Saal gerne, sodass ein vielstimmiger Chor den Refrain zum besonderen Erlebnis machte.

Der New Mix Generation-Chor aus Olfen mit Dirigentin Miriam Siebert war unter anderem mit dem „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „This little light of mine“ präsentiert. Vier junge Männer, passenderweise als „4ier“ unterwegs, sorgten A-cappella für den umjubelten Abschluss des Abends und durften nicht ohne Zugabe von der Bühne. Christian Trautmann, Benedikt Heckmann, Simon Dost und Julian Markert hatten zwei Stücke der Wise Guys im Programm („Achtung, ich will tanzen“ und „Sommer“), Grönemeyers „Männer“ und „Mad World“, im Original von den Tears for Fears.

Zusammen mit den Nachbarchören veranstaltet der MGV in unregelmäßigen Abständen den herbstlichen Liederabend. Der gute Besuch aus dem Ort und darüber hinaus zeigt, dass das musikalische Angebot, ein paar schöne Stunden in angenehmer Gesellschaft zu verbringen, gerne angenommen wird. Vorsitzender Trautmann brachte in seinen Schlussworten den Dank an alle zum Ausdruck, die am Gelingen des Abends mitwirkten.

„Mir liegt meine Heimat am Herzen“: Der SPD-Vorsitzende Dr. Sascha Weber kandidiert für den Wald-Michelbacher Bürgermeister-Posten

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Der SPD-Vorsitzende Dr. Sascha Weber kandidiert am 12. März 2017 für das Bürgermeister-Amt in Wald-Michelbach. „Mir liegt meine Heimat am Herzen“, schildert der 35-Jährige, seit 2014 Vorsitzender der Sozialdemokraten, warum er seinen Hut in den Ring wirft. „Ich verspreche, mich voll und ganz für das Wohl von Wald-Michelbach einzusetzen.“ Der katholische Theologe und promovierte Historiker ist Experte für Verfassungs-, Politik- und Verwaltungsgeschichte.

Obwohl ihn sein Beruf immer wieder an andere Orte führte, „habe ich mich trotzdem in all der Zeit für die Menschen hier in Wald-Michelbach engagiert“, so Weber. In der Kommunalpolitik bringt sich der Kandidat seit 17 Jahren in verschiedenen Funktionen ein. „Entscheidend für die erfolgreiche Arbeit eines Bürgermeisters ist das Setzen und Umsetzen von klaren und konkreten Zielen, die im Dialog mit Politik, Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern entwickelt werden“, betont der SPD-Vorsitzende.

Wald-Michelbach sei eine Gemeinde, „die vor großen Herausforderungen steht, aber auch sehr viel Potenzial hat“, hebt Weber hervor. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere durch die Ansiedelung eines medizinischen Versorgungszentrums, die Stärkung des Schulstandortes, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Gestaltung des demografischen Wandels sind für ihn wichtige Punkte, denen er sich mit Nachdruck widmen will.

Das Leben auf dem Land „soll auch weiterhin schöner bleiben als in der Stadt“, postuliert der 35-Jährige. Damit junge Familien weiterhin im Überwald wohnen und nicht in die Ballungszentren ziehen, ist seinen Worten zufolge die Förderung von Wirtschaft und Tourismus sowie eine Verbesserung der Verkehrsanbindung von grundlegender Bedeutung. Weber tritt daher sowohl für den schnellstmöglichen Bau der B38a als auch für den Ausbau des ÖPNV ein.

Der SPD-Mann spricht darüber hinaus noch ein weiteres Thema an: „Es muss intensiv geprüft werden“, ob die Bahnstrecke zwischen Wald-Michelbach und Mörlenbach nach dem Ende der Nutzung als Draisinenbahn wieder für den Personennahverkehr reaktiviert werden könne. Zwar werde die Draisine noch etliche Jahre auf der Strecke fahren, „aber wenn die Bürger eine Anbindung Wald-Michelbachs an den Bahnverkehr wünschen, müssen schon jetzt Vorbereitungen getroffen werden“, betont Weber.

Bereits für den November plant der Kandidat für den Chefsessel im Rathaus eine Reihe von Bürgergesprächen. „Dort bekommen die Einwohner Gelegenheit haben, ihre Anliegen und Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde einzubringen.“ Weber begrüßt, dass in Wald-Michelbach erstmals kein neuer Bürgermeister aus den Reihen der eigenen Verwaltung aufgebaut wurde.

Seiner Überzeugung zufolge ist „ein Bürgermeister kein Obersachbearbeiter“, sondern eine Führungspersönlichkeit. Diese müsse in der Lage sein, mit Teamgeist, Überzeugungskraft, Motivationsfähigkeit und gesundem Menschenverstand die Verwaltung zu führen und zwischen den unterschiedlichen Interessen zu vermitteln.

Sascha Weber sieht sich durch seine politische Erfahrung und berufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst gut für den Posten präpariert. Er könne als Bürgermeister zusammen mit den Rathaus-Mitarbeitern und den Mitgliedern der Gemeindevertretung bestens die Großgemeinde zum Wohle der Bürger weiterentwickeln, sagt er. Er betrachtet die Rolle des künftigen Rathauschefs als die eines überparteilichen Vermittlers und will „ein Bürgermeister für alle“ sein. In den kommenden Wochen und Monaten möchte sich der Kandidat getreu dieser Prämisse bei anderen Parteien und Wählergruppen sowie bei den vielen Vereinen, „die zum Leben in unserer Gemeinde so viel beitragen“, vorstellen.

Info: Die SPD Wald-Michelbach trifft sich am Montag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr im Gästehaus Margarethe, Am Königsbuckel 5, um über die Nominierung ihres Vorsitzenden als Bürgermeisterkandidat zu entscheiden.

Zur Person:

Dr. Sascha Weber, 1981 geboren in Weinheim, ist seit 2005 verheiratet mit der Lehrerin Kathrin Weber. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung. Nach dem Abitur 2002 studierte er Mittlere und Neuere Geschichte sowie Katholische Theologie in Mainz.

Weber war 2005 bis 2012 Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2008 bis 2014 Lehrbeauftragter an der Universität Mainz und 2009/2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter ebendort. 2012 folgte die Promotion in Mainz, 2012 bis 2014 war er Lehrbeauftragter und Projektmitarbeiter an der Universität Würzburg und wurde 2013 ausgezeichnet mit dem Dissertationspreis der Stadt Mainz.

Sascha Weber ist seit 1999 Mitglied der SPD, war 2000 bis 2004 Gründungs- und Vorstandsmitglied der Juso-AG Überwald, von 2001 bis 2007 Vorsitzender des SPD-Ortsbezirks Affolterbach, 2004 bis 2006 Mitglied der Gemeindevertretung und im Umweltausschuss sowie 2005 bis 2007 Vorstandsmitglied der SPD Bergstraße. Seit 2009 ist er Mitglied im Arbeitskreis Christen in der SPD, seit 2013 Mitglied der Historischen Kommission der SPD Hessen-Süd und seit 2014 Vorsitzender der SPD Wald-Michelbach, deren Vorstandsmitglied er bereits 1999 bis 2007 und 2012 bis 2014 war. Darüber hinaus engagierte er sich in mehreren Vereinen seiner Heimatgemeinde.